Design und Konstruktion
Der Rumpf der Flicka ist im Profil traditionell geprägt mit weichen Kimmformen, einem Langkiel, eleganten Linienführungen, die durch eine Kimmdekorleiste und Rankenmuster betont werden, sowie einem Bugspriet über einem erhöhten Vorsteven. Der Rumpf selbst besteht aus massivem GFK-Laminat mit einer Dicke, die für die meisten 30-Fuß-Boote mit moderater Verdrängung ausreicht. Das Deck nutzt hingegen einen Sperrholzkern statt des in Serienbooten üblichen Balsakerns. Ein formgepresster Innenschale (Rumpfliner) ist im Inneren laminiert, und ein GFK/Holz-Kompositträger verläuft unter dem Kajütdach, um die Mastlasten über die Kajütschotten auf die Bodenwrangen zu übertragen, die nur mit dem Liner, nicht jedoch direkt mit dem Rumpf verbunden sind. Die Werft verteidigte diese Konstruktion damit, dass sie eine Last von über 8.000 Pfund tragen kann – mehr als die Verdrängung des Bootes. Externe Püttinge eliminieren eine häufige Quelle für Undichtigkeiten durch das Deck, obwohl sie die Platten anfällig für Beschädigungen machen. Alle Borddurchlässe sind außerdem mit Seeventilen ausgestattet. (1)
Rigg und Handhabung
Die Flicka wird entweder als Standard-Masttoppslup mit Marconi-Rigg oder optional als Gaffel-Cutter geliefert, obwohl die meisten Boote vom Stapel liefen, ohne das Gaffelrigg zu wählen. Der Slup verfügt über eine Segelfläche von 249 Quadratfuß – ein Großsegel von 125 Quadratfuß und eine Arbeitsfock von 124 Quadratfuß, ergänzt durch eine 150 % große Genua von 186 Quadratfuß – auf einem Vorsegeldreieck von 23 Fuß 6 Zoll. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 447 und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,0 ist sie ein schweres Boot mit moderater Segelfläche. Bei Flaute hat sie einfach zu viel Gewicht und benetzte Oberfläche, um anzuspringen. Sobald der Wind jedoch auf etwa 10 Knoten auffrischt und das Meer moderat bleibt, kommt sie gut in Fahrt; ab 10 oder 12 Knoten Wind wird sie zu einer sehr leistungsfähigen Seglerin. Anfangs ist sie rank und krängt schnell bis zu 15 Grad, fühlt sich bei Windstärken über 15 Knoten jedoch wie ein viel größerer Kutter an, als es ihre Länge vermuten lässt.
Unterbringung
Modelle vor 1983 hatten weder eine geschlossene Nasszelle noch Privatsphäre zum Schlafen. Diese Einschränkung wurde behoben, als 1983 ein neuer Decksformling angefertigt wurde, um das abgenutzte Original zu ersetzen, und am Cockpitende ein Brückendeck hinzugefügt wurde. Der Innenraum ist für ein 20-Fuß-Boot ungewöhnlich luftig, und ein gekeilter Eichenhandlauf, der 1983 zwischen dem Mastbalken und den Bodenbrettern eingebaut wurde, versteift die Struktur zusätzlich. Ein ausziehbarer Teil des Cockpitbodens bietet hervorragenden Zugang zum Motorraum für Wartungsarbeiten.
Bekannte Schwachstellen
Die vor 1983 fehlende Spritzschutzbarriere im Vorschiff und das fehlende erhöhte Cockpit-Schweller wurden von Practical Sailor als völlig unschiffsmäßig kritisiert – ein Fehler, der bei der Neuzeichnung des Decks im Jahr 1983 behoben wurde. Der eingegossene Bleiballast von 1.750 lb birgt bei einer harten Grundberührung ein höheres Risiko für strukturelle Schäden als freiliegender Ballast. Ansonsten sind die wichtigsten strukturellen Bereifungen und Seeventile intakt. (1)
Das Fazit
Die Flicka 20 ist eine echte, hochseetaugliche kleine Fahrtenyacht. Ihre schwere Verdrängung und der Langkiel machen sie im Windlauf zwar träge, sorgen aber für beruhigende Stabilität, sobald der Wind zunimmt. Ihre Bauweise ist für ihre Größe robust, und die Überarbeitungen von 1983 haben das größte Risiko von Cockpit-Überflutungen beseitigt. Sie belohnt Käufer, die bei auffrischendem Wind segeln und Seetüchtigkeit über Geschwindigkeit stellen.
Vorteile
- Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 30 % und ein Kenterungsverhältnis von 1,66 zeugen von echter Hochseetauglichkeit
- Solides GFK-Rumpflaminat, gebaut nach den Anforderungen eines 30-Fuß-Bootes
- Externe Püttinge und sitzende Seeventile reduzieren die Leckagenpotenziale
- Die abnehmbare Plichtboden-Bodenplatte bietet hervorragenden Zugang zum Motor
Nachteile
- Rank und träge bei leichtem Wind aufgrund der großen benetzten Fläche
- Boote vor 1983 fehlen Brückendeck und geschlossene Nasszelle
- Der eingegossene Ballast ist bei harten Grundberührungen anfällig






