Design und Konstruktion
Die 27.7 ist aus massivem, handaufgelegtem GFK mit Bleiballast gebaut. Bei einer Breite von 10 Fuß weist sie eine Verdrängung von 7.000 Pfund und 2.850 Pfund Blei auf. Ihr Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,72 und ein Ballastanteil von 41 Prozent beschreiben einen schmalen, tief ballastierten Rumpf, während das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 274 sie für ein Boot dieser Größe fest in die Kategorie der „schweren Fahrtenyachten“ einordnet. Diese Masse sorgt zusammen mit einem Flossenkiel von 4 Fuß 4 Zoll und einem Skeg-aufgehängten Ruder für ein Kenterungsverhältnis von 2,09 – ein Wert, der sie zwar von offiziellen Hochseeregatten ausschließt, aber für ein steifes, stabiles Verhalten auf See spricht. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,4 Knoten, und ihr Komfort-Ratio von 20,9 deutet auf eine gedämpfte, ruhige Bewegung im Seegang anstatt auf das nervöse Skittern einer lebhaften Regattayacht. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist als Masttoppslup getakelt und ist mit den Zahlen leicht übertakelt: Ihr Segelplan trägt mehr Segelfläche als 66 Prozent vergleichbarer Segelboote. Mit dem ISO-Referenzsegel beträgt ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 15,0, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 17,8 steigt – ein nützlicher Bereich für Leichtwindfahrten, ohne unhandlich zu werden. Die benetzte Fläche misst etwa 247 Quadratfuß, und ihr Tiefgang von 4,36 bis 4,66 Fuß je nach Beladung ist flach genug, um in kleineren Marinas anzulegen. Die Spezifikationen für Fallen und Schoten sind für die Größe großzügig bemessen: Die Großschot- und Vorsegel-Fallen bestehen aus 80,5 Fuß 5/16-Zoll-Leine, die Großschot aus 68,2 Fuß 3/8-Zoll-Leine und die Genuaschoten laufen über 27,3 Fuß – Maße, die eine vollwertige Fahrtenyacht und nicht einen spartanischen Regattaklassen-Rumpf bestätigen. (1)
Unterbringung
Die bestätigten technischen Daten geben 63 Gallonen Wasser und 19 Gallonen Diesel an Bord wieder, wobei ein einzelner 12-PS-Yanmar-Diesel einen Wellenantrieb antreibt – ein Ausstattungsgrad, der eher auf ein autarkes Wochenendboot für zwei Personen als auf eine Charterplattform hindeutet.
Das Fazit
Die Bristol 27.7 ist eine kleine, robust gebaute Herreshoff-Fahrtenyacht, deren Seltenheit durch ihre sachliche Kompetenz ausgeglichen wird. Sie ist keine Geschwindigkeitsmaschine, aber ihre Werte beschreiben ein stabiles, komfortables Boot für Küstenfahrten und moderate Offshore-Törns mit voller Fahrtensegelgarderobe und praktischen Tankkapazitäten.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit Bleiballast und der Verdrängung eines schweren Fahrtenyachts
- Leicht überriggtes Masttoppslup mit flexibler Segelfläche durch Genua-Antrieb
- Geringer Tiefgang für den Zugang zu kleineren Marinas (1)
Nachteile
- Weniger als 100 gebaut, was eine spezifische Exemplarbeschaffung erschwert
- Das Kenterungsverhältnis von 2,09 verhindert Regattaeinsätze auf offenen Ozeanen







