Design und Konstruktion
Der Kern der Adventure Island ist ein rotationsgeformter Polyethylen-Rumpf mit größeren Auslegerarmen (Amas) und umgekehrten Wave-Piercing-Bögen. Für das Anlegen klemmen diese Amas parallel gegen den Rumpf. Klappbare Auslegerarme lassen sich im Handumdrehen auf den Rumpf klappen und sind auch unterwegs ausziehbar oder einstellbar. Dies verleiht dem Boot ein selbstlimitierendes Charakteristikum, wodurch ein Kentern fast unmöglich wird. Wenn zu viel Wind aufkommt, neigt sich der Rumpf und begräbt den Leesegler-Ausleger, was das Boot automatisch abfängt und sicher hochläuft. Ein schwenkbares Schwert statt eines Steckschwerts verhindert seitliches Abdriften, und der Hauptrumpf von 130 Pfund ist leicht genug, um mit dem integrierten Transportwagen aufzuhängen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Segelrigg nutzt einen freistehenden, drehbaren Mast, um den sich ein Rollgroßsegel mit Volllatten wickelt. Der Hersteller beschreibt ein vertikal gelattetes Rollgroßsegel als Tragfläche. Historische Tests vermerken bei früheren Konfigurationen einen 15-Fuß-Mast mit einem Segelfläche von 54,5 Quadratfuß, während spätere Bewertungen einen steiferen, zweiteiligen Carbonmast mit größerer Segelfläche beschreiben. Ausgestattet ist das Boot mit Harken-Zubehör, Delrin-Kunststofflagern an der Mastspur und einer Ruderleine aus Spektrakord. Ein Tester, der die beiden Leinen für das Segel mit einer Hand bediente und das Ruder mit der anderen kontrollierte, konnte von voller Kraft auf Null in etwa fünf Sekunden gehen. Die Mirage Adventure ist das schnellste Kayak im Hobie-Portfolio. Unter Kombination aus Pedalen und Segeln flogen Tester mit bis zu sieben Knoten Geschwindigkeit, wobei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von vier oder fünf Knoten lag. Bei Windstärken von 7 bis 10 Knoten konnten bis zu 5 Knoten Höhe am Wind erreicht werden.
Antrieb und Leistung
Neben den Segeln ist das Boot mit einem MirageDrive 180 im Vorwärts- und Rückwärtsgang mit Glide Technology und patentierten Kick-Up-Flossen ausgestattet, die Bewegung ohne Paddeln ermöglichen, wenn der Wind nachlässt. Serienmäßig sind zudem ST Fins verbaut. Die flexible Polyethylen-Konstruktion des Rumpfes gleitet sanft über kleine Wellen hinweg. Tester stellten fest, dass diese Flexibilität hilft, größere Wellen zu meistern, und verhindert, dass sich das Bugteil bei schnellem Fahrtensegeln zu schnell eingräbt. Das Boot ist jedoch nicht trocken – bei jedem Hauch von Wind oder Kabbelwasser riet ein Tester dringend zum Tragen eines Badeanzugs – und der Hersteller positioniert es als außergewöhnliche, hochseetaugliche Fischerplattform mit integrierten Rod-Holdern.
Unterbringung und Ausrüstung
An Deck fördern mehrere Luken und die Decksstauung mehrtägige Abenteuer – in einer Bewertung wurden drei Luken gezählt. Die Sitze der Vantage CT lassen sich Neigungswinkel und Höhe schnell und einfach verstellen. Tester beschrieben diese Sitze als höher positioniert als bei den Vorgängern, leichtgewichtig, schnell trocknend und mit guter Lendenwirbelstütze sowie unendlicher Einstellmöglichkeit. Ein Zubehör-Trampolin-Kit schafft zusätzlichen Bewegungsspielraum zwischen den Amas, und ein Becherhalter vervollständigt den Komfort in der Plicht.
Bekannte Schwachstellen
Die Ruderhebelung erntete bei Testern Kritik, da sie sehr steif ist und nur wenig mechanischen Hebelarm bietet. Sie funktioniert am besten, wenn eine Einstellung einmal vorgenommen und für eine Weile beibehalten wird.
Das Fazit
Die Adventure Island ist eine clevere Fusion aus Sit-on-Top-Kajak und Trimaran, die den Komfort einer Kabine gegen die Vielseitigkeit eines offenen Bootes mit Pedalen oder Segeln eintauscht – eine Vielseitigkeit, der nur wenige kleine Boote das Wasser reichen können. Ihr rotationsgeformter Rumpf und die schnell zu montierenden Amas machen sie gutmütig und transportabel, während das freistehende Rollrigg und der MirageDrive einem Einhandsegler mehrere Optionen zum Vorankommen bieten. Sie mag nass sein und rudersteif wirken, bleibt aber ein zugänglicher, fast unkaputter Begleiter für Küsten- und Blauwasserreviere.
Vorteile
- Aufgrund des selbstlimitierenden Outrigger-Designs fast unmöglich umzukentern
- Rotationsgeformter Polyethylen-Rumpf mit am Steg bequem einholbaren Amas
- Pedalantrieb plus Rollsegel für windunabhängige Reisen
- Schnell verstellbare, erhöhte Vantage CT-Sitzplätze für mehrtägigen Gebrauch
Nachteile
- Steife Ruderkurbel mit geringer mechanischer Übersetzung
- Kein trockenes Boot bei Wind oder Kabbelwasser
- Offenes Sit-on-Top-Layout ohne geschlossenen Schutz

