Design und Konstruktion
Die Sun Magic 44 ist mit einem massiven GFK-Rumpf und einem GFK-Deck gebaut, und der Innenraum ist im Stil zeitgenössischer Serien-Fahrtenyachten dieser Ära mit Teakholz ausgestattet. Jeanneau baute seine Serienrümpfe in dieser Zeit traditionell im Handauflegeverfahren aus GFK, und das Deck ist hier eine einfache GFK-Sperrholzform statt eines Sandwichdecks. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 35 Prozent, wobei ein eiserner Flossenkiel etwa 8.155 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 22.050 Pfund trägt – ein Wert, der den Rumpf aufgrund seines Verdrängungs-Längen-Verhältnisses (D/L) von 246 zu moderaten Regattayachten macht, während das reine Ballastgewicht im Verhältnis zum Gesamtgewicht niedrig genug gehalten wird, um Volumen vor ultimativer Steifigkeit zu bevorzugen.
Die Kielkonfiguration war nicht standardisiert. Käufer konnten zwischen einem Flossenkiel mit einem Tiefgang von ca. 6,99 bis 7,29 Fuß je nach Beladung oder einem Schwertkiel (Kielschuh), der den Tiefgang auf nur 4,89 bis 5,19 Fuß reduzierte. Die flachere Variante öffnete kleinere Buchten und flache Marinas, die für die tiefgehenden Schwesterschiffe sonst unerreichbar waren, während die Flossenkiel-Version ein konventionelleres Profil für Passatwinde bot. Das Kenterungsverhältnis von 1,96 und eine Komfort-Ratio von 28,4 beschreiben einen Rumpf, der die Hochseetauglichkeit mit einem für eine 44-Fuß-Fahrtenyacht akzeptablen Bewegungsprofil verbindet. (1)
Rigg und Handhabung
Andrieu gab der Sun Magic 44 mehr als eine Rigg-Konfiguration. Standard war eine Masttoppslup, aber auch ein alternatives Masttopprigg wurde angeboten. Zudem trägt das Boot mehr Segelfläche als nur 38 Prozent vergleichbarer Segelboote – eine statistische Besonderheit, die die Datenbank nutzt, um sie als leicht untertakelt zu bezeichnen. Mit dem Referenzsegel ISO 8666 liegt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis bei 15,4; bei einem 135-prozentigen Genoa-Anstellwinkel steigt dieser Wert auf 18,3, ein spürbarer Sprung, der darauf hindeutet, dass das Boot von überlappenden Vorsegeln bei Windstärken abseits der Flachwasserreviere profitiert.
Unter Motor sorgt die Yanmar-Anlage für einen Wellenantrieb und treibt den Rumpf auf 8,0 Knoten, knapp über die theoretische Verdrängergeschwindigkeit von 7,9 Knoten – ein marginaler Vorteil, der zu einer Wasserlinienlänge von 34,75 Fuß passt. Die benetzte Fläche von etwa 548 Quadratfuß und ein Verdrängungsverhältnis nahe 1.694 Pfund pro Zoll deuten auf einen Rumpf hin, der langsam auf Last reagiert, aber bei guter Trimmung seine Linien hält.
Unterbringung
Unter Deck folgt die Sun Magic 44 der Konvention mit einem Teak-Innenausbau, wie sie für Serien-Fahrtenyachten der späten 1980er Jahre typisch war. Die Breite von 13,92 Fuß und die Länge von 43,75 Fuß bieten das Volumen, das die Jeanneau-Generation von Andrieu für vordere und hintere Kabinen mit einem zentralen Salon nutzte. Die Wassertankkapazität von 127 Gallonen und der Dieselkanister mit 58 Gallonen ermöglichen ausgedehnte Törns ohne häufige Nachfüllung.
Refits und Eignerschaft
Der Besitz einer Sun Magic 44 bedeutet heute, mit einer Jeanneau aus den 1980er Jahren konfrontiert zu sein: Korrosion des Festkiels an der Kielspur oder am Flossenkiel, die Lebensdauer der Wellenanlage-Dichtung und die Pflege des Teak-Innenausbaus sind die typischen Themen. Aufgrund der Vielfalt an Rigg- und Kieloptionen muss jedes einzelne Boot anhand seiner eigenen technischen Datenblatt bewertet werden; man darf nicht davon ausgehen, dass es sich wie ein Schwesterschiff verhält. Da es genügend Exemplare gibt, sind Ersatzteile und Fachwissen in der Eignergemeinschaft gut erhalten.
Das Fazit
Die Sun Magic 44 ist eine durchdacht proportionierte Andrieu-Fahrtenyacht, deren verschiedene Rigg- und Kieloptionen sie sowohl für Langstrecken auf tiefem Wasser als auch für Reviere mit geringer Wassertiefe eignen. Ihr etwas untertakelter Segelplan belohnt eine Genua, und der mit Wellenantrieb ausgestattete Yanmar ist eine konservative Wahl. Der Teak-Innenausbau und der Eisenkiel sind typisch für diese Epoche und keine Designfehler.
Vorteile
- Wahl zwischen Flossenkiel oder Kimmkiel für Flexibilität beim Tiefgang
- Zwei Masttopp-Rigg-Optionen, die von einer 135%-Genua profitieren
- Konservative Schraubenkiel-Diesel-Technik und solide GFK-Bauweise
- Teak-Innenausbau, der dem Komfort von Fahrtenyachten dieser Ära entspricht
Nachteile
- Gegenüber vergleichbaren Segelbooten mit Standardsegeln etwas untertakelt
- Der Eisenschwert erfordert ständige Aufmerksamkeit gegen Korrosion
- Der tiefe Flossenkiel schränkt den Hafenzugang ohne Schwertoption ein









