Design und Konstruktion
Die Hand von Primrose zeigt sich in einem Rumpf, der in den Proportionen grundlegend konservativ, aber im Volumen großzügig ist. Bei einer Länge über alles von fast 43,5 Fuß, einer Wasserlinie von 35,4 Fuß und einer Breite von 13,1 Fuß liegt das L/B-Verhältnis bei 3,08 – ein Wert, der sie als moderat schmalen, seegängigen Rumpf und nicht als breiten modernen Fahrtenyacht-Anker kennzeichnet. Die Werft fertigte den Rumpf in massivem GFK. Mit 7.495 Pfund Eisenballast und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 51 Prozent trägt sie ihr Gewicht tief und zentral. Die Verdrängung von 19.841 Pfund ergibt ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 206, ein Bereich, den die Testdaten zwar unter den moderaten Regattayachten einordnen, der sich in der Praxis jedoch als solide Lastenträger für das Fahrtensegeln erwiesen hat. (1)
Rigg und Seeverhalten
Die 435 ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, und die Werte für Segelfläche und Verdrängung erzählen die Geschichte beim Segeln eindrucksvoll. Am Referenzsegel nach ISO 8666 liegt das SA/D-Verhältnis bei 17,3, steigt mit einer 135-prozentigen Genua auf 20,6, dennoch weist das Gutachten darauf hin, dass sie mehr Rigg besitzt als nur 46 Prozent ähnlicher Segelboote – was darauf hindeutet, dass das Boot im Ankertau etwas untertakelt ist. Das ist weniger ein Mangel als vielmehr ein Temperament: Mit einer theoretischen Verdrängungs-Rumpfgeschwindigkeit von 7,9 Knoten und einem Kenterungsverhältnis von 1,98 ist sie dafür gebaut, sicher und komfortabel gehandhabt zu werden, anstatt hart gesegelt zu werden. Die Komfort-Ratio von 25,8 und ein Stabilitätsgrad von etwa 1.572 Pfund pro Zoll beschreiben einen Rumpf, der plötzlichen Bewegungen widersteht und sich unter Last sanft legt. Der Flossenkiel kombiniert sich mit einem Skeg-aufgehängten Ruder, was auf ein berechenbares Kursverhalten hindeutet; der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 1,6 bis 1,7 Metern, was sie auf den meisten Hafenanschlüssen problemlos navigierbar macht. (1)
Unterbringung und Volumen
Die bekannten technischen Daten nennen eine Wasserkapazität von 158 Gallonen und eine Kraftstoffkapazität von 80 Gallonen – Zahlen, die die 435 eindeutig im Bereich der Langstrecken-Fahrtenyachten und nicht bei den Wochenend-Regattabooten positionieren. Ihre Breite von knapp über 13 Fuß und die Wasserlinienlänge von 35 Fuß ergeben ein Innenraumvolumen, das für längeres Wohnen an Bord ausgelegt ist. Die benetzte Fläche von 44 Quadratmetern unter der Wasserlinie ist eine direkte Folge der Rumpfform, die etwas Widerstand gegen den Strömungswiderstand für Stabilität und Innenraum eintauscht.
Leistungsprofil
Abgesehen vom Komfort zeichnen die Zahlen ein Boot mit moderatem, aber ausreichendem Tempo. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,9 Knoten ist eine physikalische Konsequenz ihrer Länge, und das 206er DL-Verhältnis bestätigt ein Boot, das nicht sofort ins Gleiten kommt, sondern auch im Seegang kursstabil läuft. Die Einschätzung des etwas untertakelten Riggs sollte jedoch gegenüber dem 20,6er SA/D-Verhältnis mit Genua abgewogen werden: Ein Fahrtensegler, der bei leichtem Wind eine Arbeits-Genua setzt, wird feststellen, dass das Boot sehr gut anspringt, während Segler mit reinem Standard-Rigg nach einer größeren Segelfläche verlangen könnten. Das Kenterungsverhältnis von 1,98, obwohl in der Quelle am Grenzwert für Teilnahme gekürzt, bestätigt, dass sie nach dieser Formel als hochseetauglicher Rumpf qualifiziert ist.
Das Fazit
Die North Wind 435 ist eine von Primrose entworfene, von North Wind gebaute Fahrtenyacht, die ihren Konservativismus als Stärke auslegt. Sie ist ein Flossenkiel-Rigg mit massivem GFK-Rumpf und moderater Breite, einer hohen Ballastquote und komfortorientierten Segeleigenschaften. Im Vergleich zu modernen Booten ist sie etwas untertakelt, aber sicher, berechenbar und volumenreich für ihre Länge.
Vorteile
- Hohe Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 51 Prozent mit 3.399 kg Eisenballast für hohe Stabilität auf See
- Flossenkiel mit 1,63–1,74 m Tiefgang balanciert Hafenzugang und Kursstabilität aus
- Großzügige Wasserkapazität von 598 Litern und Kraftstoffkapazität von 300 Litern für ausgedehnte Törns
- Kenterungsverhältnis von 1,98 und Komfort-Ratio von 25,8 deuten auf ein seetüchtiges, angenehmes Seeverhalten hin
Nachteile
- Im Vergleich zum Segelfläche etwas untertakelt (mehr Rigg als nur 46 % der Peer-Boote)
- Der massive GFK-Rumpf führt zu einem höheren benetzten Widerstand als bei modernen Booten mit Sandwich-Kielen






