Design und Konstruktion
Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK, und der Kiel ist aus Eisen statt aus Blei – ein Detail, das sie fest in die pragmatische Tradition der Serien-Fahrtenyachten statt in die Welt der hochpreisigen Custom-Bauten einordnet. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis von 2,86 und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis, das höher liegt als bei der Hälfte aller vergleichbaren Entwürfe, verleihen ihr ein stabiles, sicheres Gefühl. Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 291 ordnet sie zu den „schweren Fahrtenyachten“ ihrer Größenklasse ein. Diese Masse gepaart mit einem Kenterungsverhältnis von 2,00 hätte sie allein schon nach den Regeln für Hochseeregatten qualifiziert, und der Name Puma brachte bereits von früheren Modellen her einen guten Ruf im Regattasegeln mit sich. Das Komfort-Ratio von 21,5 bis 21,9 platziert sie hinsichtlich der Segeleigenschaften über zwei Drittel ähnlicher Konstruktionen, und Eigner berichten, dass sie in vier Meter hohen Wellen sehr sicher und leicht zu handhaben ist. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist als Masttoppslup getakelt und trägt ein Großsegel sowie eine Fock mit zusammen etwa 29,7 Quadratmetern Segelfläche. Eine 135-prozentige Genua erhöht das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,2 auf 18,5. Das macht sie etwas übertakelt – mehr Rigg als bei 58 Prozent ähnlicher Boote –, dennoch sorgt das SA/D-Verhältnis dafür, dass sie bei leichtem Wind schneller ist als nur 38 Prozent ihrer Altersgenossen. Sie ist also keine Fliegengewicht-Legende. In Verkaufsvergleichen wird darauf hingewiesen, dass sie sich bei 8 bis 16 Knoten Wind sehr gut segeln lässt und einhand zu handhaben ist, was zu ihrem Image als erstes Fahrtenboot passt. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,2 Knoten, und ein Tiefgang von rund 673 Pfund pro Zoll sorgt dafür, dass das Boot bei Beladung für einen Familienurlaub stabil auf dem Wasser liegt. (2)
Unterbringung
Im Innenraum bietet die PUMA 26 eine Stehhöhe von 1,70 m – bescheiden, aber für diese Länge angemessen – und genügend Platz für eine Familie auf kurzen Törns. Ihr L/B-Verhältnis macht sie geräumiger als die meisten vergleichbaren Konstruktionen, sodass sich die Kabine weniger eng anfühlt, als es die LOA vermuten lässt. Dieselbe Bewertungsformulierung, die ihre Handhabung lobt, beschreibt sie auch als passablen Daysailer. Die Kombination aus Platz, Stehhöhe und einem geschützten Cockpit-Routine sorgt dafür, dass das Etikett „erste Fahrtenyacht“ glaubwürdig und nicht nur Marketing-Sprech ist.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt konzentriert sich auf ein einfaches, robustes Paket: Ein einzelner Diesel, ein Masttopp-Rigg mit Standard 8-mm-Fallen und 10-mm-Schoten sowie ein Boot moderater Größe mit unkomplizierten Systemen. Da sie für Fahrtensegeln und Tagestouren auf See konzipiert wurde, liegen die Schwerpunkte bei einem Refit eher im kosmetischen Bereich und der Aktualität der Systeme als bei strukturellen Maßnahmen. Ein Käufer sollte die Wartungsnachweise des Motors stärker gewichten als die optische Erscheinung, angesichts des von Eignern berichteten, stets laufenden Originalmotors. (2)
Das Fazit
Die PUMA 26 ist eine stabile, geräumige kleine Fahrtenyacht mit einem renommierten Design und einer gut handhabbaren Einhandtauglichkeit. Sie ist kein Leichtwind-Sprinter, aber sie ist sicher, komfortabel für ihre Größe und bestens geeignet für Erstbesitzer, die von Jollen oder Daysailern aufsteigen.
Vorteile
- Gutmütige Verdrängung einer schweren Fahrtenyacht mit hohem Ballastanteil für diese Größe
- Geräumiger Innenraum im Vergleich zu Konkurrenzmodellen; ausreichende Stehhöhe für kurze Törns
- Einhand leicht zu handhaben; berichtetes sicheres Verhalten in 4-Meter-See
- Regatta-orientierter Design-Historie (Kim Holman, Holman & Pye, Puma)
Nachteile
- Leicht überriggt, was nur zu moderaten Leichtwindgeschwindigkeiten im Mittelfeld führt
- Eisenkiel anstelle von Blei; der laufende Originaldiesel erfordert regelmäßige Wartungsnachweise
- Eingeschränkte Stehhöhe begrenzt den Komfort beim Wohnen an Bord








