Design und Konstruktion
Der Rumpf von McCreary ist aus massivem GFK gefertigt, wobei auf ein Leichtbau-Kernmaterial verzichtet wurde, um die Schlagfestigkeit zu maximieren. Das Deck dieses Flaggschiffs ist hingegen mit Divinycell-Kern statt des für kleinere Schwesterschiffe verwendeten Bootsbausperrholzes ausgeführt. Caliber laminierte jede strukturelle Schott und jeden Möbelteil direkt an den Rumpf über sein eigenes Mehrschott-Verbindungssystem, wodurch formgepresste Innenschalen überflüssig wurden. Die Tanks sind integral: Jeder Tank, der mit einem Sichtfenster ausgestattet ist, ist unter der Wasserlinie direkt mit dem Rumpf verklebt, was den Rumpf verstärkt und einen doppelten Bodenanker schafft. Markenrechte Kollisionsschotten, spezielle Schlagfestigkeitszonen, eine wasserdichte Ruderdämpfung und eine einzelne Schwertaufhängung, die durch den Rumpf gebohrt ist, vervollständigen eine Struktur, die auf Schadensbegrenzung und Redundanz ausgelegt ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg ist mit einer Seldén Mastfurlung für das Großsegel ausgestattet. In der getesteten Konfiguration wurden bei Windstärken von 7 bis 8 Knoten vor Anker im scheinbaren Wind von 18 bis 25 Knoten Großsegel, Genua und Stagsegel bis auf die Breite gefahren. Nachdem das Großsegel gerefft war, schipperte die Eclipse bequem durch 2-Fuß-Kämme bei 5,8 Knoten Geschwindigkeit. Alle Winschen sind zweifach und selbstholend und werden nicht durch teure elektrische Einheiten, sondern durch eine einzige 18-Volt-Cinch Winch 1600 angetrieben. Die breiten Decks mit rutschfestem Belag, Seerelingen, die zu einem echten Heckkorb mit Edelstahl-Schiene führen, zwei Ankerklampen, vier große Deckskisten sowie eine doppelte Ankerkiste machen das Boot zu einer praktischen Arbeitsplattform. Die standardmäßige Segelfläche von 94 Quadratmetern (1.014 qm) auf einem 75-PS-Yanmar-Motor deutet auf ein Boot hin, das für Langstreckenpassagen ausgelegt ist und nicht für schnelle Pinwheel-Accelerationen. (1)
Unterbringung
Unter Deck empfängt die Crew ein lackierter Teak-Innenraum mit einem Teak-Holz-Boden. Die Dinette an Backbord lässt ihren Tisch auf das Schott klappen, gegenüber befinden sich zwei Sofakojen mit einem Tisch oder Schrank dazwischen. Eine fast gerade verlaufende Pantry liegt direkt achterlich der Dinette, und die Navigationsecke an Steuerbord befindet sich am Fuß der Niedergangstreppe, sodass sie vom Steuerstand aus bedient werden kann. Die Achterkabine bietet eine vollwertige Queen-Size-Koje, einen mit Zeder ausgekleideten Kleiderschrank und einen Schrank, mit Zugang zur Pantry und über die achtere Nasszelle zur Navigationsecke; ein begehbare Garderobe an Steuerbord erhielt besondere Anerkennung des prüfenden Eigners. Im Vorschiff bietet eine gemütliche Kabine eine Doppelkoje an Backbord mit Bücherregalen darüber und einen Kleiderschrank an Steuerbord. Viele öffnende Luken und Decksflügel sorgen für gute Querlüftung im gesamten Boot.
Ausrüstung und Systeme
Die 47 LRC SE-Serie verfügt über ein Caliber Smart Fuel System mit intelligentem Routenverlauf für schnellen Filterwechsel unter Segeln, eine redundante elektrische Kraftstoffzufuhr, eine elektrische Polsterpumpe, ein Vakuummanometer, zwei grobe Vorfilter, zwei unabhängige Racor 500-Filter, zwei Polsterstationen und Inspektionsplatten von E-Z view – alles ergänzt durch außergewöhnliche Tankkapazitäten mit Dual-System-Technologie. Auf dem Testboot war ein 6-Kilowatt-Generator mit 360-Grad-Zugang installiert. Zu den Optionen gehörten unter anderem ein Northern Lights 5.5KW-Modell mit Schallschutz und ausziehbaren Halterungen, ein Vetus-Bugstrahlruder, eine Lofrans Progress 1500-Ankerwinde, eine Hochleistungs-Lichtmaschine und eine isolierte SSB-Antenne mit Kupfer-Erdungsplatte.
Refits und Eignerschaft
Käufer der Serie werden Werft-Optionen finden, die den späteren Wiederverkauf beeinflussen: Selden Rollfockmast, MDS interner Großsegelkasten, Doyle Stackpack, kastrierbares Kutterrigg, Furlex Vorstag und Upgrades der Lewmar Winschen auf #58, #54 elektrisch, #50 manuell und #48 elektrisch. Die Bodenschutz-Ausrüstung ab Werk kann Pettit-Epoxidharz und Trinidad-Lack umfassen. Der Übergang der Werft zu einem Brokerage, das sich auf gebrauchte Caliber-Segelboote spezialisiert hat, bedeutet, dass es für die Marke eine strukturierte Ersatzteil- und Zubehörlieferkette gibt.
Das Fazit
Die Caliber 47 LRC ist eine durchdacht konstruierte Langstrecken-Fahrtenyacht, deren laminierte Tankanlagen und Sicherheitswände eine Philosophie des Werftenbetreibers widerspiegeln, die auf struktureller Ehrlichkeit und Schadensbegrenzung bei Wassereinbruch basiert. Sie ist geräumig, ohne prunkvoll zu sein, und ihre Systeme – insbesondere das intelligente Kraftstofflayout – sind auf Autarkie auf See ausgelegt.
Vorteile
- Integrierte Tanks unter der Wasserlinie versteifen den Rumpf und bilden ein doppeltes Bodenfundament
- Schotten gegen Kollisionen, Ruderdruckkante und eine einzelne Schwimmkiste reduzieren das Risiko von Wassereinbruch
- Praktischer Decksplan mit rutschfestem Belag und reichlich Stauräumen
- Vielseitige Aufteilung mit begehbarem Kleiderschrank und mehreren Kojen
Nachteile
- Das bescheidene Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis deutet auf mäßige Leistung bei leichtem Wind hin
- Der massive Rumpf ohne Sandwichkern erhöht das Gewicht im Vergleich zu kompetitiven Sandwichbooten








