Design und Konstruktion
Sowohl die Stabilität als auch die Geschwindigkeit resultieren aus einer bewussten Konstruktionsphilosophie. Der Rumpf besteht aus einem leichten, im Vakuum infundierten Laminat. Die breiten, flachen Wasserliniensektionen kombinieren sich mit einem Blei-T-Bulbkiel und einem tiefen Flossenkiel mit niedrigem Schwerpunkt, um das Boot stabil und schnell zu halten. Bei einer Verdrängung von 3.902 lb und 1.345 lb Ballast weist die First 27-2 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 34,5 % auf. Der feste Flossenkiel mit Torpedobombe hat einen Tiefgang von 5 Fuß 7 Zoll – 30 cm weniger als die SE-Version, von der sie abstammt. Eine Crash-Box im Vorschiff, ein Innenborder und ausbalancierte Doppelruder werden von der Werft als zentral für das Sicherheitsprofil genannt, während das vergrößerte Bugvolumen dem Steuerverhalten der Doppelruder auch bei steilen Krängungswinkeln hilft. (2)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als 7/8-Slup mit einem kürzeren Aluminiummast und einem Pinhead-Großsegel im Vergleich zur SE ausgelegt. Die Segelfläche ist am Wind um knapp unter 20 % und vor dem Wind um 13 % reduziert. Auf dem Wasser reagierte das Boot bei Testseglern bei 4 Knoten wahrem Wind hoch am Wind mit 2,8 Knoten Bootsgeschwindigkeit träge, kam jedoch bei 5 Knoten Wind mit 4 Knoten Geschwindigkeit zum Leben und erreichte bei 6 Knoten wahrem Wind 4,5 Knoten. Voll getakelt sollte das Halten von 6 Knoten am Wind kein Problem sein, und auf einem Halbwindkurs unter Gennaker mit 3,5 bis 6 Knoten Wind passte sich die Bootsgeschwindigkeit der Windgeschwindigkeit an. Das Ruder bleibt extrem leichtgängig und das Boot reagiert hervorragend auf Trimm und Crewgewicht, besitzt aber gleichzeitig genügend Stabilität, sodass es nicht auf die Positionierung der Crew angewiesen ist. Unter Motor bringt der 15 PS Yanmar mit Wellenantrieb und klappbarem Propeller sie im Cruisingmodus auf 7 Knoten und bei vollem Gas auf 10 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Boot im Standardlayout Platz für bis zu vier Personen: eine Doppelkoje im Vorschiff und zwei Salonsofakojen in der Saloon, wobei die Kabine sehr hell und offen gestaltet ist, jedoch keine Stehhöhe aufweist. Ein abnehmbarer Tisch dient sowohl dem Salon als auch der Plicht, und die Mittellinie kann durch klappbare magnetische Türen in eine vollwertige Bordtoilette mit Schwarzwassertank umgewandelt oder zur Vergrößerung der Vorpiek genutzt werden. Zwischen dem Salon und dem Bug befindet sich an Backbord eine kleine Pantry mit Gasherd und Spüle für Süßwasser sowie an Steuerbord eine Toilette, die bei Nichtgebrauch verdeckt sind. Die Plicht ist großzügig und offen gestaltet mit bequemen Bänken, einer Badeplattform und einer Heckdusche. Neue vordere Sitzbänke bieten zusätzlichen Stauraum an Deck neben der Backskiste und sorgen für ein komfortableres Fahrgefühl als beim SE. (1)
Bekannte Schwachstellen
Ein praktischer Kritikpunkt aus den damaligen Tests ist, dass die Relingstützen und Heckkanten relativ kurz sind. Obwohl sie die Vorschriften für ein Boot dieser Größe erfüllen, würde eine volle Reling für mehr Sicherheit sorgen. (1)
Das Fazit
Die First 27-2 ist ein seltenes Phänomen: Ein 26-Fuß-Boot, das bereits bei 12 Knoten Wind ins Gleiten kommt, vier Personen mit angemessener Komfort ausstattet und sich sicher genug anfühlt, um auch bei böigem Wetter hart gesegelt zu werden. Bei gutem Wetter und erfahrenen Händen ist sie durchaus für das Ärmelkanal-Revier geeignet. Dennoch erinnern der fehlende Stehhöhe und die kurzen Seerelinge daran, dass es sich im Kern um ein Sportboot handelt. (1)
Vorteile
- Läuft bereits bei 12 Knoten Wind plan und bietet ein leichtes, direktes Rudergefühl
- Fester Flossenkiel mit Torpedobombe und Doppelruder sorgen für hohe Stabilität ohne Crewabhängigkeit
- Helle, verdeckte Pantry und umbaubares Nasszellen-Layout maximieren die Wohnlichkeit auf kleinem Boot
- Einbaudiesel mit 15 PS und Wellenantrieb sowie klappbarem Propeller für eine große Reichweite unter Motor
Nachteile
- Keine Stehhöhe unter Deck
- Kurze Relingstützen und Heckkorb verringern das Sicherheitsgefühl an Deck
- Geringere Segelfläche im Vergleich zu SE-Modellen verringert die Beschleunigung bei Leichtwind kurz nach dem Loslassen






