Hunter 18.5 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Hunter Design Team·1987 – 1993·Hunter Marine
Hunter 18.5 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flügelkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
18.42' · 5.61 m
Verdr.
1.600 lbs · 726 kg
Erstes Baujahr
1987

Die Hunter 18.5 ist eine amerikanische trailerbare Fahrtenyacht, die von dem Hunter Design Team entworfen und erstmals 1987 von Hunter Marine gebaut wurde. Sie wurde bis 1993 in den Vereinigten Staaten produziert und ist einer der früheren Minikreuzer, die Hunter auf den Markt brachte. Mit einer Länge über alles von knapp über 18 Fuß und einer Breite von fast sieben Fuß, einem Flügelkiel sowie einem am Spiegel aufgehängten, klappbaren Ruder an Pinne liest sich das Boot als kompakter Einrumpfer, der von einer kleinen Crew geslippt, gesegelt und wieder an Land gezogen werden soll.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
18,42 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
15,5 ft
Breite
7,08 ft
Tiefgang
2 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flügelkiel
Ruder
1× —
Ballast
520 lbs (Blei)
Verdrängung
1.600 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
21 ft
Unterliek Großsegel
7,92 ft
Vorsegeldreieck Höhe
21,42 ft
Vorsegeldreieck Basis
6,46 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
22,37 ft
Segelfläche
176 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
20,58
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
32,5
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
191,81
Komfort-Ratio
11,13
Kenterungsverhältnis
2,42
Rumpfgeschwindigkeit
5,28 kn

Design und Konstruktion

Die 18.5 ist überwiegend aus GFK mit Holzverzierungen gebaut und verfügt über einen geneigten Vorsteven sowie einen negativen Spiegel. Ihr fester Flügelkiel hat einen sehr geringen Tiefgang von nur zwei Fuß und kombiniert eine Kielflosse mit Winglets – eine Konfiguration, die Steve Henkel als einzigartiges Merkmal des Entwurfs hervorhob. Der Ballast von 520 Pfund aus Blei sorgt für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von etwa 32,5 Prozent, was Henkel als das höchste in seiner Vergleichsgruppe bezeichnete. Der Rumpf ist unter Wasser aus massivem GFK gefertigt, ebenso das Deck, was dem allgemeinen Bauverfahren der Werft für ein massives GFK unter der Wasserlinie entspricht. (1)

Rigg und Handhabung

Das Boot ist als Bermuda-Slup mit einem voll durchgelatteten Großsegel und einem 7,3 m² großen Segelplan getakelt. Die Segelfläche von 176 Quadratfuß treibt einen 725 kg schweren Rumpf auf eine theoretische Rumpfgeschwindigkeit von rund 5,3 Knoten. Das PHRF-Durchschnittshandicap von 288 ordnet sie unter die moderaten Regattabooten für Clubregatten ein. Henkel stellte fest, dass die volle Lattung das Lesen des Großsegel-Trims erschwerte – ein typisches Merkmal der Kimm, bei dem man visuelle Rückmeldung zugunsten einer leichteren Handhabung opfert. Am Wind fand er den flachen Kiel und die geringe Querfläche unzureichend für auch nur passable Leistung am Wind, mit oder ohne Winglets; zu flach und mit zu geringer Querfläche, um auch nur solide Leistung am Wind zu erwarten. Das am Spiegel aufgehängte, klappbare Ruder, das tiefer liegt als der Kiel, lässt das Ruderblatt bei Flachwasserbegegnungen ungeschützt zurück, wenn die Klappvorrichtung nicht gesichert ist. (1)

Unterbringung

Unter Deck bietet die 18.5 Schlafplätze für drei Personen: eine Doppelkoje im Vorschiff als V-Koje und eine gerade Koje auf der Backbordseite im Salon. Henkel lobte die Stehhöhe von vier Fuß als außergewöhnlich für ein Boot dieser Größe. Zur Werftausstattung gehörten unter anderem eine tragbare Toilette, ein Spirituskocher in der Pantry, ein Wasserpumpenanschluss, eine Kühlbox und ein Anker – was eher auf eine minimale Ausstattung für das Fahrtensegeln als auf einen voll möblierten Innenraum hindeutet. (1)

Bekannte Schwachstellen

Die größte Schwachstelle ist das klappbare Ruder. Da es tiefer hängt als der feste Flügelkiel, ist es ungeschützt und kann bei plötzlichem Aufenthalt in flachem Wasser beschädigt oder verloren gehen, wenn man nicht auf den Kick-up-Vorgang vorbereitet ist. (1)

Das Fazit

Die Hunter 18.5 ist eine pragmatische kleine Fahrtenyacht: leicht genug zum Trailern, flach genug für Baggerseen und mit mehr Stehhöhe sowie Ballast ausgestattet, als es ihre Länge vermuten lässt. Sie ist keine Regattayacht am Wind, und ihr Ruder erfordert in flachen Gewässern Respekt, aber als erstes trailerbares Kielboot bleibt sie ein vernünftiges, gut ausbalanciertes Paket.

Vorteile

  • 1,20 m Stehhöhe sind für diese Größe außergewöhnlich
  • Höchster Ballastanteil in der Vergleichsgruppe
  • Flacher Flügelkiel mit Bulbkiel und Winglets erleichtert das Zuwasserlassen
  • Schlafplätze für drei Personen durch praktische V-Koje und Salonsofa

Nachteile

  • Leistung am Wind durch flachen Kiel mit geringer lateraler Fläche eingeschränkt
  • Großsegel mit Volllatten ist schwer mit bloßem Auge zu trimmen
  • Aufholbares Ruder liegt tiefer als der Kiel und ist anfällig für Schäden im Flachwasser

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