Design und Konstruktion
Der Tiger ist ein 18-Fuß-Katamaran mit einer Breite von 2,60 m und einer Verdrängung von fast 180 kg. Über drei Entwicklungsphasen hinweg wurden Rumpfform, Querträger und Mast nie verändert, was der Klasse eine ungewöhnliche Kontinuität für eine Regatta-Derivation verleiht. Frühe Rümpfe wiesen eine Laminatschweißnaht auf, die entlang der gesamten Kielsohle eine Halb-Zoll-Berührungslinie hinterließ; bei späteren Serienbooten wurde diese Linie ab Werft entfernt. Die symmetrischen Rümpfe haben einen sanften Unterwasserschwebe, der laut eigener Aussage der Klasse das Segeln in rauen Bedingungen erleichtert, während die Konfiguration mit Steckschwert und Pinne sowie der robuste Mast mit trapezförmigem Querschnitt eine Plattform schaffen, die eher für Wind als für Gleiten auf flachem Wasser gebaut ist – der Tiger gleitet nicht. (1)
Rigg und Segelplan
Beim Stapellauf trug der Tiger ein Pinhead-Großsegel mit einer 8:1 Großschot, eine Rollfock mit manuellen Klampen auf der vorderen Querstange, einen rechteckigen Hobie 20 Baum und einen aus dem Tramp geschossenen Spinnakerbeutel. Die erste Überarbeitung brachte eine Selbstwendefock, ein Square-Top-Großsegel, runde Baumröhren und frühe Snuffer; die zweite fügte Carbon-Foils, eine größere Square-Top (STX)-Genua, voll durchgelattete Vorsegel und Tramp-Träger am oberen Ende der vorderen Querstange hinzu; die dritte führte neu gestaltete Ruder, eine 10:1 Großschot, Pentax-Vorsegel, ein Einleitstrag und tiefer liegende Bridle-Klemmen ein. Der Tränenförmige Mastquerschnitt verhindert übermäßiges Twisten im oberen Bereich, wenn der Spinnaker fliegt, und die 10:1 Großschot ist ein echter Vorteil beim Handling. Die Crew-Trapeze befinden sich im Hobie 20-Stil innerhalb der vorderen Querstange, wobei der Skipper an der außenliegenden Ankerklampe steht, und die Spinnakerschot wird handgeführt, ohne dass dafür Klampen benötigt werden. (1)
Leistung und Seeverhalten
Valers Entwurf wurde mit Wind im Sinn konzipiert, und am Wind verläuft die Fahrt geschmeidig und souverän – auf diesem Segelbereich gleicht sie dem späteren Wildcat. Vor dem Wind bei Starkwind ist der Tiger nicht so schnell wie der Wildcat, und das Rudergefühl ist im Vergleich schwerer. Das Doppel-Trapezieren beginnt typischerweise ab über 9 mph, und das optimale Crewgewicht für alle Bedingungen wird mit 340 bis 360 lbs bei großen Segeln angegeben. Ausgleichsgewichte sind Teil der Einheitsklasse-Disziplin: Bootsgewichte an Backbord und Crewgewichte an Steuerbord, meist am Schwertkasten (Dolphin Striker) befestigt, wobei die Crewgewichte sichtbar und entfernbar sein müssen.
Segelgewichtsklassen
Die Klasse sorgt für Chancengleichheit durch Limits des Segelplans, die an die kombinierte Crewmasse gekoppelt sind. Crews von 115 kg bis 140 kg segeln mit der kleinen Fock und dem Spinnaker (3,45 m² Fock, 19 m² Spinnaker); von 140 bis 150 kg sind große Fock und Spinnaker (4,15 m² Fock, 21 m² Spinnaker) erlaubt; ab 150 kg darf das große Rigg ohne zusätzliches Gewicht verwendet werden. Das minimale kombinierte Crewgewicht beträgt 115 kg, und die Standardcrew besteht aus zwei Personen.
Bekannte Schwachstellen
Das einzige bekannte Konstruktionsproblem ist die frühe Kielnahtverwerfung aus der Laminatüberlappung, die bei späteren Booten ab Werft bereits eliminiert wurde. Die Kontinuität von Rumpf, Querträgern und Mast über alle Upgrades hinweg spricht für einen stabilen Produktionsstandard.
Das Fazit
Der Tiger 18 ist ein konsequenter F18, der etwas Geschwindigkeit vor dem Wind und Leichtgängigkeit im Ruder gegenüber dem Wildcat eintauschte, um eine robuste, unveränderte Plattform und eine tiefe Einheitsklassen-Regelung zu erhalten. Drei Modernisierungswellen haben das Rigg und die Foils aktualisiert, ohne den Rumpf zu verändern, was selbst frühe Exemplare mit späteren Beschlägen konkurrenzfähig macht. Als zweimannige Regattakatamarane-Klasse bleibt sie eine gut unterstützte und gut dokumentierte Klasse.
Vorteile
- Kontinuierliches Rumpf-, Querträger- und Mastdesign über alle Produktionswellen hinweg
- Der robuste Tränenmast widersteht der Verwindung mit Spinnaker bei starkem Wind
- Detaillierte Einheitsklassen-Gewichts- und Segelband-Vorschriften garantieren Chancengleichheit
- Sanfter Rocker erleichtert das Handling in rauem Wasser
Nachteile
- Schwergängigeres Rudergefühl als beim Wildcat
- Nicht so schnell vor dem Wind bei starkem Wind wie der Wildcat
- Frühe Rümpfe weisen eine Kielnahtwulst von einer halben Zoll Dicke auf












