Design und Konzept
Montgomerys Vorgabe für das Design war für diese Größe ungewöhnlich: Er wollte, dass das Boot etwa 10 Grad krängt und sich dann steif verhält – eine Belohnung für Segler, die das Boot bei einer Krängung von 10 Grad aufrecht segeln lassen. Diese Philosophie zeigt sich in den Zahlen – 400 Pfund Blei befinden sich im Kiel und weitere 120 im Schwert, was eine bemerkenswerte Ballastkonzentration für einen 1.300-Pfund-Rumpf darstellt. Testsegler fanden das Konzept ehrlich: Wenn sie mit vollem Gewicht auf die Kante stiegen, sank das Boot nur leicht, was die Aussage des Konstrukteurs bestätigte, dass dieses kleine Boot eher stabil als kippelig wirken sollte. Das klappbare Schwert und das aufholbare Ruder erweitern die Nutzbarkeit in flachen Buchten und auf steinigen Rampen, ohne den Tiefgang von 3 Fuß 6 Zoll zu beeinträchtigen, wenn das Schwert unten ist. (1)
Konstruktion
Die Struktur ist alles andere als naiv. Der Rumpf besteht aus einem Vinylester-Laminat mit Balsaholzkern und umlaufenden Laminatbänken für zusätzliche Steifigkeit, während das Deck ein leichtes Carbon-Faser-Panel mit Balsaholzkern ist, das so stabil ist, dass der Mast keinen Stützpfeiler benötigt. Ein Carbon-Außenborder erleichtert das Heck weiter, was dem Boot trotz des Bleis im Kiel das Trailern und Slippen erleichtert. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Rigg ist mit einer Arbeitsfock und einem Großsegel mit loser Fußsohle ausgestattet, wobei die Fockschot innerhalb der Seereling gefahren wird, um das Aufkreuzen zu erleichtern. Ein standardmäßiger Achterstagspanner und ein Traveller zeigen deutlich, dass das Boot für anspruchsvolles Segeln konzipiert ist und nicht nur für gemütliche Tagestouren taugt. Wer auf raumen Kursen mehr Leistung möchte, kann optional eine Genuaschiene einbauen, um ein größeres Vorsegel zu fahren. Mit 14,3 Quadratmetern Segelfläche aus Großsegel und Fock reicht das Rigg völlig aus, um den leichten Rumpf agil zu bewegen und das Boot einhand leicht zu beherrschen. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die V-Koje eine volle Länge von 80 Zoll zum Entspannen – eine echte Liegefläche, die viele größere Wochenendboote in den Schatten stellt. Sitzplätze direkt unter dem Niedergang ermöglichen es auch Personen mit einer Größe von 1,80 m, sich bequem an Backbord und Steuerbord hinzusetzen. Die Nasszelle ist unter dem hinteren Teil der V-Koje untergebracht, um die Fläche kompakt zu halten. Die Lukendeckel können von innen verriegelt werden – ein durchdachtes Detail, um die Sachen bei Seegang trocken zu halten. Ein Teil des optionalen Auftriebspakets kann im vorderen Bereich der V-Koje verstaut werden, was für ein so kleines Boot eine sinnvolle Lösung ist.
Ausrüstung und Optionen
Über das Auftriebspaket hinaus macht die optionale Tiller Clutch es zum Kinderspiel, die Ruderpinne zu blockieren – eine kleine, aber wertvolle Hilfe beim Trimmen des Segels oder beim Arbeiten an einer Leine im Einhandbetrieb. Die kohlenstoffreiche Konstruktion und die clevere Ballastverteilung bedeuten, dass die meisten Eigner kaum etwas weiter benötigen, um das Boot so zu genießen, wie es konzipiert wurde.
Das Fazit
Die Sage 17 ist ein ernstzunehmendes kleines Boot, das weit über seine Länge hinausragt. Montgomerys Philosophie des Versteifens, gestützt auf konzentrierten Bleiballast und eine kohlefaserverstärkte Struktur, ergibt eine Taschen-Fahrtenyacht, die sich wie eine größere Yacht verhält und dennoch hinter einem kleinen Auto im Tiefgang zurückbleibt. Sie eignet sich am besten für Segler, die echtes Segeln statt des Motoren auf dem See suchen.
Vorteile
- Krängt bis zu 10 Grad und versteift sich dann nach Konstruktionsziel, wobei sich das Dollbord bei vollem Gewicht nur leicht absenkt
- 520 Pfund kombinierter Bleiballast in Kiel und Schwert für einen 1.300-Pfund-Rumpf
- Das Balsa-Sandwich-Deck aus Kohlefaser benötigt keinen Maststützpfeiler
- 80-Zoll-V-Koje und Sitzgelegenheit mit einer Größe von sechs Fuß unter dem Niedergang
- Schwenkbares Schwert und aufholbares Ruder für flaches Wasser
Nachteile
- Die Arbeit mit der Fockschot innerhalb der Seereling begrenzt die Segelfläche des Vorsegels auf raumen Kursen ohne die Option einer Genuaschiene
- Die geringe absolute Größe schränkt die Wohnkapazität und den Zuladungsumfang trotz des cleveren Layouts ein






