Design und Konstruktion
Die 300 MS verfügt über einen langen, vollen Kiel mit einem hohen Kajütaufbau, und bei einer Breite von 11 Fuß 5 Zoll reicht ihr Querschnitt fast bis zum Heck, was sich in echtem, nutzbarem Raum unter Deck niederschlägt. Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, mit 4.500 Pfund Bleiballast, der in einem langen, flachen Kiel eingegossen ist. Dadurch liegt der Propeller in einem großen Durchlass vor einem relativ kleinen angehängten Ruder. Die Verdrängung beträgt 11.500 Pfund, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39,13 und einer Komfort-Ratio von 25,22 führt – Werte, die zu einem Boot passen, das darauf ausgelegt ist, auf See stabil zu stehen, anstatt eine Flachwasserregatta zu gewinnen. Die Seitendecks sind bewusst schmal gehalten, um das Innenraumvolumen zu maximieren, und der Kajütaufbau ist hoch, mit Handläufen, die nach achtern zum Dach des Steuerhauses führen. Große Luken sowohl auf dem Kajütaufbau als auch im Steuerhaus sorgen für reichlich Belüftung, und eine Teak-Ankerplattform steht auf einer geformten GFK-Struktur, die Teil des kleinen Vordecks ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die 300 MS ist eine Masttoppslup mit einem traditionellen Rigg mit einer einzigen Saling; die Fallen enden an Winschen am Mast, und ein Traveller, der vor dem Mast montiert ist, ermöglicht eine Selbstwendefock. Für eine größere Segel bietet das Boot Genuaschienen auf der Fußreling. Unter Motor entwickelt der Westerbeke 46 Diesel 46 PS und verbraucht etwa einen Gallonen pro Stunde. Damit erreicht sie eine Marschgeschwindigkeit von rund 6 bis 6,5 Knoten und bis zu 7,5 Knoten bei Wind. Der flache Achterauslauf bei der großen Breite reduziert den Heckspant unter Motor, und der Langkiel hilft ihr, kursstabil zu laufen, was die Arbeit am Ruder erleichtert. Der Kompromiss bei dieser Kursstabilität ist die weniger als hervorragende Manövrierbarkeit in Marinas oder engen Ankerplätzen aufgrund des Langkiels. Unter Segeln ist sie mit einer angegebenen Segelfläche von 442 Quadratfuß und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 14 kein Leichtwindsegler, aber sobald der Wind auf 10 bis 15 Knoten auffrischt, legt sie sich zurecht, läuft sehr kursstabil und macht stetige, komfortable Fortschritte; die Rumpfgeschwindigkeit liegt knapp unter 7 Knoten. (1)
Unterbringung
Die Pilothouse ist das Herz des Bootes und bietet dank echtem Glas statt trübem Kunststoff eine hervorragende Sicht. Der abschließbare Niedergang bildet das vordere Schott der Pilothouse, das ursprünglich nach achtern zur Plicht offen war, obwohl die meisten Eigner dieses Ende mittlerweile mit Segeltuch oder einer festen Trennwand verschlossen haben. Unter Deck setzt das Layout auf Wohnraum: Eine geräumige Pantry an Steuerbord beherbergt einen zweiflammigen Herd, eine große Kühlbox und die 75-Gallonen-Wasserversorgung des Bootes, während eine Dinette an Backbord sich zu einem zusätzlichen Schlafplatz umbauen lässt. Vorne ist die V-Koje für die Bootslänge großzügig bemessen und verfügt an Steuerbord über einen Kleiderschrank, während die Nasszelle an Backbord funktional ist. Die nach achtern getragene Breite sorgt dafür, dass das Innere größer wirkt, als es die 30-Fuß-Länge vermuten ließe.
Bekannte Schwachstellen
Die Fenster der Pilothouse sind ein bekanntes Thema in den Diskussionen unter Eignern und deuten meist auf potenzielle Undichtigkeiten oder gealterte Dichtungen hin. Das Steuersystem erfordert eine sorgfältige Inspektion, einschließlich der Überprüfung, ob die Notpinne vorhanden und funktionsfähig ist. Ansonsten bestechen die Berichte der Eigner durch das Fehlen von weit verbreiteten strukturellen Problemen. Der Langkiel, der das Kurslaufen erleichtert, ist zugleich die Ursache für die bereits erwähnte Enge im Innenraum beim Manövrieren.
Refits und Eignerschaft
Viele Eigner einer 300 MS haben das Boot so umgebaut, dass alle Segelkontrollen in die Pilothouse geführt werden, was das Vorsteuern bei Wetterbedingungen überflüssig macht. Die Schließung des hinteren Endes der Pilothouse ist eine häufige und praktische Modifikation. Ein dokumentiertes Refit-Beispiel zeigt die Art von teuren Arbeiten, auf die ein Käufer stoßen kann: Die Westerbeke 46 wurde 2016 komplett überholt und war mit einem neueren Großsegel mit Rollfock, einer gut erhaltenen Fock, etwa 300 Watt Solaranlage und einer manuellen Vordeckswinden ausgestattet – genau die Art von Refit, die auf ein pflegliches Eignergefühl hinweist.
Das Fazit
Die Cape Dory 300 MS ist ein bewusster Motorsailer: Sie beschleunigt langsam und ist im Hafenbecken steif, bietet aber Sicherheit, viel Raum für ihre Länge und verzeiht Fehler, wenn der Wind zunimmt. Sie eignet sich für Fahrtensegler an der Küste, die eine gemütliche Pilothouse und ein stabiles Rudergefühl über glänzende Leistung stellen.
Vorteile
- Pilothouse mit hervorragender Sicht und einer seltenen Option für einen geschlossenen Steuerstand
- Die nach achtern getragene Breite sorgt für ein ungewöhnliches Innenraumvolumen für 30 Fuß
- Bleiballast-Kiel und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39 % sorgen für stabile Kursstabilität
- Keine weit verbreiteten strukturellen Mängel in der kleinen Flotte bekannt
Nachteile
- Der Langkiel macht das Manövrieren im Hafen und in engen Ankerbuchten unhandlich
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 14 lässt sie bei leichtem Wind träge wirken
- Die Dichtungen der Navigationshausfenster sind ein häufiges Problem für Lecks
- Nur 47 Exemplare gebaut, sodass die Suche nach einem Boot und spezifischen Ersatzteilwissen Geduld erfordert







