Design und Konstruktion
Der Entwurf von Joubert-Nivelt aus dem Jahr 1982 verlieh der 84 ein Masttoppslup-Rigg über einem Flossenkiel mit Skeg-aufgehängtem Ruder. Die Werft bot zudem die Wahl zwischen drei verschiedenen Kielen für unterschiedliche Reviere an. Der Rumpf selbst war aus massivem GFK mit einem festen GFK-Deck gebaut. Der 2.050 Pfund schwere Eisenballast sorgte für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 33 Prozent – genug, um eine 27 Fuß 9 Zoll lange Fahrtenyacht auf Kurs zu halten, ohne die Eigenschaften einer reinen Hochseeyacht zu beanspruchen. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 217 und einer Komfort-Ratio von rund 18 beschreiben die Zahlen einen moderat leichten Küstenrumpf und nicht unbedingt ein Boot für Blauwasserpassagen. Die Rumpfgeschwindigkeit von 6,47 Knoten markiert das praktische Limit unter Segeln. (1)
Rigg und Seeverhalten
Unter Segeln lief die Gib'Sea 84 mit durchaus guten Leistungen, obwohl Tests aus dieser Zeit zeigten, dass sie bei schwerem Wetter am Wind unruhig wurde. Die Masttoppslup trug etwa 335 Quadratfuß Segelfläche, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 16 führte – ausreichend für eine Fahrtenyacht bei leichtem bis mäßigem Wind, aber kein Leichtwindflieger. Der Tiefgang lag je nach gewähltem Kiel zwischen nur 3 Fuß 3 Zoll und maximal 5 Fuß 3 Zoll, sodass Eigner den Zugang zu flachen Gewässern gegen mehr Höhe am Wind eintauschen konnten. Die Kombination aus Skeg-aufgehängtem Ruder und Flossenkiel ordnete das Boot fest in die Tradition der modernen Küsten-Fahrtenyachten der frühen 1980er Jahre ein. (1)
Unterbringung
Unter Deck war die 84 ein geräumiges kleines Boot: Der Innenraum war großzügig mit einer weitläufigen Vorschiffskabine und einer Achterkabine gestaltet, und der Salon war breit und offen. Diese Offenheit hatte jedoch ihren Preis, da die Staukapazitäten trotz des sozialen Volumens im Hauptsalon begrenzt waren. Der Kartentisch und die Pantry folgten dem Layout der früheren Gib'Sea 76 und boten eine vertraute Arbeitsdreiecks-Fläche für Koch und Navigator. Tester schrieben in der Zeitschrift Yachting Monthly, es handele sich um eine durch und durch solide Familien-Fahrtenyacht, die zwar nicht zum Träumen anregt, aber kaum Schwachstellen aufweist – abgesehen von einem als recht simplifiziert empfundenen Interieur. (1)
Das Fazit
Die Gib'Sea 84 ist eine vernünftige, unaufgeregte Fahrtenyacht für Küstenfahrten aus der Ära des Neuentwurfs der 1980er Jahre von Gibert Marine. Sie bietet reichlich Volumen für ihre Länge, ein flexibles Kielprogramm und berechenbares Verhalten bei normalen Bedingungen. Die Hauptmankos sind die spartanischen Stauräume und eine gewisse Anfälligkeit, sobald das Wetter sich verschlechtert.
Vorteile
- Geräumiger Innenraum mit echten Vorschiff- und Achterkabinen für einen 28-Fuß-Rumpf
- Die Auswahl an drei Kieltypen erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Flachwasser und tiefen Gewässern
- Solide, familienfreundliche Fahrtenyacht nach professionellen Tests
Nachteile
- Eingeschränkte Stauraumkapazität trotz eines offenen, breiten Salons
- Unruhiges Verhalten bei schwerem Wetter
- Der Innenraum wird von Rezensenten als recht vereinfacht empfunden









