Design und Konstruktion
Der Rumpf von Pryor ist eine massive GFK-Schale, die durch Schaumkern-Rippen und Längsträger verstärkt wird – eine Kombination, die die Werft für hohe Festigkeit und geringe Wartungsaufwand bewarb. Das Deck nutzt ein Balsaholz-Sandwich, um die Isolierung gegen Kälte und Kondenswasser zu maximieren. Der Rumpf ist in massiver GFK-Bauweise ausgeführt. Der Innenraum ist im gesamten Bereich mit einer doppelten Innenschicht ausgestattet, um Kondenswasserbildung zu verhindern. Das Kajütdach trägt vier Ventilatoren, die den Salon, die Toilette und den Kleiderschrank belüften. Ein angeformter Skeg stützt das Ruder. Käufer konnten zwischen einem Flossenkiel mit 1,49 m Tiefgang oder Zwillingskielen mit 1,19 m Tiefgang wählen; beide teilen sich die gleiche Verdrängung von 2,8 Tonnen und ein Kielgewicht von 1.527 kg, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 49,77 Prozent führt. Hohe Freibordseiten schaffen enorm viel Platz unter Deck und halten das Boot bei moderatem Wind spürbar trocken. (1)
Rigg und Handhabung
Das stehende Gut besteht aus 6-mm-Gerätewerk aus Edelstahl, das mit internen Stahlhalterungen durchgebolzt und mit dem Rumpf laminiert ist. Die Fallen laufen im Inneren zu Umlenkblöcken an Deck. Zur Standard-Ausrüstung gehören zwei Fallwinschen, zwei Geschwindigkeitsbereiche an den Schotwinschen sowie Klampen. Schwarze, eloxierte Fußrelingen mit vier Leitblechen verlaufen von Vorsteven bis Heckspiegel, und eine Kombination aus Vorliekrolle und Leitblech erleichtert die Arbeit mit dem Ankergeschirr auf dem flachen, aufgeräumten Vordeck. Auf raumen Kursen unter einer großen Genua allein lässt sich das Boot mit minimalem Druck steuern. Einige Eigner berichten von Luvgierigkeit, die sich jedoch durch sorgfältigen Riggtrimm und frühzeitiges Reffen des Großsegels leicht beheben lässt. Ein Tester auf no-frills-sailing.com schrieb, dass das originale 6-mm-Stehende-Gut noch intakt und etwas zu groß dimensioniert sei. Er merkte an, dass das Boot nicht schnell, aber gutmütig und keineswegs rasant sei. Kommentare aus dem Forum, die der Rezensent zitierte, führen das großzügige Innenraumvolumen auf ein sehr hohes Freibord zurück, wodurch das Boot empfindlich auf Windböen reagiert. (1)
Unterbringung
Unter Deck sind die Kabinen mit Teakfurnier und hochwertigen Möbeln ausgestattet, und eine 1,88 m große Person kann im Salon und sogar in der Vorschiffskabine aufrecht stehen. Der Grundriss bietet einen Esstisch für fünf Personen, vier zusätzliche Kojen gegenüber, eine separate Nasszelle und einen Kleiderschrank, der den Salon von der Vorschiffskabine trennt, sowie lange getönte Fenster, die den Salon tagsüber hell halten. Eine voll ausgestattete Pantry mit Herd, Spüle und Kühlbox steht neben den Standard-Seewasser- und Frischwasserpumpen, und die Niedergangsstufen lassen sich anheben, um den Motor freizulegen.
Bekannte Schwachstellen
Der originale 7,5 PS Volvo-Diesel-Saildrive war nie leistungsstark genug, und viele Rümpfe erhielten stattdessen die größere Zweizylinder-Einheit mit 13 PS. Ein Gutachter stellte bei einem Boot ein vollliegendes Ruder fest – ein Fehler, der bei jedem Kandidaten überprüft werden sollte. Die Tendenz zum Luvgieren ist die andere häufige Mängelanzeige von Eignern, die sich eher durch Disziplin beim Trimmen und Reffen als durch strukturelle Änderungen beherrschen lässt.
Refits und Eignerschaft
Die Standard-Elektrik umfasst eine Installation mit zwei Batterien, und die leicht zu demontierenden Niedergangsstufen vereinfachen die Wartung des Motors. Das 25 Pfund schwere CQR-Anker lässt sich in einem Schacht mit Klappklappe verstauen, doppelte Seerelingen führen vom Heckkorb bis zum Heckkorb, und Teakholz-Handläufe säumen das Kajütdach. Mit rund 130 gebauten Einheiten und einer einfachen, robusten Struktur eignet sich der Entwurf eher für den eigenen Unterhalt durch Eigner als für spezialisierte Refit-Werften.
Das Fazit
Die Leisure 27 ist eine geräumige Fahrtenyacht der Siebzigerjahre, die reine Geschwindigkeit gegen Stehhöhe, Trockenheit unter Deck und einfache Konstruktion eintauscht. Sie eignet sich für ein Paar oder eine kleine Familie, die Volumen im Schutz von Buchten und an der Küste suchen, ohne Regatta-Ansprüche zu haben – vorausgesetzt, Motor und Ruder sind in Ordnung und das Rigg bleibt auf Trimm.
Vorteile
- Über 1,80 m Stehhöhe und ein wirklich riesiges Innenraumvolumen für die Länge
- Solider GFK-Rumpf mit Schaumstoffversteifungen und isoliertem Balsadeck
- Wahl zwischen Flossen- oder Zwillingskiel; trockener Rumpf mit gut kontrollierbarem Windwiderstand
- Einfache, werftseitig wartungsfreundliche Systeme mit abnehmbaren Niedergangsstufen
Nachteile
- Der originale 7,5 PS Diesel ist unterdimensioniert; viele Boote benötigen das Upgrade auf 13 PS
- Das hohe Freibord macht die Yacht laut Berichten aus Eignergesprächen anfällig für Böen
- Die Luvgierigkeit erfordert aktiven Trimm und frühzeitiges Reffen
- Ruderaustritt wurde bei mindestens einem inspizierten Boot dokumentiert







