Design und Konstruktion
Der Rumpf der 44 ist eine massive, handaufgelegte GFK-Konstruktion aus hochwertigstem Triaxial-Roving und Glasgewebe, wobei die Innenschale an einem Gitterwerk aus Bodenwrangen und Schotten befestigt ist. Die vollkielige, massive Handauflegebauweise von Island Packet bietet vollständig eingegossenen Ballast im Kiel sowie einen geschützten Propeller und Ruder, was externe Kielbolzen überflüssig macht. Das Deck nutzt die PolyCore-Technologie der Werft, ein modernes Sandwichmaterial, das nicht verrottet. Hochgezogene Fußreling und ein Teakdecksgeländer runden das Sprungdeck ab. Ein an Deck gesteppter Aluminiummast vervollständigt eine Struktur, die ein Rezensent als unübertroffen in Gelcoat- und Edelstahlhandwerkskunst beschrieb. (1)
Rigg und Handhabung
Ihr echtes Kutterrigg bietet einen gut zu handhabenden Segelplan, der um einen hochgeschnittenen Roll-Yankee mit 110 % und ein selbstwendendes Roll-Stagsegel mit 90 % und einem sehr hohen Streckungsverhältnis aufgebaut ist. Ergänzt wird dies durch ein traditionelles Großsegel mit zwei nach achtern geführten Reffpunkten, fünf vollständigen Salingen und einem Doyle Stackpack. Ein kurzer Bugspriet verlagert den Druckpunkt des Riggs nach vorn für bessere Balance und öffnet das Vorsegeldreieck für eine effiziente Kutternutzung; er kann ohne großen Aufwand demontiert werden. Fast alles lässt sich aus der Plicht bedienen, da alle Leinen für das Handling, Rollen, Setzen und Trimmen der Segel von hinten angeschlagen sind und eine elektrische Fallwinsch die Aufgaben von Groß-, Beiboot- oder Vorsegel übernimmt. Die lange Wasserlinie macht sie zu einem schweren Kahn, sobald die Schoten gefiert werden, obwohl sie nicht so windanfällig ist wie moderne Flossenkieler. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die 44 ein traditionell aussehendes Boot mit einem großen Kajütaufbau und allen öffnenden Luken. Der Hauptsalon kombiniert zwei Lounge-Sessel an Backbord mit einer L-förmigen Sitzgruppe an Steuerbord. Ein klappbarer Esstisch bietet Platz für sechs Personen und lässt sich jedoch an das Schott klappen, um einen geräumigen Salon zu schaffen; die Backbordsitzbank kann auf See zu einer Doppelkoje für Gäste umgebaut werden. Ihre Pantry ist die beste ihrer Größenklasse, und eine riesige Navigationsecke – heute bei Neubauten fast unbekannt – beherbergt ein Büro und eine umfangreiche Elektronik. Zwei geräumige Kabinen verfügen jeweils über eine Nasszelle; die Eignerkabine im Achterschiff führt zu einer riesigen Achtertoilette mit einer Badewanne, die gleichzeitig als Duschkabine mit einer klappbaren Teakholzbank dient, während die hintere Nasszelle auch als Tagestoilette genutzt wird.
Plicht und Deck
Ihre riesige Plicht ist fast acht Fuß lang und bietet viel Platz für Crew oder Entspannung, während breite Seitendecks ein sicheres Vordringen zum Mast und zum Vordeck ermöglichen. Zusätzliche Winschen am Mast erleichtern das Aufholen von Fock und Stagsegel auf die Rollanlagen. Eine sichere Ankerplattform und geräumige, einfach zu navigierende Decks runden ein Layout ab, das auf Vertrauen bei kleiner Crew in rauen Küstenrevieren ausgelegt ist.
Das Fazit
Die Island Packet 44 ist eine Bluewater-Fahrtenyacht aus kleiner Serie, die Geschwindigkeit bei Starkwind gegen sicheres, auf das Cockpit ausgerichtetes Handling und einen für das Wohnen an Bord konzipierten Innenraum eintauscht, der von wenigen 44-Fuß-Yachten ihrer Ära übertroffen wird. Ihr eingegossener Ballast und der verrottungsfeste Decksaufbau zeugen von einem Entwurf für die Langstrecke, während die Badewanne im Achterkorb und die veraltete Navigationsecke sie als ideale Hochsee-Fahrtenyacht für ein Paar ausweisen.
Vorteile
- Solider, handaufgelegter Langkiel-Rumpf mit eingegossenem Ballast und geschütztem Unterwasserschiff
- Echtes Kutterrigg mit vollständiger Segelkontrolle aus der Plicht und elektrischer Fallwinsch
- Zwei Kabinen mit privaten Nasszellen; die achtere Nasszelle verfügt über eine Badewanne und eine separaten Duschbereich
- Nicht verrottender PolyCore-Decksaufbau und einzigartige Gelcoat-/Edelstahl-Oberfläche
Nachteile
- Nur 35 Exemplare gebaut, Produktion endete 1996, was die Verfügbarkeit einschränkt
- Nicht so viel Seegang bei Seitenwind wie moderne Konstruktionen mit Flossenkiel trotz eines hohen SA/D-Verhältnisses von 19
- Der Bugspriet verlängert das Boot und muss für bestimmte Liegeplätze eventuell demontiert werden









