Design und Konstruktion
Lupolis Zeichenbrett lieferte einen Rumpf mit scharfen Linien, einem vertikalen Vorsteven und einem spitz zulaufenden Vorschiff, was auf eine sportliche Abstammung hinweist. Dennoch wird der Charakter des Bootes von seinen hohen Bordwänden und dem breiten Heck dominiert. Dieses hohe Freibord und die breiten Proportionen verleihen der Viko 21 ein enormes Innenraumvolumen für ihre Länge, erhöhen jedoch auch den Schwerpunkt und den Windwiderstand, wie es die damaligen Prüfer deutlich feststellten. Die Bodenbretterverkleidung der Kabine ist Teil des Bootes und einlaminiert, sodass die Außenhaut des Rumpfes im Hauptsalon nicht erreicht werden kann; der Zugang zu dieser Haut erfolgt nur über den optionalen Nassraum und unter der vorderen V-Koje. Die Konstruktion besteht aus massivem GFK mit Eisenballast, und die Werft beschrieb das Boot als konzipiert mit Qualität und Leistung im Kern und gebaut für anspruchsvolle Bedingungen.
Rigg und Handhabung
Die Viko 21 ist mit einem 7/8-Rigg auf einem relativ schmalen Mastquerschnitt ausgestattet, verfügt über ein verstellbares Achterstag und eine Masthöhe von 8,50 m bei einer Segelfläche von 23 m². In der Zeitschrift Practical Boat Owner stellten Tester fest, dass die lange Wasserlinie und das geringe Gewicht zu einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) unter 100 und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 24,2 führten – Werte, die das lebendige, leicht zu handhabende Gefühl erklären, das die Werft betont. Der serienmäßige Schwenkkiel ist nach Meinung der Tester nicht besonders leistungsstark, und das flache Stahl-Schwert ist hydrodynamisch unterlegen gegenüber den profilierten Varianten mit Bulbkiel. Das Rigg muss ständig getrimmt werden. Ein wichtiger Punkt bei der Handhabung ist das Ruder: Die Tester berichteten von zu viel Spiel im Ruderblatt sowie Bewegungsmöglichkeiten zwischen dem Ruderschaft und den Klappbeschlägen für Pinne, Ruderblatt und Spiegel. Die Wahl des Kiels verändert das Boot grundlegend – die Version mit Hub-Bulbkiel läuft besser Höhe und segelt flacher; dank ihres 450 kg schweren Schwerts behält sie zudem mehr Fahrt, um am Wind durch Kabbelwasser zu drücken. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Viko 21 einen Raum, den eine 21-Fuß-Segelyacht nur selten erreicht. Die große Doppelkoje achtern ist das Herzstück des Angebots: Sie ist quer unter dem Cockpitboden eingebaut und bietet Platz für zwei Personen mit einer Körpergröße von 1,90 m für den Achterkoch und großzügigen 1,98 m für den Vorsteher. Vor diesem Bereich könnte eine Salonsofakoje ein oder zwei Kinder beherbergen, und eine V-Koje im Vorschiff bietet über 1,80 m Länge für zwei Schlafende, was insgesamt vier Kojen ergibt. Die Stehhöhe erreicht im Salon eine maximale Höhe von 1,65 m. Der Decksaufbau ist mit einer abwischbaren, glänzenden GFK-Oberfläche versehen, überall sind Sperrholzmöbel verbaut, und ein kleiner Tisch lässt sich um den Kielschacht herum ausklappen. Das Cockpit selbst ist geräumig, eine optionale Nasszelle wird angeboten, und sowohl die Pantry als auch die Innenraumfarben und Ballastoptionen können individuell angepasst werden. (1)
Bekannte Schwachstellen
Zwei mechanische Schwachstellen zeigten sich bei damaligen Tests und verdienen die Aufmerksamkeit eines Käufers. Das Schwert klapperte in seiner Halterung selbst beim Segeln am Wind – ein Symptom für Spiel im Hubkiel-System der Standardkonfiguration. Noch gravierender war das Spiel im Rudersystem zwischen dem Ruderschaft und allen daran befestigten Teilen – der aufholbaren Pinne, dem Ruderblatt und den Spiegelhalterungen –, was zu einer unpräzisen, weichen Ruderwirkung führte. Auch das stehende Gut erforderte ständige Trimmarbeit, um den Mast optimal gespannt zu halten. Dies sind keine kosmetischen Mängel; sie beeinflussen direkt, wie das Boot steuert und gesichert ist.
Refits und Eignung
Eigner können die Viko 21 mit Schwenk-, Hub- oder Festkiel bestellen. Der Hub-Bulbkiel bietet mit 450 kg einen Ballastanteil von 41 % im Vergleich zu 32 % für das Schwert; der größte Teil dieses Ballasts ist im Standardboot im Rumpf integriert. Das Schwert selbst macht nur 40 % des Ballasts aus, der Rest befindet sich im Innenraum. Es lässt sich flach einziehen, sodass das Boot trockenfallen kann, und klappert bei einer Kollision wieder hoch. Eine am Spiegel montierte Maststütze aus Edelstahl und eine Mastbeschlag-Kippvorrichtung (Masttabernakel) um einen Bolzen hinter dem Mastkragen machen das Trailern einfach. Ein festes A-Rahmen-System ist optional für ambitionierte Trailersegler. Eine Hub-Mausfall-Motorhalterung befindet sich an Backbord des breiten Hecks, wobei ein Außenborder mit 4–6 PS empfohlen wird.
Das Fazit
Die Viko 21 ist ein cleveres, volumenoptimiertes Trailerboot, das einen 21-Fuß-Rumpf mit anpassbaren Layouts und Kieloptionen zu einem echten Boot mit vier Kojen für Wochenendtörns macht. Sie ist agil, sicher und leicht zu handhaben, doch der serienmäßige Schwenkkiel und die lose Ruderanlage zeigen ein Boot, das eher auf Familien-Fahrtensegeln und Binnensegeln als auf präzise Leistung getrimmt ist.
Vorteile
- Außergewöhnliches Volumen unter Deck und eine echte Querkoje als Achterkabine für diese Bootslänge
- Drei Kieloptionen, darunter ein trockenfallendes Schwert und ein steiferer Hubbulbkiel
- Leicht, trailerbar und schnell aufzutakeln dank Mastbeschlag mit Maststütze und optionaler A-Frame
Nachteile
- Der serienmäßige Schwenkkiel ist nicht leistungsorientiert und klappert am Wind in seiner Kielkiste
- Das Rudergerät zeigt Spiel über Stock, Pinne, Blatt und Halterungen
- Die Takelage muss ständig getrimmt werden, um effektiv zu bleiben





