Design und Konstruktion
Linges Rumpf ist aus massivem GFK mit einem eisernen Flossenkiel gefertigt, der je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 1,60 bis 1,70 Metern aufweist. Bei einer Verdrängung von 3.180 kg (7.000 Pfund) und 1.180 kg (2.600 Pfund) Eisenballast liegt das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) bei 33 %, womit sie in diesem Maßstab nur noch hinter 14 % ähnlicher Konstruktionen liegt. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,03 sorgt für einen breiten Rumpf, den yachtdatabase.com unter Deck als geräumiger bewertet als bei 62 % vergleichbarer Segelboote. Ein Kenterungsverhältnis von 2,01 würde ihr den Zutritt zu organisierten Hochseeregatten verwehren – ein deutliches Indiz dafür, dass ihr Stabilitätsbereich eher für Küsten- und Binnengewässer als für Blauwasserpassagen ausgelegt wurde. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot wurde mit mehr als einer Takelung angeboten, jeweils als Masttopptakelung. Das Standard-Masttopprigg verfügt über eine Großschot, eine Fock-/Genuaschot und eine Spinnakerschot, die jeweils bei 28,6 Metern Länge und einem Durchmesser von 10 mm geführt werden, während das alternative Masttopprigg diese Schoten auf 25,6 Meter bei gleichem Durchmesser verkürzt. Die Schotlängen sind bei beiden Varianten identisch: Die Fock- und Genuaschoten sind 9,5 Meter lang bei 12 mm Durchmesser, die Großschot 23,8 Meter bei 12 mm und die Spinnakerschot 20,9 Meter bei 12 mm. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,5 beim ISO-Referenzsegel und 18,6 mit einer 135%-Genua trägt die Willing 31 mehr Rigg als 86 % ähnlicher Segelboote – ein deutlich übertakeltes Boot, das laut yachtdatabase.com infolgedessen bei leichtem Wind schneller ist als 38 % seiner Altersgenossen. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,7 Knoten, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 241 klassifiziert sie unter den „moderaten Regattayachten“, wobei 58 % ähnlicher Konstruktionen schwerer sind als sie. (1)
Motorleistung und Segeleigenschaften unter Maschine
Es wurden zwei Alternativen als Einbaudiesel installiert: ein Volvo Penta MD7A oder ein MD7, jeweils mit 13 PS. Die berechnete Höchstgeschwindigkeit unter beiden Motoren liegt bei etwa 4,6 Knoten – weit unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit unter Segeln, aber ausreichend für Hafenmanöver und kurze Törns. Die benetzte Fläche von rund 290 Quadratfuß und das Verdrängungsverhältnis von 903 Pfund pro Zoll beschreiben einen Rumpf, der sich berechenbar auf die Beladung reagiert und für seine Größe nicht ungewöhnlich rank ist.
Unterbringung
Unter Deck bietet die Willing 31 Platz für sechs Personen in einem Teak-Innenraum mit Pantry und einer Nasszelle, wobei sie 27 US-Gallonen Frischwasser fasst. Der Teak-Ausbau ist für diese Zeit Standard. Die Anzahl der sechs Kojen und die breiten Rumpfproportionen machen sie zu einer soliden Fahrtenyacht für Wochenendtörns oder Küstenfahrten mit der Familie, auch wenn das Kenterungsverhältnis dagegen spricht, sich mit voller Besatzung weit auf See zu wagen.
Bekannte Schwachstellen
Die Willing 31 zeigt bei der Besichtigung keine strukturellen Mängel, Osmoseblasen, Riggprobleme oder motorbezogene Fehler. Die einzige messbare Einschränkung ist ihr Kenterungsverhältnis von 2,01 – eine Konstruktionslimitierung und kein Wartungspunkt, den ein zukünftiger Eigner jedoch im Hinblick auf den geplanten Einsatz abwägen sollte.
Das Fazit
Die Willing 31 ist ein Produkt ihrer Zeit: Eine norwegische Fahrtenyacht für die Küste mit einem breiten, mit Teakholz ausgestatteten Innenraum, einer ungewöhnlich großzügigen Takelung für ihre Größe und einem moderaten Ballast. Dank dieser Übertakelung segelt sie bei leichtem Wind mühelos, aber ihre Stabilitätswerte kennzeichnen sie als Boot für küstennahe Reviere und nicht als Hochseeyacht für Weltumsegelungen. Für Käufer, die Raum und gute Leichtwindleistung ohne Regattaambitionen suchen, ist sie ein vernünftiges Angebot auf dem Gebrauchtbootmarkt.
Vorteile
- Breiter Rumpf mit sechs Kojen und Teak-Innenausbau für maximalen Komfort an der Küste
- Sehr gut überriggt für hervorragende Leichtwindleistung
- Zwei dokumentierte Optionen mit Volvo Penta-Diesel mit jeweils 13 PS
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,01 schließt sie vom Hochseeregattasegeln aus
- Der Ballastanteil liegt unter dem von 86 % ähnlicher Konstruktionen
- Die Komfort-Ratio liegt nur über der von 38 % vergleichbarer Boote







