Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus GFK gefertigt, wobei beide eine Sandwichkonstruktion aufweisen – ein Bauverfahren, das die ursprüngliche Besprechung als verbessertes Klima unter Segeln vor Anker hervorhob. Die Rumpfaußenhaut mit massivem Kern umschließt einen mit Blei ballastierten Flossenkiel mit einer Verdrängung von 8.157 Pfund. Das am Spiegel aufgehängte Ruder entspricht der damaligen australischen Praxis, die Steueranlage einfach und zugänglich zu halten. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 2,95 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 224 ordnen das Boot eindeutig in die Kategorie der „moderaten Regattayachten“, die Quelle diesem D/L-Wert zuschreibt. Ein benetztes Volumen von rund 290 Quadratfuß und ein Immersionsgrad von etwa 912 Pfund pro Zoll beschreiben einen schweren Rumpf, der sich unter Last berechenbar verhält. (1)
Rigg und Handhabung
Die Viking 30 ist eine Masttoppslup mit einer Schotführung, die viel über das Riggmaß aussagt: Die Schoten von Fock und Genua laufen mit einem Durchmesser von 0,5 Zoll über 9,28 Meter (30,5 Fuß), die Großschot streckt sich auf 23,24 Meter (76,3 Fuß) aus und die Spinnakerschoten erreichen 20,45 Meter (67,1 Fuß), alles an einer 12-mm-Leinenankerleine. Die Kombination aus Flossenkiel und am Spiegel aufgehängtem Ruder sorgt zusammen mit der moderaten Breite für ein Boot, dessen theoretische Rumpfgeschwindigkeit bei 6,7 Knoten liegt. Ein Kenterungsverhältnis von 2,05 bedeutet, dass sie nach diesem Maßstab nicht für Hochseeregatten zugelassen wäre, und das Komfort-Ratio von 20,8 beschreibt eher eine moderate, weiche Bewegung als ein hartes Profil für schwere Hochseepassagen. (1)
Antrieb und Motorisierung
Einige Exemplare sind mit einem Yanmar 2GM Einbaudiesel ausgestattet, der einen Saildrive antreibt. Dieser Antriebsform ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da sie die Getriebekonstruktion im Rumpfinneren statt auf einer herkömmlichen Welle unterbringt. Mit diesem Motor liegt die berechnete Höchstgeschwindigkeit bei etwa 3,9 Knoten – weit unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit unter Segeln. Dieser Wert spiegelt den mäßigen Hilfsantrieb wider und nicht etwa ein Manko im Unterwasserschiff.
Bekannte Schwachstellen
Die Sandwich-Konstruktion von Rumpf und Deck sorgt zwar für ein besseres Kabinenklima, ist jedoch der Bereich, in dem ein Käufer verstehen muss, dass sich das Boot von zeitgenössischen Booten mit massivem Laminat unterscheidet. Jegliche Feuchtigkeit im Kern würde zu einem Szenario von verdecktem Rott führen und nicht nur eine kosmetische Oberflächenproblematik darstellen.
Das Fazit
Die Viking 30 ist ein kleines, seltenes Lexcen-Design, das einen im Sandwichverfahren gebauten GFK-Rumpf mit einem Flossenkiel, einem Spiegelruder und einem für Clubregatten und Küstentörns ausgelegten Masttopprigg kombiniert. Sie ist nach den Kenterungsverhältnissen keine Hochseeyacht, aber ihr Komfort-Ratio und ihre Stabilität deuten auf eine stabile, lastsichere Plattform für das Segeln in geschützten Gewässern hin.
Vorteile
- Sandwich-Rumpf- und Deckskonstruktion für ein besseres Kabinenklima
- Flossenkiel mit weniger als fünf Fuß Tiefgang für einfaches Anlegen in Marinas
- Masttopprigg mit vollem Spinakerpotenzial
- Moderate Regatta-DL-Verhältnis von 224
Nachteile
- Weniger als 100 gebaut, was Ersatzteile und Wissen in der Community einschränkt
- Das Kenterungsverhältnis von 2,05 schließt Regatten auf dem Ozean aus
- Die Saildrive-Übertragung erschwert die Wartung der Antriebswelle im Vergleich zu einer Wellenanlage



