Design und Konstruktion
Die MacGregor 22 ist überwiegend aus GFK gebaut, mit Holzverzierungen und einem positiven Schaumstoffauftrieb als Sicherheitsanker. Ihr Rumpf folgt den einfachen Linien der Trailer-Sailer dieser Ära: eine relativ schmale Breite, ein leichtes GFK-Laminat und ein Schwenkkiel-Anker. Die Konstruktion ist komplett aus GFK gefertigt, mit minimalem strukturellem Verstärkungsaufwand im Vergleich zu schwereren Fahrtenyachten derselben Ära. Dieses leichte Laminat kann unter Belastung arbeiten, insbesondere wenn das Boot schlecht gepflegt wurde. Das Profil zeigt einen geneigten Vorsteven und einen fast senkrechten Spiegel, mit einem klappbaren, am Spiegel aufgehängten Ruder, das über eine Pinnensteuerung bedient wird. Diese ist leicht zugänglich und für den Transport auf dem Trailer abnehmbar. Ein Hubkiel ermöglicht das Befahren von Flachwasserrevieren, das Trockenfallen oder den Straßentransport auf einem Trailer. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem Masttoppslup-Rigg ausgestattet, das sich dank einer einfachen Slup-Konfiguration leicht an der Ankerleine bedienen lässt. Die Sailboat Guide beschreibt es als 7/8-Slup. Für Kursfahrten raumschots kann es mit einem asymmetrischen Spinnaker ausgerüstet werden. Auf dem Wasser machen die geringe Verdrängung und der Schwenkkiel das Boot bei leichtem bis mäßigem Wind agil, und es erreicht für seine Größe respektable Geschwindigkeiten, insbesondere auf raumen Kursen. Zeitgenössische Rezensionen lobten die geringe Verdrängung für hervorragende Leistungen bei leichtem bis mäßigem Wind; das Boot beschleunigt bei leichtem Wind schneller als schwerere Konstruktionen seiner Zeit. Es fehlt jedoch die Steifigkeit und Dynamik schwererer 22-Fuß-Boote wie der Catalina 22, und es wirkt bei kabbeliger See oder schwerem Wetter rank, was ein frühzeitiges Reffen erfordert. Die Leistung am Wind ist für gemütliche Törns ganz passabel, wird Regatta-Eiferer jedoch nicht zufriedenstellen. Das durchschnittliche PHRF-Handicap liegt bei 258. (1)
Unterbringung
Der Innenraum wurde laut zeitgenössischen Bewertungen so gestaltet, dass er für sein Geld das beste Wohnen auf einem Boot dieser Größe bietet. Er bietet Schlafplätze für fünf Personen mit einer Doppel-V-Koje im Bugkajüte, einer geraden Sofakoje im Salon und einem klappbaren Esstisch, der sich in eine Doppelkoje umbauen lässt. Die Pantry befindet sich an Backbord neben dem Niedergang mit einem zweiflammigen Herd und einer Spüle, während die separate Nasszelle direkt achtern der Bugkabine an Steuerbord liegt. Ein Hubdach (Pop-top) im Salon erhöht die Stehhöhe, bleibt jedoch begrenzt. Der Innenausbau ist einfach gehalten, mit geformten GFK-Komponenten und leichten Sperrholz-Arbeiten. Die Kabine ist schlicht und am besten für kurze Aufenthalte oder ein Minimum an Fahrtausrüstung geeignet. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Sicherheit auf See ist für Küsten- und Binnengewässer ausreichend, aber die Konstruktion ist nicht für Langstreckenfahrten auf hoher See ausgelegt. Der Mechanismus des Schwenkkiels erfordert regelmäßige Inspektionen, da mangelnde Wartung sowohl die Leistung als auch die Sicherheit beeinträchtigen kann. Eigner berichten von typischen Problemen wie Verschleiß der Kielbolzen, Wassereinbruch um Decksbeschläge und gealtertem Gelcoat, der zu Kalkflecken neigt. Die originalen Beschläge müssen nach Jahrzehnten der Nutzung oft ersetzt werden, und Osmose, wenn auch seltener als bei schwereren Fahrtenyachten dieser Ära, bleibt möglich. (2)
Refits und Unterhalt
Ein Upgrade auf einen modernen Viertaktmotor ist eine häufige und empfehlenswerte Verbesserung, da viele Boote ihre Original-Außenborder noch lange nach dem Ende ihrer Lebensdauer fahren. Die elektrischen Systeme, sofern vorhanden, sind meist sehr einfach gehalten und müssen oft erneuert werden. Der Unterhalt ist für den Eigner dank geringerer Kosten und leichterer Systeme unkompliziert; die meisten Arbeiten lassen sich dank der leichten Bauweise und des außenbordorientierten Layouts problemlos vom Eigner selbst durchführen. (2)
Das Fazit
Die MacGregor 22 ist ein klassischer Trailer-Sailer, dessen größte Stärke die geringe Verdrängung und das einfache Trailern sind. Dadurch liegt der zugängliche Pocket-Cruising für moderate Fahrzeuge und Budgets im Bereich des Machbaren. Sie belohnt den Eigner, der ein einfaches Boot trailert, zu Wasser lässt und wartet, verlangt jedoch Respekt vor ihrem ranken Verhalten bei starkem Wind und Sorgfalt beim Schwenkkiel.
Vorteile
- Leicht, trailerbar und einfach zu Wasser zu lassen sowie am Strand zu liegen
- Effiziente Aufteilung für fünf Personen in einem 22-Fuß-Rumpf
- Geringe Unterhaltskosten und pflegeleichtes Eigner-Management
- Agil und schnell bei leichtem bis mäßigem Wind
Nachteile
- Rank und neigt bei kabbeligem oder schwerem Seegang zu frühzeitigem Reffen
- Minimaler struktureller Verstärkung und flexibles Laminat
- Nicht für Langstrecken-Fahrtensegeln geeignet
- Die Originalbeschläge und Außenborder sind oft über das Ende ihrer Lebensdauer hinaus








