Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt – ein Material, das über eine Segelsaison hinweg nur minimale Wartung erfordert – und das Boot wurde auch außerhalb der Werft in Bristol, Rhode Island, gebaut. Halsey Herreshoff wählte eine deutlich schnellere Rumpfform als die konservative Norm, und die Zahlen bestätigen dies: Das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei 3,25, was sie schlanker macht als 79 Prozent vergleichbarer Entwürfe, während das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 245 sie zu den „moderaten Regattayachten“ zählt, bei denen 42 Prozent ähnlicher Boote schwerer eingestuft sind. Ihr Ballastanteil beträgt 40 Prozent, was höher ist als bei der Hälfte der Konkurrenzmodelle und ausreicht für eine durchschnittliche, aber keine außergewöhnliche Stabilität gegen Krängung. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 1,79 – ein Wert, der allein nach dieser Formel ihre Eignung für Hochseeregatten rechtfertigen würde – und das Komfort-Ratio von 23,8 liegt über dem von 76 Prozent ähnlicher Segelboote für ein ruhiges Seeverhalten. Mit einer benetzten Fläche von etwa 226 Quadratfuß und einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 6,3 Knoten ist sie eher eine leichte Fahrtenyacht für küstennahe Reviere mit geringem Widerstand als ein schwerer Offshore-Klotz. (1)
Kieloptionen und Leistung
Bristol bot die 26 mit verschiedenen Kielalternativen an, und die Wahl bestimmt, wohin sie segeln kann und wie sich das Boot verhält. Ein Flachkiel mit aufholbarem Schwert hat unter Last nur einen Tiefgang von etwa 2,82 bis 3,12 Fuß, was ihr das Befahren von Küsten- und Binnengewässern sowie das Anlegen in flachen Marinas ermöglicht. Die Langkiel-Version liegt mit etwa 3,81 bis 4,11 Fuß tiefer im Wasser, gewinnt jedoch im Vergleich zu einer Flossenkiel-Version an Kursstabilität, auf Kosten der Handhabung in engen Hafenräumen. In beiden Fällen liegt die Tiefgangsrate bei etwa 608 Pfund pro Zoll, sodass sich das Boot unter Crew- und Segellast berechenbar trimmt. (1)
Rigg und Segelbedienung
Als Masttoppslup verfügt die 26 über ein handwerklich solides Rigg mit einer Schotlänge, die zeigt, dass es sich um ein kleines Boot handelt, das leicht aufzutakeln ist. Die Schoten von Fock und Genua werden mit einer Länge von 26 Fuß bei einem Durchmesser von 3/8 Zoll geschätzt, die Großschot hat eine Länge von etwa 65 Fuß im gleichen Durchmesser und die Spinnakerschoten sind rund 57 Fuß lang. Diese Längen passen zu einem Boot, dessen geringe Breite und schlanker Rumpf die Lasten ohne schwere Winschen beherrschbar halten. Da für das Anlegen meist ein Außenborder genutzt wird, bleibt das Rigg im Achterschiff frei von Propeller- und Motorkomplexität.
Antrieb und Hafenmanöver
Für Hafenmanöver wird oft ein Außenborder installiert, wobei für das Boot typischerweise 5 bis 6 PS oder ein Schub von 115 bis 138 Pfund erforderlich sind, wenn man einen Elektromotor bevorzugt. Dieser geringe Leistungsbedarf sorgt für eine einfache Rumpfzweizack-Konstruktion und hält das Motorgewicht vom Rumpf fern, was perfekt zur wartungsfreien GFK-Bauweise passt.
Das Fazit
Die Bristol 26 ist eine durchdacht moderne kleine Fahrtenyacht für ihre Zeit: schlank, moderat leicht und von Natur aus schnell, mit einer Kieloption, die es dem Eigner ermöglicht, flachen Gewässern den Weg zu versperren, um auf Kursstabilität zu setzen. Sie ist komfortabel über ihre Größenklasse hinaus und nach Formeln sicher genug für den Hochseeeinsatz, bleibt jedoch einfach zu segeln und zu unterhalten.
Vorteile
- Slimer, schneller Rumpf mit einer Komfortwahrnehmung von über 76 % im Vergleich zu Gleichaltrigen
- Festkiel/Schwert ermöglicht den Zugang zu Binnengewässern und flachen Küstengewässern
- Pflegeleichter GFK-Rumpf; geringer Kraftstoffbedarf bei leichten Außenbordern
Nachteile
- Die Langkiel-Version ist in engen Häfen schwerer zu manövrieren
- Durchschnittliche Krängungsresistenz durch ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 %
- Die geringe Größe schränkt die Kabinenausstattung und die Offshore-Reichweite ein









