Design und Konstruktion
Die Hunter 22 ist überwiegend aus GFK mit Holzverzierungen gebaut und besitzt einen geneigten Vorsteven sowie einen vertikalen Spiegel. Ihr Einrumpfboot trägt ein am Spiegel aufgehängtes Ruder, das über eine Pinne gesteuert wird, und der Rumpf ist unter der Wasserlinie im Standard der Werft aus massivem GFK gefertigt. Inspektionen aus dieser Zeit zeigten eine eher leichte Bauweise mit Kunststoff-Schottscharnieren und günstigen Beschlägen. Diese Leichtigkeit hat ihren Sinn: Die relativ lange Wasserlinie für ein 22-Fuß-Boot verleiht dem Entwurf die höchste theoretische Geschwindigkeit unter den Konkurrenten – ein Vorteil, der sich besonders bei einem Trailerboot auszahlt, das unter Motor Strecken zurücklegen oder zwischen Liegeplätzen transportiert werden soll. Der eingeholte Tiefgang der Schwertvariante verleiht dem Boot seinen trailerbaren Charakter, sodass es ohne besondere Ausrüstung trockenfallen oder auf einem Trailer transportiert werden kann. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist als Masttoppslup mit einer Bermuda-Rigg-Konfiguration getakelt, wobei der Mast etwa 30 Fuß über der Wasserlinie steht und eine Segelfläche von 219 Quadratfuß aufweist. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,13 stellten Tester fest, dass das Boot bei leichtem Wind nicht schnell sein wird; der niedrige Wert deutet auf eine träge Beschleunigung hin, wenn die Brise ausbleibt. Das niedrige SA/D-Verhältnis zeigt, dass sie bei leichtem Wind keine Schnellseglerin ist. Eigner berichten, dass die Luvgierigkeit bei Windstärken über zehn Knoten lästig werden kann, und Rezensenten vermuteten, dass dies einfach darauf zurückzuführen sein könnte, dass das Großsegel bei zunehmendem Wind nicht rechtzeitig gerefft wird. Bei Wellengang neigt der Außenbordpropeller dazu, aus dem Wasser zu kommen und zu kavitieren – ein Kritikpunkt, den Eigner an dieser Heckmotorisierung haben. Auf der Regattabahn weist das Modell mit Festkiel einen PHRF-Durchschnitt von 255 auf (hoch 258, niedrig 252), während die Schwertversion ebenfalls im Durchschnitt 255 erreicht, aber zwischen 251 und 270 schwankt. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Hunter 22 Schlafplätze für vier Personen: eine Doppel-V-Koje im Bugkajüte und zwei gerade Sofakojen im Salon. Tester lobten die große Breite, die dem Boot viel Platz für Wochenendtörns bietet – ein echter Gewinn bei einem 22-Fuß-Rumpf. Die Pantry befindet sich auf beiden Seiten der Niedergangstreppe und ist mit einem Einbaubrenner und einer Spüle ausgestattet, während die Nasszelle in der Bugkabine an Steuerbord unter der V-Koje untergebracht ist. Zur Werftausstattung gehörten standardmäßig ein Herd und eine Kühlbox, was für kurze Törns an der Küste ohne sofortige Umbauten völlig ausreicht.
Bekannte Schwachstellen
Die Hauptkritikpunkte der Eigner betreffen das Ruderverhalten und die Leistung des Antriebs. Eine zunehmende Luvgierigkeit ab etwa zehn Knoten Wind ist das am häufigsten genannte Manko. Obwohl dies teilweise darauf zurückzuführen sein mag, dass Skipper bei auffrischendem Wind das Großsegel voll stehen ließen, ist die Tendenz so ausgeprägt, dass Käufer mit einem frühen Reffen rechnen sollten. Die außenbords montierte Maschine hebt sich in der Welle so weit aus dem Wasser, dass sie kavitiert und genau dann den Schub verliert, wenn man ihn am meisten braucht. Die Philosophie der leichten Konstruktion bedeutet auch, dass Plastik-Scharniere für Luken und billige Beschläge serienmäßig verbaut wurden – Komponenten, die schnell altern und bei jedem Boot ein genaues Auge verdienen.
Das Fazit
Die Hunter 22 ist eine pragmatische, trailerbare Fahrtenyacht aus den frühen 1980er Jahren, die echte Vier-Koje-Aufteilung und ein breites Innenraumangebot bietet, das für Wochenendtörns über ihre Länge hinausgeht. Ihre lange Wasserlinie verleiht ihr auf dem Papier einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Konkurrenzmodellen, aber das Segelverhalten bei leichtem Wind und die Tendenz zum Luvgierigkeitsverhalten erfordern eine aufmerksame Hand an der Pinne. Für ein Paar oder eine kleine Familie, die eine leicht zu transportierende kleine Fahrtenyacht suchen, bleibt sie ein vernünftiges Angebot auf dem Gebrauchtbootmarkt.
Vorteile
- Mit eingeholtem Schwert trailerbar; strandtauglich und einfach zu transportieren
- Raumig für seine Größe mit Schlafplätzen für vier Personen und einer praktischen geteilten Pantry
- Die lange Wasserlinie sorgt für die höchste theoretische Geschwindigkeit unter vergleichbaren Booten
Nachteile
- Leichte Konstruktion mit Kunststoffbeschlägen und günstigem Beschlag
- Nervige Luvgierigkeit ab zehn Knoten Wind, wenn das Großsegel nicht gerefft ist
- Der Außenborder kavitiert in Wellen und verliert unter Last den Schub









