Design und Konstruktion
Die Potter 19 ist bei allen Exemplaren mit massiven GFK-Rümpfen gebaut, und International Marine stellte später den Decksaufbau von Sperrholzkern auf Balsa um, während die Rümpfe weiterhin massiv blieben. Schließzellen-Schaumstoff im vorderen und hinteren Bereich macht das Boot unsinkbar – ein wichtiger Sicherheitsaspekt für eine trailerbare kleine Fahrtenyacht, die Eigner regelmäßig zu Wasser lassen und wieder an Land ziehen. Der Hubkiel lässt sich vertikal in den Rumpf heben und auf verschiedene Tiefen trimmen. Ein vollständig abgesenkter Kiel von 300 Pfund hat einen Tiefgang von 3 Fuß 7 Zoll, während er bei vollständigem Anheben nur noch 8 Zoll Tiefgang hinterlässt. In Kombination mit einem klappbaren Ruder ermöglicht dies es, das Boot direkt auf den Strand zu setzen. Das Schwert selbst ist ein einfaches, zuverlässiges Design ohne bewegliche Teile, obwohl einige Eigner älterer Boote aus den Mitte der 1980er Jahre über leichte strukturelle Probleme mit dem Schwertkasten-Bolzen berichtet haben. Neuere Boote zeigen ein wesentlich verbessertes rutschfestes Profil im Deck und sind sowohl im aufgeklappten als auch im abgesenkten Bereich des Kajütaufbaus mit Handläufen ausgestattet. (1)
Rigg und Handhabung
Ein 7/8-Rigg ermöglicht ein großes Großsegel, und ein kräftiger Bugspriet gehört seit jeher zum Deckspaket. Der Mastdurchmesser beträgt 22 Fuß 6 Zoll, was zu einer Durchfahrtshöhe von rund 25 Fuß führt, und ein cleveres Mastlegevorrichtungssystem ermöglicht es einem einzelnen Mann, den Mast zu setzen. Alle Leinen sind typischerweise nach achtern geführt, die Genuaschoten und die Schwertwinsch sind gut platziert, aber die Großschot ist etwas unhandlich, da sie vom Ende des Baums herabwinkelt und den Steuermann dazu zwingt, Abstand zu halten. Die meisten Eigner berichten, dass sie in weniger als einer Stunde segelfertig sind, sobald sie am Slip ankommen. Die Vorschiffskante lenkt das Wasser tendenziell ab, was das Cockpit selbst bei kabbeligem Wetter relativ trocken hält, und die Sicht im Cockpit ist hervorragend. Auf dem Wasser ist das Boot auf raumen Kursen sehr ausgewogen, und Eigner berichten von Geschwindigkeiten von bis zu 5 Knoten bei Windstärken von 10 Knoten und mehr auf raumen Kursen. Am Wind zu segeln ist jedoch nicht seine Stärke, da er nur bis zu etwa 50 Grad scheinbare Windstärke gut mitspielt.
Unterbringung
Unter Deck beträgt die Stehhöhe nur fünf Fuß, sodass der Innenraum ausschließlich zum Sitzen oder Liegen geeignet ist. Eine Art Pantry ist zwischen den Kojen eingezwängt, mit einem Butanherd an Steuerbord und einer Spüle an Backbord. Schränke befinden sich unter den Kojen, unter der Spüle und dem Herd sowie in den Rückenlehnen der Sitze. Zwei Erwachsene haben im Cockpit genug Platz, um ihre Beine auszustrecken, was das Boot trotz des minimalen Kabinenvolumens für kurze Küstentörns nutzbar macht. Neuere Boote sind mit einer Kettenkasten ausgestattet, einer praktischen Ergänzung für Segler, die vor Anker liegen möchten.
Ausrüstung und Antrieb
Neue West Wight Potters werden standardmäßig mit einem fünf PS starken Langschaft-Tohatsu-Außenborder ausgeliefert, und die meisten Gebrauchtboote sind ebenfalls mit Außenbordern verschiedener Marken mit fünf oder sechs PS ausgestattet. Eine verstellbare Motorhalterung macht den Außenborder im Wasser effizienter und erleichtert das Aufholen beim Segeln. Auf dem Gebrauchtbootmarkt sind die meisten Boote mit überlappenden Genuas anstelle einer funktionierenden Fock ausgestattet, und viele verfügen über eine flexible CDI-Rollfock am Vorstag. Neue Boote kommen standardmäßig mit einem 110-prozentigen überlappenden Vorsegel aus, und die meisten Eigner empfehlen, ein so großes Vorsegel zu führen, wie man sich leisten kann.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige dokumentierte Schwachstelle ist der Schwertkasten bei älteren Modellen aus Mitte der 1980er Jahre, bei denen einige Eigner leichte strukturelle Probleme am Ankerberührungspunkt berichtet haben. Ansonsten ist die Bauqualität unkompliziert: solide Rümpfe, Decks mit Balsaholzkern aus der International Marine-Ära und ein geschlossenes Auftriebsverhalten. (1)
Das Fazit
Die West Wight Potter 19 ist eine langlebige, unsinkbare Pocket-Cruiser-Yacht, die für ihre Länge von 18 Fuß 6 Zoll beim Trailern und beim entspannten Segeln auf raumen Kursen viel hergibt. Ihr einfaches Schwert, die nach achtern geführten Leinen und das einhändige Mastsegel machen sie extrem einfach zu Wasser zu lassen und zu segeln, während das trockene Cockpit und die gute Sicht sowohl für Tagestouren als auch für Übernachtungen geeignet sind. Die unhandliche Großschot und der schwache Am-Wind-Winkel sind jedoch echte Nachteile, und der Schwertkasten aus den Mitte der 1980er Jahre sollte bei einem Kauf genau inspiziert werden.
Vorteile
- Unschlagbar durch geschlossenzelliges Schaumstoffmaterial im vorderen und hinteren Bereich
- Der einziehbare Kiel und das aufholbare Ruder ermöglichen das Trockenfallen bei einem Hubdruck von 8 Zoll
- Einpersoniges Maststellen und schnelle Umsetzung vom Slip zum Segeln
- Gute Balance auf raumen Kursen mit Geschwindigkeiten von bis zu 5 Knoten bei Windstärken von über 10 Knoten
Nachteile
- Die Leistung am Wind ist auf etwa 50 Grad scheinbaren Windwinkel begrenzt
- Ungünstige Geometrie der Großschot am Steuerstand
- Leichte strukturelle Mängel an den Schwertkästen bei Booten aus Mitte der 1980er Jahre
- Die Stehhöhe von nur 1,52 m schränkt die Nutzung der Kabine ein



