Design und Konstruktion
Der Rumpf wirkt modern, ist aber konservativ gestaltet. Er verdrängt 3.860 kg und weist mit 1.250 kg Ballast eine gusseiserne Flosse auf, die mit Edelstahl-Kielbolzen befestigt ist. Als Alternative wurde ein Bleibulbkiel mit 1,45 m Tiefgang angeboten, und es war auch eine Schwenkkiel-Version mit Doppelruder und einem Tiefgang von 0,95 bis 1,80 m möglich. Unter der Wasserlinie besteht der Rumpf aus massivem GFK, während das Überwasserschiff und das Deck aus einem Balsaholz-/GFK-Sandwich mit Endgratstruktur bestehen, alles laminiert mit Isarindenharzen. Die Schotten sind oben und unten einlaminiert, und die separate Innenschale des Decksaufbaus trägt gepolsterte Vinyl-Himmelpaneele, die herausgezogen werden können, um die Decksbeschläge freizulegen – ein praktischer Wartungsdetail, das bei Booten dieser Größe selten ist. Die Innenstruktur und der Innenausbau bestehen aus Mahagoni-Sperrholz, dessen Furniere mit Zwei-Komponenten-Lack für einen hochglänzenden Glanz versehen sind. (1)
Rigg und Handhabung
Die 311 ist mit einem 7/8-Rigg auf einem eloxierten Aluminium-Sparcraft-Mast ausgestattet, der an Deck steht und von zwei Paar zurückgepfeilten Salingen mit Wanten und Unterwanten getragen wird. Das Achterliek des Großsegels liegt frei über dem Achterstag, das Achterstag selbst ist über eine Blöckeinrichtung verstellbar, ebenso wie der Baumniederholer. Die Segelbedienung ist bewusst minimalistisch gehalten: Eine einzelne Genuaschot führt zum Travellersystem auf dem Vordeck und nach achtern zu einer von zwei Harken 16 Selbstwendewinschen, während zwei Harken 32 Selbstwender auf den Sülls sitzen und ein Pfieffer Großschot-Traveller die Plicht überspannt. Die Großsegelfläche beträgt 28,5 m² mit einer rollbaren Selbstwendefock von 21,3 m² auf einer Doppel-Facnor-Rollanlage, und Lazy-Jacks mit einer Baumtasche vereinfachen das Bergen des Großsegels. Der serienmäßige 19 PS Volvo Penta Saildrive klemmt unter dem Niedergang; Tester berichteten auf boatsales.com.au, dass sich das Boot unter Motor gut manövrieren ließ und bei ruhigem Wetter problemlos 6 knapp bei 2.600 U/min lief. (1)
Unterbringung
Zwei separate Doppelkojen prägen die Aufteilung, mit insgesamt vier bis sechs Schlafplätzen und einer Stehhöhe von 1,85 m. Die Bugkabine bietet eine 2,01 m lange V-Koje, die den verfügbaren Raum optimal ausnutzt; eine Eignenkabine im Achterschiff fungiert als Eignerkabine mit einer 2,03 m langen Koje, einem Kleiderschrank und Stauraum, und eine Tür trennt die Achterkoje vom Salon. Der Salon beschränkt sich auf einen zentralen Klapp-Tisch auf einem Edelstahlstützpfeiler, ergänzt durch gegenüberliegende Sofakojen, die bis zum vorderen Püttingschott reichen. Die Pantry am Steuerbord-Achterende kombiniert zwei Spülbecken mit Warmwasser-/Kaltwasserversorgung über einen 22-Liter-Wassertank, einen zweiflammigen Triton-Erdgas-Herd mit Backofen und eine waeco-kühlte Kühlbox mit abnehmbarem Deckel. Die Badezimmereinrichtung an Backbord im Achterschiff beherbergt die Bordtoilette, einen Waschtisch mit ausziehbarer Dusche und Haken für nasse Kleidung. Eine „Charter“-Aufteilung ersetzte die beiden Eignenkojen durch zwei spiegelbildliche Doppelkojen im Achterschiff, und eine enge, zugängliche Rohrkoje ist im Laderaum neben der Nasszelle zu finden.
Ausrüstung und Systeme
Zum Standardausstattungsprofil gehörten ein Warmwassersystem mit Druck, eine 12V-Kühlanlage, eine elektrische Muir-Ankerwinde, Simrad-Längen- und Tiefenmesser, ein Plastimo-Kompass, Kraftstoff- und Wassertanks aus Edelstahl sowie eine Fäkalientank. Die Navigationsecke verfügt über eine Schalttafel mit Sicherungen und einen Kartentisch; die achtere Nasszelle nutzt das elektrische Warmwassersystem. Eine Badeplattform und eine Badeleiter befinden sich am Heck, wobei der Spiegel selbst nicht öffnbar ist.
Das Fazit
Die Hanse 311 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht, die auf übertriebene Leistungswerte verzichtet und stattdessen nutzbares Volumen sowie gutmütige Systeme bietet. Ihr Überwasserschiff mit Balsakern und einlaminierten Schotten sorgen für eine steife, zugängliche Struktur, und die Selbstwendefock mit Einleinenführung macht das Segeln mit kleiner Crew wirklich einfach. Die Zwei-Kabinen-Aufteilung ist für die Länge großzügig, wenngleich die V-Koje eher für Kinder als für große Erwachsene geeignet ist und die Rohrkoje eher improvisiert wirkt. Eine Schwenkkiel-Option erweitert das Einsatzspektrum, aber der serienmäßige Flossenkiel aus Eisen bleibt die pragmatische Wahl für Fahrtensegler.
Vorteile
- Zwei echte, separate Doppelkojen mit Türen in einem 29-Fuß-Rumpf
- Selbstwendefock und Einleinenführung machen das Boot leicht einhand zu segeln
- Ausziehbare Deckenverkleidungserweiterungen bringen die Decksbeschläge für Wartungsarbeiten frei
- CE-Kategorie A (Hochsee) mit QA-Zertifizierung von German Lloyds
Nachteile
- Die V-Koje im Vorschiff ist für Erwachsene zu kurz
- Der Zugang zur Rohrkoje ist eng und unhandlich
- Der Spiegel lässt sich trotz Badeplattform nicht öffnen









