Design und Konstruktion
Die Hand von Reimers ist einem Rumpf anzumerken, den Västerås Fiberplast im massiven GFK-Laminat baute, mit einem langen Bleikiel darunter – obwohl die Werft das Modell auch als Bausatz für den Selbstzusammenbau anbot, kann sich die Verarbeitungsqualität zwischen den einzelnen Booten unterscheiden. Der langkielige GFK-Rumpf war die perfekte Lösung, da alle Systeme tief untergebracht werden konnten und das Boot auf See äußerst stabil läuft. Ein hölzerner Fußreling ersetzt die gelochte Aluminiumleiste, die bei späteren Serienbooten üblich war, was dem Überwasserschiff ein aerodynamisches Aussehen verleiht, das Kritiker der damaligen Zeit nach Jahrzehnten unästhetischer Alternativen zu schätzen wussten. Der Kiel selbst gab es in mindestens zwei Varianten mit langem Bleikiel und leicht unterschiedlichen Tiefgangen, sodass das Boot problemlos in den meisten Marinas auf Grund laufen konnte. (1)
Rigg und Handhabung
Der Mast ist an Deck gesteppt und trägt ein Masttopprigg, das aus mediterraner Sicht tief und lang auf dem Rumpf liegt; die Folge ist ein Boot, das eine frische Brise braucht. In einem Artikel für Classic Sailor stellte der Rezensent fest, dass sie sich wie ein Boot einer Metrik-Klasse verhält, in der Lage ist, einen extremen Krängungswinkel zu tragen, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, viel Wind verträgt und dennoch neutral auf dem Ruder liegt. Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt je nach Quelle bei etwa 44 bis 46 Prozent, und mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis im Bereich der ultraschweren Fahrtenyachten ist sie schlank und tief stabil, aber eher nicht sportlich. Eine Bewertung in einer Datenbank platziert ihren Komfortwert bei über 98 Prozent aller vergleichbaren Konstruktionen, und ihr Kenterungsverhältnis von fast 1,5 unterstreicht den hochseetauglichen Charakter. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum im perfekten Stil von Booten dieser Länge hochwertig ausgebaut. Die Pantry an Steuerbord verfügt über zwei Herdplatten und eine Spüle, die mittschiffs unter dem Niedergang platziert ist. Im Vorschiff befinden sich symmetrische Sofakojen – bei einigen Versionen schwenkbar, um den Salon zu öffnen – auf beiden Seiten einer durchgehenden Nasszelle mit WC an Backbord und Waschbecken an Steuerbord. Der Vorsteven beherbergt eine lange und komfortable V-Koje, und die Stauraummöglichkeiten sind im gesamten Bereich großzügig bemessen. Nichts an diesem Entwurf ist revolutionär, aber er ist für längere Törns durchdacht und praktisch. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die einzige dokumentierte Schwachstelle bei der Bauweise ist, dass Boote, die als Bausatz für den Selbstbau verkauft wurden, von Exemplar zu Exemplar eine ungleichmäßige Verarbeitungsqualität aufweisen können. (2)
Das Fazit
Die Bacchant IV ist eine von Reimers entworfene Langkiel-Fahrtenyacht, die geduldiges Segeln belohnt: Sie verträgt viel Krängung, bleibt aufrecht und trägt ihre Systeme tief in einem soliden GFK-Rumpf. Das hölzerne Fußreling und das traditionelle Layout werden Liebhaber klassischer Yachten ansprechen, während die Selbstbaulösung bedeutet, dass ein sorgfältiges Gutachten unerlässlich ist.
Vorteile
- Blei-Rumpf mit Langkiel für ein ruhiges, stabiles Seeverhalten und ein neutrales Rudergefühl bei Krängung
- Traditionelle Aufteilung mit Durchgangsbordtoilette und reichlich Stauraum
- Holz-Fußreling und klassisches Profil einer Hochseeyacht
Nachteile
- Einige Boote wurden im Eigenbau fertiggestellt, sodass sich die Bauqualität von Modell zu Modell unterscheiden kann
- Das niedrige Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Leistung bei leichtem Wind








