Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus handaufgelegtem GFK gefertigt – massiv und ohne Kern –, während das Deck ein GFK-Sandwich mit einem Holzkern ist. Im Inneren bildet eine einteilige, geformte GFK-Innenschale die Aufteilung – eine Idee, die Butler von der Flugzeugproduktion von Lockheed übernahm und die Catalina später als Erster für kleine Boote im Großserienbau einführte. Diese Innenschale ist eher kosmetischer Natur als strukturell; die Festigkeit des Rumpfes stammt vom Laminat und den Schottenverstärkungen. Die Rumpf-Deck-Verbindung bei frühen Booten bestand aus einer sperrholzverstärkten Flanschplatte, die mit einer starren Polyester-Mörtelmasse und selbstschneidenden Beschlägen an das Deck angebracht wurde, während spätere Boote Schrauben und Klebstoffe verwendeten. Im Jahr 1973 fügte Catalina das Pop-Top hinzu – einen Kajütaufbau, der auf vier Edelstahlbeinen angehoben werden kann. In den letzten Jahren auf dem Gebrauchtbootmarkt besaßen etwa neun von zehn Booten dieses Feature. (2)
Die Mk II kam 1986 mit der Baunummer 13.143 auf den Markt und brachte die neuesten Baumaterialien, einen längeren Kajütaufbau, ein vergrößertes Deck ohne Außenteak und einen optionalen Flügelkiel mit sich; sie war acht Zoll breiter und schwerer als die Mk I und lief bis 1994 acht Jahre lang unter dem Anker. Die Mk III folgte 1995 mit einem in Blei eingegossenen GFK-Schwenkkiel, doch es wurden weniger als 1.000 Exemplare gebaut, bevor die Produktion 2010 endete. Die Sport, die 2004 mit dem gleichen Rumpf und ähnlichem Gewicht wie die früheren 22er auf den Markt kam, wird noch heute produziert und segelt in Einheitsklassenregatten mit ihnen. (2)
Rigg und Handhabung
Das Boot wurde als Familien-Fahrtenyacht mit Großsegel und 110%-Genua konzipiert, obwohl Regattasegler eine 150%-Genua forderten, die später zum Standardrepertoire hinzugefügt wurde. Der Mast ist aus Aluminium und wird von einem Salingpaar, einer einzigen Wange des Oberwantensystems und zwei Wantenpaaren getragen, wobei das stehende Gut aus Edelstahl besteht. Boote, die vor 1977 gebaut wurden, hatten ein leichteres Rigging und schwächere Maste; die nach 1976 hergestellten Modelle erhielten robustere Maste und ein stärkeres stehendes Gut. Es gibt keine Fallwinschen, und die Schienen der Genuakarre sind kurz, was den Feintuning einschränkt. Kleine Winschen für die Genuischoten befinden sich auf dem Cockpitsumfang zu beiden Seiten der Niedergangsschüssel, und ein verstellbarer Traveller für die Großschot am Spiegel hält das Cockpit frei. Das Vorsegel der Originalboote ist an Haken gefahren, es sei denn, ein Rollfocksystem wurde nachgerüstet. (2)
In der Zeitschrift Practical Sailor befanden die Tester den Rumpf und das Rigg zwar gut proportioniert, aber veraltet. Nach jedem objektiven Maßstab ist das Boot jedoch kaum ein lebendiger Segler. Es benötigt eine Genua, einen flacheren Kiel und eine moderate Ausrüstung für schnelle Manöver, um vom Anker zu erwachen. Selbst mit aufgeholtem Kiel und einem Tiefgang von nur 60 cm (2 Fuß) zieht sie zu viel Wasser, um trockenfallen zu können. (1)
Unterbringung
Unter Deck können vier Personen schlafen, obwohl die Bedingungen eng sein werden. Die umklappbare Dinette bietet nur Platz für zwei Personen mit ausreichend Ellbogenfreiheit, und die Rezensenten von Practical Sailor kritisierten das große Maß an nutzlosem Raum, insbesondere das unzugängliche Volumen unter der Plicht und einen Großteil des Sitzes auf der Backbordseite. Unter dem Salonsofa gibt es etwas Stauraum. Die Belüftung erfolgt über eine vordere Luke – bei den frühen Booten aus massivem GFK, bei der Mk II durch rauchiges Acryl ersetzt –, da die Bullaugen nicht öffnen. Ein geschlossener Bordtoilette erschien bei einigen Mk II-Modellen, abgetrennt durch einen Vorhang zur Privatsphäre. Die frühesten Boote hatten keinen Ankerkasten; spätere Modelle erhielten ein Schott, das die V-Koje trennt und diesen Platz schafft. Die Plicht selbst ist ein echter Gewinn: sie ist sieben Fuß lang, komfortabel und durch das Großschot frei zugänglich.
Bekannte Schwachstellen
Mehrere wiederkehrende Mängel lassen sich auf den Schwenkkiel-Mechanismus und die frühe Konstruktion zurückführen. Undichtigkeiten um die Fenster mit Aluminiumrahmen sind ein bekanntes Ärgernis, und bei den ersten Booten wurden Sperrholz-Längsträger verwendet, die anfällig für Fäulnis waren. Bei Versionen mit Schwenkkiel verschleißen die Seilzugleine und die Bolzen des Kielgelenks durch die seitliche Bewegung und müssen eventuell ausgetauscht werden; der Kupplungsstoßdämpfer der Kielluke benötigt Aufmerksamkeit; einige Eigner berichten, dass sich die Montagebolzen im Hangar lockern oder verkanten, und einer musste seine Draht-Pendelleine zweimal ersetzen – eine Arbeit, bei der das Boot zum Zugang über den Kieltop angehoben werden muss. Die Cockpit-Speigatten laufen langsam ab, und viele Eigner kritisieren sie als zu klein, was viele dazu veranlasst, zusätzliche Speigatten am Spiegel anzubringen. Osmose plagte frühere Rümpfe, ist jedoch dank konstruktiver Änderungen bei Booten, die nach Mitte der 1980er Jahre gebaut wurden, selten zu beobachten. (2)
Ältere Boote platzierten einen tragbaren Benzinkanister auf einer Gepäckhalterung im Cockpit-Backskiste, also innerhalb der Kabine und nicht isoliert vom tiefsten Punkt der Bilge – ein Fehler, der in späteren Versionen behoben wurde. Die Seereling ist zu niedrig für echten Schutz, und die drei Wanten pro Seite behindern den Durchgang auf dem Vordeck und das Wenden des Vorsegels. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner haben das fehlende Entwässerungsvolumen durch zusätzliche Heckklüverseifen gelöst, und die Beschläge des Schwenkkiels sind ein bekanntes Verschleißteil, für das man Budget einplanen sollte. Die einteilige Innenschale und das Hubdach machen den Innenraum zu einer praktischen Basis für Wochenendtörns, und mit rund 2.500 lbs zuladen inklusive Trailer lässt sich das Boot von den meisten Autos ziehen. Durch die Kontinuität der Sport-Klasse sind Einheitsklassen-Regatten und Ersatzteile weiterhin verfügbar.
Das Fazit
Die Catalina 22 ist eine grundlegende Trailer-Fahrtenyacht, deren enorme Stückzahlen und generationelle Kontinuität sie zu einem erschwinglichen Einstieg in das Segeln machen. Ihre Schwachstellen sind gut dokumentiert und meist wirtschaftlich zu beheben. Für den Gelegenheitssegler überwiegt der Komfort in der Plicht und beim Pop-Up-Dach deutlich die enge, unergiebige Aufteilung unter Deck.
Vorteile
- Trailerbarer Schwenkkiel mit 46 cm (1'8") eingeholtem Tiefgang in der Originalkonfiguration
- Längliche, komfortable Plicht mit freier Travellerschiene für die Großschot
- Hubdach und Einheits-Innenschale schaffen eine praktische, gut belüftete Kabine
- Generationen von der Mk I bis zur Sport teilen sich die Rumpf-Linie und Ersatzteile
Nachteile
- Langsam ablaufende, unterdimensionierte Cockpit-Speigatten, die zusätzliche Heckklappenbelüftungen erfordern
- Verschleiß des Schwenkkiels, der Seilzüge und des Fallreeps, der regelmäßiger Austausch erfordert
- Frühe Gas-Tank-in-Cabin-Layouts und undichte Aluminiumfenster bei älteren Booten
- Veraltete Rigg-Konstruktion und mäßige Hydrodynamik des Kiels begrenzen die Leichtwindleistung









