Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus GFK gefertigt, fest laminiert statt als Sandwichkonstruktion ausgeführt, und der Kiel ist ein langer, mit Blei gefüllter Flossenkiel, gebaut von der dänischen Werft Orø bådværft. Mit einer Breite von 2,35 Metern (7,71 Fuß) bei einer Länge über alles von 8,10 Metern (26,64 Fuß) liegt das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) mit 3,36 nach modernen Maßstäben im schmalen Bereich. Die Verdrängung von 2.800 kg (6.173 Pfund) auf einer Wasserlinienlänge von 6,60 Metern (21,65 Fuß) ordnet das Boot fest in die Kategorie der sogenannten „schweren Fahrtenyachten“ ein, was sich auch im Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 291 widerspiegelt. Der Bleiballast von 1.200 kg (2.646 Pfund) macht 40 Prozent dieser Verdrängung aus – ein Wert, der das Kenterungsverhältnis von 1,69 und das Komfort-Ratio von 27,7 erklärt. Diese Zahlen deuten auf eine stabile, gutmütige Plattform in der Welle hin und weniger auf einen lebhaften Regattakreuzer. Die benetzte Fläche von etwa 19 m² (204 Quadratfuß) und ein Immersionsgrad von 270 kg pro Zoll (599 Pfund pro Zoll) vervollständigen das Bild eines Bootes, das für seine Größe tief im Wasser liegt und nur langsam auf Laständerungen reagiert. (1)
Rigg und Handhabung
Die Bandholm 26 ist als Masttoppslup getakelt, eine unkomplizierte und langlebige Aufteilung für ein Boot dieser Länge. Die stehenden und laufenden Gewichte entsprechen den damaligen Normen: Die Schoten von Fock und Genua haben einen Durchmesser von 26,7 Fuß und 3/8 Zoll, die Großschot misst 66,8 Fuß im selben Durchmesser und die Spinnakerschoten sind 58,8 Fuß lang. Diese Längen sind großzügig für ein 26-Fuß-Boot und zeugen von einem Rigg, das für kontrollierte, manuelle Bedienung ausgelegt ist. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei etwa 6,2 Knoten, und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 12,22, gepaart mit einem relativen Geschwindigkeitsleistungsindex von 10, stuft das Boot nach Regatta-Maßstäben als untertakelt ein, was jedoch völlig ausreicht für entspanntes Fahrtensegeln. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 4,43 bis 4,73 Fuß – flach genug, um problemlos in kleine Marinas zu hafen.
Unterbringung
Unter Deck ist die Bandholm 26 mit vier Kojen, einer Pantry und einer Toilette ausgestattet. Das ist ein kompakter, aber vollständiger Aufteilungsplan für ein Boot dieser Länge, und die Anzahl der Kojen bestätigt den Entwurf als kleines Familien- oder Paarboot für Küstentörns und nicht als Daysailer mit einer Wiege unter Deck. In den Unterlagen sind keine aufwendigen Details des Interieurs überliefert, aber die angegebenen Ausstattungen sind genau die, die für Übernachtungen wichtig sind.
Refits und Eignerschaft
Das Boot kann mit einem Innenborder ausgestattet sein, obwohl nicht jedes Exemplar so ausgerüstet die Werft verließ. Da die Produktion über die dänische Werft Orø bådværft und mindestens einen weiteren Bootsbauer verteilt war, sollten Eigner Unterschiede im mechanischen Ausbau zwischen den einzelnen Rümpfen erwarten. Der massive GFK-Rumpf und der lange Bleikiel sind von Natur aus wartungsarme Konstruktionen, und aufgrund der kleinen Flottengröße sollte jede Refit-Geschichte am besten Rumpf für Rumpf bestätigt werden, anstatt sie von einer Klassennorm abzuleiten.
Das Fazit
Die Bandholm 26 ist eine kleine, robust gebaute dänische Fahrtenyacht, die Eleganz gegen Stabilität eintauscht. Ihre geringe Breite, der tief liegende Langkiel mit Bleiballast und das konservative Masttopprigg machen sie zu einem berechenbaren und vertrauenerweckenden Boot für Küstenfahrten, während das Innenraum-Layout mit vier Kojen echte Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Die geringe Stückzahl bedeutet, dass Exemplare rar sind und die individuellen Historien variieren, aber der grundlegende Entwurf ist durchdacht und ehrlich.
Vorteile
- Der lange Bleikiel und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 Prozent sorgen für ein stabiles, seegütiges Verhalten
- Solider GFK-Rumpf ohne weiches Kernmaterial, das altern kann
- Vollständige Ausstattung für vier Personen in einem 26-Fuß-Rumpf
- Geringer Tiefgang ermöglicht den Zutritt zu kleineren Marinas
Nachteile
- Die schwere Verdrängung und das geringe Segelfläche-Verhältnis begrenzen die Leistung bei leichtem Wind
- Weniger als 200 Einheiten gebaut, daher sind Ersatzteile und Klassenwissen rar
- Der Einbaumaschineinbau ist nicht bei allen Booten serienmäßig






