Design und Konstruktion
In den Mitte der 1980er Jahre hatte sich die Werft von den dünnen Laminaten ihrer Anfangszeit hin zu einer wesentlich robusteren GFK-Bauweise entwickelt. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK-Anker, eine Wahl, die für maximale Sicherheit gegen Leckagen sorgt. Die Decks sind meist mit Balsaholzkern statt als Massivdeck ausgeführt – ein Detail, das bei langfristiger Eignerschaft beachtet werden sollte. Der prägende Charakter des Modells ergibt sich aus dem cleveren Einsatz von Breite und Freibord, um ein Achterkabinen-Layout zu schaffen, das deutlich größer wirkt als die angegebene Größe. Mit einer Breite von 13'2", einer Verdrängung von 28.000 Pfund und einem Ballast von 10.500 Pfund weist die 45 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37,5 Prozent und eine Komfort-Ratio von 34,8 auf – Werte, die das stabile, angenehme Seeverhalten erklären, das Eigner schätzen. (1)
Unterwasserschiff und Rigg
Im Gegensatz zu einigen Vorgängern verfügt die Hirsch 45 über ein moderneres Unterwasserschiff mit Flossenkiel und einem am Skeg aufgehängten Ruderanker. Zudem gab es verschiedene Tiefgangsvarianten: eine beliebte Version mit geringem Tiefgang für die flachen Gewässer der Bahamas und Floridas sowie eine Version mit großem Tiefgang für bessere Leistung am Wind. Die meisten Boote verließen die Werft als Masttoppslup, obwohl es auch einige Versionen mit Ketsch-Rigg gibt. Der Segelplan misst 933 Quadratfuß bei Masttoppslup-Rigg, mit einer Vorstaghöhe von 55 Fuß und einer Großsegellänge von 49 Fuß. Die Hirsch 45 profitierte von einer verbesserten Unterwassergeometrie und einem moderneren Segelplan, was sie deutlich kursstabiliger und schneller machte als die früheren, klobigeren Gulfstar-Modelle. Die Stabilität resultiert größtenteils aus der großzügigen Breite und dem erheblichen Ballast und nicht aus einem schmalen, tiefen Profil. (1)
Leistungsprofil
Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,1 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 283 liegt die 45 fest im Bereich der Fahrtenyachten mit moderater Leistung und nicht am Ende der Regattayachten mit geringer Verdrängung. Ein Kenterungsverhältnis von 1,74 ordnet sie zu den konventionell sicheren Formen für den Hochseebereich ein. Unter Motor war die typische Installation ein Perkins- oder Yanmar-Diesel mit 50 bis 66 PS, und eine komfortable Marschgeschwindigkeit von 6,5 bis 7 Knoten bei 2.200 U/min ist je nach Propellerkonfiguration realistisch. Diese Kombination aus solider Rumpfstruktur, schwerem Ballast und modernisierte Kielgeometrie verleiht dem Boot ein berechenbares, beruhigendes Verhalten in der Welle.
Unterbringung
Die Eignerkabine achtern ist ein echter Rückzugsort und verfügt meist über eine umlaufende Doppelkoje (Inselbett) in Queen-Size und eine eigene Nasszelle mit separater Dusche. Die Pantry befindet sich im Steuerbord-Gang – eine vernünftige Aufteilung für Fahrtensegler, die das Kochen außerhalb des Hauptsalons verhindert. Die Tankkapazitäten für Kraftstoff und Wasser sind großzügig dimensioniert; das Boot kann oft mehr als 380 Liter Diesel und 570 Liter Frischwasser transportieren, was längere autarke Törns ermöglicht. Das Innenraumvolumen, das durch das Freibord und die Breite optimal genutzt wird, ist das Hauptmerkmal, das von denjenigen am häufigsten hervorgehoben wird, die an Bord gehen und eine 45-Fuß-Yacht erwarten, stattdessen aber etwas finden, das eher einer größeren Yacht gleicht.
Das Fazit
Die Gulfstar Hirsch 45 ist eine durchdacht weiterentwickelte Fahrtenyacht, die einen späten Höhepunkt von Gulfstar einfängt – eine Zeit, in der die Konstruktion der Werft reif war und ihre Unterwasserschiffe modernisiert wurden. Sie belohnt Eigner, die Volumen, Stabilität und einfache Systeme über reine Geschwindigkeit stellen, und bleibt ein vernünftiger Kandidat für anspruchsvolle Küsten- und Hochseetörns.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit Pfeilfester und robuster GRP-Bauweise aus Mitte der 1980er Jahre
- Außergewöhnliches Innenraumvolumen durch die breite und frei liegende Achterkabine
- Moderner Flossenkiel und Skeg-Ruder unter Wasser sorgen für mehr Seetüchtigkeit als bei früheren Gulfstar-Modellen
- Große Tankkapazitäten und zuverlässige Dieselmotoren mit 50–66 PS
Nachteile
- Decks mit Balsakern bergen ein inhärentes langfristiges Feuchtigkeitsrisiko
- Die schwere Verdrängung begrenzt die Beschleunigung bei Leichtwind trotz modernen Segelplans
- Flach- und Tiefgangsvarianten erfordern eine sorgfältige Abstimmung auf das geplante Revier







