Design und Konstruktion
Johnsons Fusion aus traditionellem und modernem Denken zeigt sich im Rumpf selbst. Der massive Rumpf wird in Matratzenbauweise aus einem Laminat von Glasgewebe und Knüttelgarn gelegt, wobei die vordere Kante des Kiels mit fast drei Zentimetern massivem GFK verstärkt ist, um den Aufprall eines Ankers abzufangen. Im Inneren verlaufen präzise konstruierte Bodengruppen aus Sperrholzquerschnitten quer zum Schiff und sind mit dem Rumpf laminiert, bevor sie von einer GFK-Paneele überdeckt werden, die den Boden der Kabine bildet. Das Deck ist mit einem werftseitig entwickelten Sandwichmaterial ausgestattet, das über eine feste Lippe mit einer nach innen gerichteten Flanschplatte auf dem Rumpfkopf verbunden und mit 3M 5200-Dichtmasse sowie Edelstahlbolzen im Abstand von 6 Zoll laminiert ist. Von dieser Verbindung wurden keine Lecks gemeldet, und die Beschläge sind durch Aluminiumplatten abgedeckt, wobei unter Belastungspunkten reine Decksbereiche vorhanden sind, um ein Eindrücken des Kerns zu verhindern. Mit 3.000 Pfund Bleiballast – 250 Pfund mehr als beim Originalboot – erreicht die 27 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 38 Prozent, und ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,7 deutet auf ein Segeln hin, das eher gemütlich als rasant ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutter-Rigg prägt den Charakter des Bootes, und viele Exemplare segelten als kuttergetakelte Slup. Bei Wind von der Halbwindseite kann das optionale Stagsegel des Kutters die Bootsgeschwindigkeit um 10 bis 20 Prozent erhöhen. Eigner bewerteten das Segeln bei leichtem Wind mit „mangelhaft“, was im Einklang mit der Philosophie eines schweren Verdrängers und eines bescheidenen Segelplans steht. Dennoch berichten Eigner bei einer stabilen Brise typischerweise von komfortablen Durchschnittsgeschwindigkeiten im Bereich von 5 bis 6 Knoten, gegenüber einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von etwa 6,6 Knoten. Ein dreiflügeliger Propeller und der serienmäßige Yanmar 2GMF20-Diesel bieten eine sehr gute Alternative für den Vortrieb, wenn der Wind nachlässt.
Unterbringung
Unter Deck bietet die 27 typischerweise eine V-Koje im Vorschiff, einen geräumigen Salon mit zu Kojen umklappbaren Sofakojen sowie eine praktische Pantry und eine separate Nasszelle – allesamt mit Teakholzleisten und langlebigem Innenausbau ausgestattet. Die Breite von rund 10½ Fuß und eine LWL von fast 24,25 Fuß verleihen dem Innenraum für diese Länge ein großzügiges Raumgefühl. Zudem verfügen viele Exemplare je nach Konfiguration über 19–31 Gallonen Kraftstoff und etwa 31 Gallonen Frischwasser – reichlich Vorrat für längere Küstenfahrten oder kurze Offshore-Törns als kleine Fahrtenyacht. Practical Sailor wies darauf hin, dass das Boot bis zu 3.000 Pfund mehr verdrängt als konkurrierende Einrumpfyachten dieser Größe. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die am häufigsten genannte Sorge in Eignergesprächen und Vereinsmitteilungen betrifft die Inspektion der Püttinge und des Riggbereichs. Mehrere Eigner berichteten, dass sie ihre Püttinge neu abdichten mussten, um Lecks zu stoppen. Modelle von Island Packet dieses Alters haben oft durchgebolzte oder einlaminierte Püttingskonstruktionen. Gutachten vor dem Kauf zeigen regelmäßig Feuchtigkeit im Deckskern sowie die üblichen altersbedingten Probleme – altes stehendes und laufendes Gut, gealterte Seeventile, veraltete Elektrik und Elektronik sowie abgenutzte Polster. Noch gravierender war eine Neigung zum Rissbildung im Rumpflaminat, wenn das Boot unter Längsschub stand, wie etwa auf einer Kranlage oder nach dem Reffen; Haarrisse im Gelcoat des Decks störten bei den ersten Booten. Osmose (Blasenbildung) scheint kein großes Problem gewesen zu sein – von über 30 befragten Eignern hatte keiner Osmose, und es wird seltener berichtet als bei einigen zeitgenössischen Werften.
Refits und Unterhalt
Zu den üblichen Empfehlungen für Käufer gehören der Austausch älterer Püttinge aus 304er Edelstahl oder der Einbau neuer externer Püttinge, die Erneuerung des stehenden Guts, die Aktualisierung der Schalttafel und der Navigationselektronik sowie die Behebung von Schwachstellen im Deckskern oder im Dichtungsmörtel, die bei der Besichtigung festgestellt wurden. Einige Exemplare sind mit einem Einbaudiesel ausgestattet, was die Abhängigkeit vom Hilfsmotor erheblich vereinfacht.
Das Fazit
Die Island Packet 27 ist eine robuste, konservative kleine Fahrtenyacht für Segler, die Ballast, Struktur und ein seegütiges Verhalten einer absoluten Geschwindigkeit vorziehen. Ihre hohe Verdrängung und ihr langer Kiel machen sie zu einem stabilen Begleiter auf See, während das Kutterrigg Flexibilität bietet. Die Aufmerksamkeit des Käufers sollte sich auf die Püttinge, den Decksaufbau und die Spannungsrisse konzentrieren, die sich an der Kante des Decks zeigen können.
Vorteile
- Schwere Verdrängung von 8.000 lb mit 38 % Ballastanteil für hohe Stabilität auf See
- Robuster, handaufgelegter Massivholzrumpf mit extrem harten Kielvorderkanten
- Undichte Rumpf-Deck-Verbindung mit beschichteten Beschlägen auf Aluminiumbasis
- Geräumiger Innenraum mit umbaubarem Salon und separater Nasszelle
Nachteile
- Mäßige Leichtwindsegeleigenschaften laut Eignern
- Riss im Rumpflaminat unter Zugbelastung beim Kreuzen
- Berichtete Undichtigkeiten an den Püttingen; sorgfältige Inspektion erforderlich
- Haarrisse im Gelcoat des Decks bei frühen Booten








