Design und Konstruktion
Clark Mills, der auch die Optimist entworfen hat, legte den Windmill als schmale Rumpf mit flachen Seiten und ausgeprägtem Knickspant an. Das Originalboot wurde als Sperrholz-Kitschiff gebaut, doch bald folgte der Übergang zum GFK. Die Klasse schwankt heute problemlos zwischen beiden Materialien. Die offiziellen Klassenformen befinden sich heute bei Tartan Yachts in Painesville, Ohio, und Tim Jackett hat zugestimmt, das Boot auf Bestellung zu bauen – jeweils drei Stück auf einmal. Er mochte den Entwurf nach mehreren Regatten so sehr, dass er sich selbst ein Boot baute. Über mehr als sechs Jahrzehnte und verschiedene Werften hinweg wurden rund 700 Windmills fertiggestellt, wobei in den letzten Jahren noch einige wenige aus dem Formverfahren kamen. (1)
Rigg und Seeverhalten
Bei diesem Entwurf gibt es keinen Spinnaker, dennoch ist die Windmill äußerst schnell – eine klassische Reacher-Rakete, die schnell beschleunigt und mit ausgebautem Genuasboom vor dem Wind leicht ins Gleiten kommt. Das Rigg ähnelt dem einer Snipe, sitzt jedoch auf einem etwa 100 Pfund leichteren Rumpf, was ein Grund dafür ist, warum das Boot so schmal und schnell zum Gleiten kommt. Ein später im Leben der Klasse neu gestaltetes Steckschwert und Ruder machten die Boote agiler, und vollständig durchgelattete Top-Batten mit robusterem Tuchstoff ermöglichen es den Eignern, mehr Saisons aus ihren Dacron-Segeln herauszuholen. Da das Boot leicht ist, strapaziert es seine Ausrüstung nicht, und Segel halten jahrelang gut. Wenn der Wind auf 12 Knoten oder mehr auffrischt, bevorzugen die Flotten Dreieckskurse. (1)
Unterbringung
Die Windmill ist eine Jolle für Tagestouren und Regatten, keine Fahrtenyacht, weshalb es an Bord kaum eine Kabine im eigentlichen Sinne gibt. Ihr Reiz liegt genau im Gegensatz zu geschlossenen Räumen: eine Wasserlinie von 14 Fuß 6 Zoll, ein Steckschwert, das sich bis auf eine halbe Fuß hochziehen lässt, und ein Rumpf, den zwei Personen ohne großen Aufwand aufriggen und zu Wasser lassen können. Das Klassenspruch lautet: „Es geht einfach nur ums Gleiten!“ – das verrät, wohin die Energie fließt.
Refits und Klassenvereinigung
Die Eigner der Windmill-Klasse sind ungewöhnlich eng verbunden. Etwa 90 aktive Mitglieder halten Neues und Altes, Glasfaser und Holz, konkurrenzfähig, und die Flotte verleiht sogar Trophäen an Rentner, die im selben Jahr wie das Boot geboren wurden – mit einer Version für Ältere über 80 Jahre in Planung. Ein regattafertiges Gebrauchtboot und ein Neubau haben unterschiedliche Preispunkte, aber noch wichtiger ist die Kultur: 70- und 80-Jährige segeln diese schmalen Rümpfe unter allen Bedingungen erfolgreich, und die Klasse bemüht sich, jedes überlebende Exemplar auf dem Regattabahn zu halten.
Das Fazit
Die Windmill ist eine Gleitjolle für Puristen – klein, leicht und anspruchsvoll genug, um ihre ursprüngliche jugendliche Zielgruppe abzuschrecken und zu einer reifen Einheitsklasse zu werden. Ihre schmale Form mit Knickspant und das schnelle Beschleunigen machen sie zu einem Thrill auf raumen Kursen und vor dem Wind ohne Spinnaker, und die Weigerung der Klasse, zwischen Alt und Neu zu trennen, hält das Regattasen-Gefecht fair und die Eignergemeinschaft eng zusammen.
Vorteile
- Schnell beschleunigt und dank ausgebautem Genuasbaum leicht raumschots zu gleiten
- Leicht genug, dass Segel und Ausrüstung jahrelang halten
- Die Klasse hält Holz und Glas, alt und neu, auf derselben Regattabahn konkurrenzfähig
- Aktive Eignergemeinschaft ohne großen Aufwand mit jahrzehntelanger Kontinuität
Nachteile
- Zu lebhaft für unerfahrene Junioren trotz ursprünglicher Konstruktion
- Keine Kabine oder Komfort – reines Daysailer- und Regattaboot
- Der schmale Rumpf mit flachen Seiten ist im Vergleich zu breiteren Jollen ungnädig









