Design und Konstruktion
Die 38 bringt eine Wasserlinie von 37 Fuß 4 Zoll bei einer Breite von nur 12 Fuß auf und weist eine vermutete Verdrängung von 18.600 bis 26.400 Pfund sowie ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) nahe 422 auf, was ihr das enorme Gewicht eines hochseetauglichen Rumpfes verleiht. Der Kiel ist die reinste Form eines Langkiels, und der Rumpf besteht aus massivem GFK – wie es damalige Rezensionen betonten, in reichlichem Maße. Das Ketsch-Rigg mit niedrigem Streckungsverhältnis trägt auf dieser Wasserlinie von 30 Fuß 4 Zoll lediglich 567 Quadratfuß Segelfläche, was einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von etwa 10,7 entspricht – bescheiden nach modernen Leistungsmaßstäben, aber passend für ein Boot, das auf Stabilität statt auf Geschwindigkeit gebaut wurde. Es wurden hölzerne Spieren verwendet, und das Deck trägt ein breites, 3-1/2-Zoll-hohes, unverzierter Teak-Bordüre, das von Eignern als abriebanfällig empfunden wurde, zusammen mit herausragenden Püttingen an der Außenseite des Rumpfes. (1)
Rigg und Seeverhalten
Eigner bewerten die 37/38 einhellig als langsam am Wind und nur durchschnittlich auf raumen Kursen; einer der Eigner drückte es direkter aus und warnte, dass das Boot sehr langsam sei. Der Kompromiss liegt im Komfort: Die sanften Bewegungen sowie die sehr steife, solide, trockene und stabile Plattform wurden gelobt. Die meisten Eigner berichten, dass sich das Boot gut ausbalanciert, wobei ein Eigner aus dem Jahr 1982 von vier Stunden auf Am-Wind-Kursen ohne Ruderkorrektur berichtete. Angesichts des Ketsch-Riggs und des Langkiels sollte das Boot schwer von seinem Kurs abzubringen sein. Unter Motor berichten Eigner von guter Manövrierbarkeit mit dem serienmäßigen dreiflügeligen Propeller. Boote aus den späten 1970er Jahren waren mit einem Volvo MD3B-Diesel ausgestattet, während spätere Modelle auf den Yanmar 3QM30H umstellten. Eigner gaben an, bei Zuverlässigkeit und Wartung etwas zufriedener zu sein. (1)
Unterbringung
Unter Deck nutzt die 38 ihre Breite von 12 Fuß mit einer V-Koje im Vorschiff, einer Nasszelle mit Dusche, einer umbaubaren Sitzecke und einer Verlängerungskoje im Salon, einer Pantry achtern an Backbord und einer Achterkoje an Steuerbord. Die Stehhöhe reicht von 6 Fuß 4 Zoll bis auf erstaunliche 6 Fuß 8 Zoll. Der taiwanische Baustil ist in der Innenausbauarbeit überall zu spüren, mit reichlich Türen, Läufern und Dekorationsgegenständen sowie Teakholzschnitzereien im Innenraum mit chinesischen Fünffingerdrachen, Mohnblumen und Dr. Fu Manchu. Die Belüftung ist gut, mit sieben Bullaugen und zwei Decksscheiben. Ein Eigner bemerkte, dass die Kühlbox zu groß ist, schwer zugänglich und sich schlecht entleeren lässt.
Bekannte Schwachstellen
Eignerbesichtigungen durch Practical Sailor zeigten einige systematische Probleme auf. Einige in den 1970er Jahren gebaute Modelle hatten Sperrholz-Kabinen, die verrotteten, was der Werft einen schlechten Ruf einbrachte. Anstelle von ordentlichen Seeventilen wurden Absperrschieber verwendet, und die Winkelhebel waren von minderer Qualität. Die Drahtsteuerung setzte auf schlecht verarbeitete Umlenkrollen, und der Ruderschaft hatte unzureichende Stütze. Auch die Verkabelung sorgte für Beschwerden, insbesondere weil der Motorstarter direkt an einer einzigen Batterie angeschlossen war. Das Auspuffsystem war so konstruiert, dass es zu Motorschäden führen konnte. Der breite, unverzierte Teak-Höckel und die äußeren Püttinge waren im Laufe der Zeit beiden starken Abnutzung ausgesetzt.
Das Fazit
Die Island Trader 38 ist eine robust gebaute Fahrtenyacht im traditionellen Stil, die Geschwindigkeit gegen ein ruhiges, stabiles und selbststeuerndes Seeverhalten eintauscht, das sich ideal für lange Passagen und das Wohnen an Bord eignet. Ihre Schwachstellen konzentrieren sich eher auf gealterte Systeme und Beschläge als auf den Rumpf selbst, und ein sorgfältiger Käufer kann die meisten davon durch gezielte Upgrades beheben.
Vorteile
- Solide, trockene, sehr steife und stabile Plattform mit angenehmen Bewegungen im Seegang
- Gute Balance und Kursstabilität ohne häufige Ruderarbeit
- Großzügige Stehhöhe und Stauraum für die Bootslänge
- Traditionelles Ketsch-Rigg und Langkiel für typischen Charakter auf Langfahrt
Nachteile
- Sehr langsam, besonders am Wind
- Stellventile anstelle von Seeventilen; schwache Rudersteuerung und geringe Ruderdrehzahlunterstützung
- Sperrholz-Kabinen auf einigen Rümpfen aus den 1970er Jahren sind verrottet
- Schlechte Qualität bei Winkeln, Umlenkrollen, Verkabelung und Auspuffanlage







