Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus handaufgelegtem GFK gefertigt, jedoch ist allein das Deck ein Sandwich mit Balsaholzkern, um das Kabinenklima zu mildern. Dieser Kern, der für die Isolierung sorgt, ist gleichzeitig der strukturelle Achillesferse des Bootes: Da das Balsaholz im Sandwich liegt, muss jede Decksöffnung mit größter Sorgfalt abgedichtet werden, damit Wasser niemals ins Holz gelangt. Mehrere Omega 28 wurden als Bausatz zum Selbstausbau verkauft, sodass sich die Qualität der Verarbeitung und der strukturellen Durchführungen von Boot zu Boot unterscheiden kann – etwas, was bei einer Serienyacht nicht vorkommt. Der Kiel ist aus Blei, das Rigg ist 7/8-Slup und das Unterwasserschiff ist als Flossenkiel ausgeführt – ein für seine Zeit modernes, gleitorientiertes Paket anstelle eines schweren Küstenpanzers. (1)
Abmessungen und Leistungseigenschaften
Mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von 2,92 und einem Ballastanteil von fast 44 Prozent ist die Omega 28 für ihre Größe breit gebaut und gut gewichtet; die 2645 Pfund Blei bei einer Verdrängung von rund 6000 Pfund verleihen ihr ein Kenterungsverhältnis von 2,11, was sie nach den Regeln dieses Kennzeichens von offiziellen Hochseeregatten ausschließen würde. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 196 ordnet sie unter das, was Rezensenten als „moderate Regattaboote“ bezeichneten, und das Komfort-Ratio von 18,0 deutet auf ein stabiles Seeverhalten statt auf ein weiches Gleiten hin. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,6 Knoten; ein mit Yanmar YSM8G angetriebenes Exemplar wurde mit 7,3 Knoten gemessen, eine Dieselvariante mit Bukh-Diesel lag bei etwa 4,7 Knoten, wobei beide Antriebe über einen Wellenantrieb verfügen. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) liegt bei 16,4 für das ISO-Referenzsegel und bei 18,9 mit einer 135-prozentigen Genua, und der relative Geschwindigkeitsindex liegt bei 62.
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg hält den Mastkopf frei und lässt das Großsegel dominieren. Diese Konfiguration passt perfekt zu der Segelfläche von 338 Quadratfuß und dem Tiefgang von 1,58 bis 1,68 Metern (5,18 bis 5,48 Fuß), der sich nach Last verändert, sodass das Boot problemlos in die meisten Marinas gleitet. Mit einer benetzten Fläche von fast 269 Quadratfuß und einem Verdrängungsverhältnis von etwa 802 Pfund pro Zoll liegt sie für ein 28-Fuß-Boot angenehm im Wasser und reagiert berechenbar auf Trimm. Der Flossenkiel verleiht ihr das Manövrierverhalten einer modernen kleinen Fahrtenyacht statt das eines Vorfahren mit Langkiel.
Unterbringung
Unter Deck liegt die Stehhöhe nahe dem Durchschnitt der Klasse, und das Interieur ist wie bei den meisten Zeitgenossen mit Teakholz ausgestattet – eine gemütliche, aber ansonsten konventionelle Kabine eines kleinen Fahrtenyachts. Die Aufteilung ist eher für Wochenendtörns als für das Leben auf See ausgelegt, und die knapp durchschnittliche Stehhöhe bestätigt, dass das Boot für seine Länge konzipiert und nicht darüber hinaus gestreckt wurde.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige dokumentierte Schwachstelle bei der Bauweise ist das Deck mit Balsakern: Jedes durch das Deck verlaufende Beschlagteil, jeder Winschkopf oder jede Antennenhalterung, die den Sandwichkern durchdringt, muss dicht abgedichtet werden, damit keine Feuchtigkeit in den Kern eindringen kann. Wenn diese Öffnungen nicht versiegelt werden, verrottet das Balsa von innen. Da einige Rümpfe im Eigenbau fertiggestellt wurden, entsprechen die ursprünglichen Dichtungsarbeiten möglicherweise nicht den Werftstandards.
Das Fazit
Die Omega 28 ist eine durchdacht konstruierte skandinavische kleine Fahrtenyacht, deren 7/8-Rigg, Bleiballast-Flosse und das Deck mit Balsakern für ihre Zeit Mitte der siebziger Jahre fortschrittlich wirken. Die Option zur Selbstausbau und der wasseraufnahmefähige Sandwichkern des Decks sind die beiden Punkte, auf die ein Käufer achten muss; ansonsten beschreiben die Daten ein schnelles, komfortables Boot für Küstentörns.
Vorteile
- Breiter Rumpf mit 44 Prozent Bleiballast für hohe Stabilität
- Die 7/8-Slup mit Genua-Option erhöht das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis auf 18,9
- Handaufgelegter GFK-Rumpf mit Sandwichdeck für hohen Komfort in der Kabine
Nachteile
- Der Balsakern des Decks erfordert eine akribische Abdichtung durch das gesamte Deck hindurch
- Von Heimwerfern fertiggestellte Rümpfe können eine ungleichmäßige Bauqualität aufweisen
- Das Kenterungsverhältnis von 2,11 schließt den Einsatz im Hochseeregattasegeln aus







