Design und Konstruktion
Die Bente 28 ist als GFK-Sandwichbau mit E-Glas und Schaumkern konstruiert. Sie verfügt über ein breites, flaches Heck und einen vollen, auftriebsstarken Bug, wofür Segler sorgten, die sie unter einem breiten Rumpf, der vor Anker enorme Kräfte entwickelt, mit über sechs Knoten am Wind segeln ließen. Ihr Doppelruder-Layout mit Jefa-Doppelbeschlag, einer einzelnen Pinne und einem Ballastanteil von 31 Prozent auf dem Standard-Eisenkiel mit Torpedorumpf sorgen für stabile Leistung am Wind sowie hervorragende Manövrierbarkeit auf See und im Hafen vor Anker. Ein leistungsstarker Bleikiel wird optional angeboten, und ein optionaler T-Kiel bietet einen Tiefgang von 1,95 Metern gegenüber dem Standardtiefgang von 1,60 Metern. Das Glattdeck und die breiten Seitendecks, die abgesehen von den unteren Wanten frei sind und von geformten Sülls umrahmt werden, machen die Arbeit auf dem Vordeck unkompliziert, während das tiefe Cockpit mit hohen Sülls hinter dem Kajütaufbaubogen sich sicher anfühlt. (1)
Rigg und Handhabung
Die 72-Quadratmeter-Gennaker-Slup ist mit einem Square-Top-Großsegel auf einem weit achtern positionierten Mast und einem bis zum Spiegel reichenden Baum ausgestattet. Für den asymmetrischen Gennaker steht ein Top-Down-Rollanlagen-System zur Verfügung. Das Rigg verfügt über kein Achterstag; alle Fallen und Schoten laufen zurück ins Cockpit, was das Boot für Einhand- oder kleine Crews sehr komfortabel macht. Zudem ist eine zweite Einleinen-Reffleine installiert, und ein Traveller erstreckt sich über das Heck. Tester stellten fest, dass das Vorstag bei zu viel Segelfläche in Böen ohne Achterstag nach Leeseite durchhängen kann und breite Kimmkanten den Kiel bei einer Krängung von mehr als 30 Grad anheben, weshalb das Großsegel gefedert werden sollte, um das Boot stabil zu halten. Der 16 PS starke Vetus-Motor mit klappbarem Zweiblattpropeller trieb das Testboot bei 5 Knoten Geschwindigkeit und 2.200 U/min an.
Unterbringung
Unter Deck ist die Bente 28 dank eines transparenten Perspex-Kajütaufbaus und großer Fenster, die den offenen Raum mit Tageslicht fluten, im Grunde ein Deckssalon; das Fehlen einer geschlossenen Wand im Bug erzeugt ein Loft-Apartment-Gefühl. Die Stehhöhe erreicht 1,98 Meter in den Hauptbereichen und 2 Meter am Niedergang, wobei sie 200 Zentimeter in der Pantry und Nasszelle sowie 185 Zentimeter am hinteren Ende des Salontisches beträgt. Es gibt zwei Kabinen, einen Salon, eine Pantry mit aufklappbarer Kühlschranktür und einer einzelnen Spüle sowie eine Nasszelle mit großzügigen Schränken und einem Haken für nasse Kleidung. Die vordere V-Koje misst 200 mal 197 Zentimeter, während eine lange Doppelkoje im Backbordquartier für zwei Kinder oder gemütliche Erwachsene geeignet ist. Achterhalb der Kielschwerter gibt es keinen Boden; man steht auf dem schaumstoffbezogenen Innenschiff. Ein klappbares Panel unter dem Niedergangsschlitz sorgt für ein Freibord von 40 Zentimetern über dem Cockpitboden, um nach der CE-Zertifizierungskategorie B ein Eindringen von Wasser zu verhindern. (1)
Bekannte Schwachstellen
Practical Boat Owner stellte fest, dass das GFK-Deckshaus den Innenraum unter mediterranen Bedingungen sehr schnell aufheizen kann. Bei dem Testboot war der Motorzugang nach dem Anheben der Stufen für die Lichtmaschine ausreichend, aber für den Wasserschlauch, den Primärkraftstofffilter und den Saildrive unzureichend; der Schlauch hinter dem Motor konnte nur durch Abtasten kontrolliert werden, und der Kraftstofftank mit dem Primärfilter befindet sich in einem separaten Bereich unter der Plicht, der nur durch das Entleeren und Einsteigen in den Stauraum zugänglich ist. Der Ankerkasten fehlte bei dem geprüften Boot zwar nicht, hatte jedoch keine Bugrolle.
Refits und Eignerschaft
Käufer haben die Wahl zwischen einem Volvo Penta D1-13 mit Saildrive und Faltpropeller im Basispaket oder einem elektrischen Torqeedo-Pod-Motor. Zudem bietet die Werft maßgeschneiderte Farben für den Sprayhood und die Wasserlinie an. Die Standard-Wasserkapazität von 60 Litern ist bescheiden; an Bord sind eine Decksdusche und eine teleskopierbare Heckklappleiter installiert. Der offene, helle Innenraum mit Eichenhölzern und einem festen Kartentisch achtern des Salons belohnt die sorgfältige Pflege des verglasten Kajütaufbaus und der separaten Motorräume.
Das Fazit
Die Bente 28 bietet das Volumen und die Seetüchtigkeit einer größeren Yacht in einem trailerbaren Rumpf. Sie ist mit einem für das Segeln mit kleiner Crew auf See optimierten Rigg ausgestattet und verfügt über einen Innenraum, der sich wie ein sonnendurchfluteter Loft anfühlt. Sie erfordert Aufmerksamkeit beim Zugang zum Motorraum und bei der Wärmedämmung unter Deck durch Solarpaneele, aber ihre Konstruktion und ihr Handling sind absolut modern.
Vorteile
- Rumpf mit Doppelruder, 31 % Ballastanteil und stabiler Leistung am Wind
- Alle Leinen nach achtern geführt für echte Einhand-Kontrolle
- Deckssalon mit Licht und Stehhöhe weit über dem typischen Niveau von 28-Fuß-Booten
- RCD-Kategorie-B-Schutz vor Niedergangseinbruch bei der Niedergangstür
Nachteile
- Die GFK-Plicht kann die Kabine in heißen Klimazonen überhitzen lassen
- Eingeschränkter Zugang zum Wasserschlauch, Kraftstofffilter und Saildrive
- Bescheidene Tankkapazitäten von nur 60 Litern für längere Törns






