Design und Konstruktion
Swallow Yachts baute die Baycruiser 26 so, dass sie optisch etwas retro wirkt, während unter der Haube moderne Methoden zum Einsatz kamen. Der Rumpf kann aus GFK mit simulierten Lappspantlinien oder echten Lappspanten aus Mahagonifaserplatte bestehen. Gewicht wird durch vakuuminjiziertes Sandwichmaterial mit Schaumkern eingespart, ohne die Festigkeit zu beeinträchtigen. Das Steckschwert ist ein vollflächig profiliertes GFK-Profil mit 330 Pfund Blei im unteren Teil, das direkt in das Hauptschott integriert ist, sodass es unter Deck praktisch keinen Platz wegnimmt. Ein Steckschwert anstelle eines Schwerts verhindert Turbulenzen durch eine Schwerteröffnung. Die Bleikufe zusammen mit 750 Litern Wasserballast in einem Tank unter dem Boden sorgen für einen AVS von fast 140 Grad bei voller Ballastierung und ermöglichen es, sich auch bei fast 130 Grad noch zu stabilisieren, selbst wenn der Tank leer ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem 7/8-Rigg auf Carbon-Spargen ausgestattet, mit einem Fathead-Großsegel ohne Achterstag sowie einem minimal überlappenden Vorsegel, das in einem engen Winkel gefiert wird. Dyneema-Lassungen ersetzen die Klemmschrauben im stehenden Gut, und ein Paar Harken 15 Selbstholer an der Kajütaufbau sorgen für einfaches Wenden. Der Carbonmast und das Mastlegebeschlag-System (Tabernakel) ermöglichen es einer Person, das Boot allein zu Wasser zu lassen und aufzutakeln. Probefahrer fanden die beiden am Spiegel aufgehängten Ruder gut ausbalanciert mit einem direkten Feedback. Bei normalen Krängungswinkeln lag praktisch kein Gewicht auf dem Ruder; erst ab 30 Grad begann es sich zu belasten, und das leewärtige Ruder hielt bis zur Flutlinie am Dollbord hervorragend fest. Am Wind lief sie mit etwa 5,5 Knoten Geschwindigkeit bei 80 Grad Wendewinkel, und vor dem Wind kamen problemlos 7 Knoten zustande, wobei Surfen in Wellen wahrscheinlich war. Eigner berichten, dass sie die meisten Fahrtenyachten bis zu 30 Fuß problemlos abhängen kann. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das erhöhte Kajütdach über dem Salon Stehhöhe für alle über 1,80 m und einen Blick nach vorn durch große Panoramafenster. Helle Eichendetails und ein cremefarbenes Finish halten den Raum hell. Zwei vollwertige Kojen befinden sich im Salon, und eine vordere V-Koje erhöht die Schlafplätze auf vier Personen; die separate Nasszelle im Vorschiff beherbergt zudem diskret den Schwertkasten, um ein offenes Layout zu erhalten. Eine schwenkbare Pantry mit zwei Spülbecken lässt sich unter dem Steuerbord- Cockpitsitz verstauen, um den Salon freizumachen. Ein ausziehbarer Speicher, tiefe Backskisten im Cockpit und ein fast 1,20 m breiter Schreibtisch vervollständigen den Wohnbereich. Ein Eigner beschreibt regelmäßiges Leben an Bord von Tagen und manchmal sogar Wochen.
Ausrüstung und Transport
Die Baycruiser 26 wird auf einem Typgenehmigten Trailer geliefert und ist leicht genug, um von einem großen Auto gezogen zu werden. Sie verfügt über einen flachen Boden für einfaches Anlanden am Strand. Leer wiegt sie 1.450 kg; das Entleeren des 750 kg schweren Wasserballasttanks reduziert die Gesamtmasse um 750 kg auf etwa 1.800 kg. Der Zughaken zeigt mit Trailer und Ballast zusammen eine Last von rund 2,5 Tonnen an. Zu den Motorisierungsoptionen gehören ein 10 bis 15 PS starkes Außenborder-Motorrad in einer offenen Schwertkasse oder ein 14 PS starker Einbaudiesel. Die Batteriekapazität reicht aus, um den Kiel einzuhallen und die Bordtoilette zu spülen. Ein Kühlschrank lässt sich unter dem Brückendeck verschieben, sofern kein Innenborder installiert ist. (1)
Das Fazit
Die Baycruiser 26 ist eine echte Zwei-Personen-Fahrtenyacht: ein leichtes, straßenzulassenes Rumpfkonzept, das sich im Moment, in dem das Schwert abgesenkt und der Tank gefüllt wird, in ein stabiles, schnelles Boot für Wochenendtörns verwandelt. Ihr Carbon-Rigg und die ausgewogenen Doppelruder machen das Einhandsegeln realistisch, während die verschiebbare Pantry und der erhöhte Salon längere Aufenthalte an Bord komfortabel gestalten. Der Klinkersteg-Stil mag nicht jedem Geschmack entsprechen, aber die Technik dahinter ist durchdacht.
Vorteile
- Das Steckschwert und der Wasserballast sorgen für fast 140 Grad AVS bei einem Tiefgang von nur 30 cm am Strand
- Carbon-Spargen und das Klapp-Rigg ermöglichen ein echtes Einhand-Zuwasserlassen und Aufriggen
- Der erhöhte Salon mit Panoramafenstern bietet Stehhöhe und Schlafplätze für vier Personen
- Zwillingsruder bleiben bis zu extremem Krängungswinkel gut aufrecht und leichtgängig
Nachteile
- Die Beplankung im Lappendekor oder Sperrholzstil ist bewusst retro und nicht jedermanns Sache
- Der Wasserballast muss für den Transport entleert werden, was die Installation einer Pumpe oder eines manuellen Entlüfters erfordert



