Bacchant IV — Informationen, Bewertung, technische Daten

Knud Reimers·1964 – 1986·~80 hulls·Västerås Hardplast
Bacchant IV drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · langkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
35.7' · 10.88 m
Verdr.
12.346 lbs · 5.600 kg
Erstes Baujahr
1964

Die Bacchant IV ist eine knapp 35 Fuß lange HochseeFahrtenyacht von Knud Reimers, die ab 1964 in Schweden gebaut wurde. Es handelt sich um eine LangkielGFKYacht, die eher wie ein Klassiker ihres Typs denn als Modetrend erscheint. Etwa 100 Exemplare wurden dort gebaut, und der Entwurf hat sich in Kreisen von Liebhabern klassischer Yachten stillschweigend einen Ruf als seetüchtiges, gutmütiges Schiff mit traditionellen Wurzeln und einem tiefen, mediterran anmutenden Rigg erworben.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
35,7 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
26,08 ft
Breite
9 ft
Tiefgang
4,89 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Langkiel
Ruder
1× Befestigt
Ballast
5.181 lbs
Verdrängung
12.346 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
506 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,15
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
41,97
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
310,71
Komfort-Ratio
35,28
Kenterungsverhältnis
1,56
Rumpfgeschwindigkeit
6,84 kn

Design und Konstruktion

Die Hand von Reimers ist einem Rumpf anzumerken, den Västerås Fiberplast im massiven GFK-Laminat baute, mit einem langen Bleikiel darunter – obwohl die Werft das Modell auch als Bausatz für den Selbstzusammenbau anbot, kann sich die Verarbeitungsqualität zwischen den einzelnen Booten unterscheiden. Der langkielige GFK-Rumpf war die perfekte Lösung, da alle Systeme tief untergebracht werden konnten und das Boot auf See äußerst stabil läuft. Ein hölzerner Fußreling ersetzt die gelochte Aluminiumleiste, die bei späteren Serienbooten üblich war, was dem Überwasserschiff ein aerodynamisches Aussehen verleiht, das Kritiker der damaligen Zeit nach Jahrzehnten unästhetischer Alternativen zu schätzen wussten. Der Kiel selbst gab es in mindestens zwei Varianten mit langem Bleikiel und leicht unterschiedlichen Tiefgangen, sodass das Boot problemlos in den meisten Marinas auf Grund laufen konnte. (1)

Rigg und Handhabung

Der Mast ist an Deck gesteppt und trägt ein Masttopprigg, das aus mediterraner Sicht tief und lang auf dem Rumpf liegt; die Folge ist ein Boot, das eine frische Brise braucht. In einem Artikel für Classic Sailor stellte der Rezensent fest, dass sie sich wie ein Boot einer Metrik-Klasse verhält, in der Lage ist, einen extremen Krängungswinkel zu tragen, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, viel Wind verträgt und dennoch neutral auf dem Ruder liegt. Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt je nach Quelle bei etwa 44 bis 46 Prozent, und mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis im Bereich der ultraschweren Fahrtenyachten ist sie schlank und tief stabil, aber eher nicht sportlich. Eine Bewertung in einer Datenbank platziert ihren Komfortwert bei über 98 Prozent aller vergleichbaren Konstruktionen, und ihr Kenterungsverhältnis von fast 1,5 unterstreicht den hochseetauglichen Charakter. (1)

Unterbringung

Unter Deck ist der Innenraum im perfekten Stil von Booten dieser Länge hochwertig ausgebaut. Die Pantry an Steuerbord verfügt über zwei Herdplatten und eine Spüle, die mittschiffs unter dem Niedergang platziert ist. Im Vorschiff befinden sich symmetrische Sofakojen – bei einigen Versionen schwenkbar, um den Salon zu öffnen – auf beiden Seiten einer durchgehenden Nasszelle mit WC an Backbord und Waschbecken an Steuerbord. Der Vorsteven beherbergt eine lange und komfortable V-Koje, und die Stauraummöglichkeiten sind im gesamten Bereich großzügig bemessen. Nichts an diesem Entwurf ist revolutionär, aber er ist für längere Törns durchdacht und praktisch. (1)

Bekannte Schwachstellen

Die einzige dokumentierte Schwachstelle bei der Bauweise ist, dass Boote, die als Bausatz für den Selbstbau verkauft wurden, von Exemplar zu Exemplar eine ungleichmäßige Verarbeitungsqualität aufweisen können. (2)

Das Fazit

Die Bacchant IV ist eine von Reimers entworfene Langkiel-Fahrtenyacht, die geduldiges Segeln belohnt: Sie verträgt viel Krängung, bleibt aufrecht und trägt ihre Systeme tief in einem soliden GFK-Rumpf. Das hölzerne Fußreling und das traditionelle Layout werden Liebhaber klassischer Yachten ansprechen, während die Selbstbaulösung bedeutet, dass ein sorgfältiges Gutachten unerlässlich ist.

Vorteile

  • Blei-Rumpf mit Langkiel für ein ruhiges, stabiles Seeverhalten und ein neutrales Rudergefühl bei Krängung
  • Traditionelle Aufteilung mit Durchgangsbordtoilette und reichlich Stauraum
  • Holz-Fußreling und klassisches Profil einer Hochseeyacht

Nachteile

  • Einige Boote wurden im Eigenbau fertiggestellt, sodass sich die Bauqualität von Modell zu Modell unterscheiden kann
  • Das niedrige Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Leistung bei leichtem Wind

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