Design und Konstruktion
Der Rumpf ist ein einfaches, massives GFK-Laminat aus Mat und gewebtem Roving, das nicht durch angeformte Innenschalen, sondern durch vollständige Schotten und fest einlaminierte Innenausbauten verstärkt wird. Einige wenige Rümpfe sind stattdessen mit Balsaholzkern gebaut. Das Deck ist ebenfalls mit Balsaholzkern ausgeführt, mit einer von unten einlaminierten, durchgebolzten Verbindung, und der über die gesamte Länge verlaufende Ruderskeg ist fest verbolzt. Der Ballast besteht aus Bleiblöcken, die in Beton eingegossen und im langen Flossenkiel – der einzigen angebotenen Kieloption – eingekapselt sind. Bei einer Verdrängung von 35.000 Pfund, 10.500 Pfund Ballast und einer Breite von 13 Fuß 8 Zoll weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 30 auf. Ein Segelboot mit diesem Verhältnis profitiert meist davon, frühzeitig gerefft zu werden, um es bei mäßigem Wind aufrecht segeln zu lassen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Gulfstar 50 wurde als Masttoppslup oder Ketsch angeboten, wobei auch eine hohe Slup-Version möglich war. Die Slup trägt 895 Quadratfuß Segelfläche und die Ketsch 963, wobei die Ketsch ein zusätzliches Stagsegel fahren kann; der Segelplan ist in beiden Konfigurationen nicht besonders großzügig bemessen. Breite Salingen und Püttinge, die fast außenliegend platziert sind, sorgen für gute Schotwinkel. Die meisten Eigner berichten, dass das Boot nur dann gut am Wind segeln kann, wenn der scheinbare Windwinkel 45 Grad oder mehr beträgt. Im Seegang verhält sie sich sehr gutmütig: Der Vorfuß hat genug Biss, die Kimm ist tief genug, sodass das Boot im Kabbelwasser kaum einsetzt, und ihre relativ schmale, moderate Rumpfform bremst den Wind nicht aus. Sie bevorzugt mäßigen bis starken Wind gegenüber leichtem Wind; unter Segeln mit über 12 Knoten Wind erreicht sie problemlos 7 Knoten oder mehr, obwohl unter dieser Geschwindigkeit Spinnaker und Stagsegel benötigt werden, um die Fahrt aufrechtzuerhalten. (1)
Unterbringung
Das beliebtere Layout wurde für den Charterbetrieb entwickelt und verfügt über drei Kabinen. Achtern befindet sich die Eignerkabine mit eigener Nasszelle und separater Dusche sowie einer riesigen U-förmigen Doppelkoje. Vorne liegt eine V-Koje, die die Nasszelle mit dem Salon teilt, und mittschiffs an Steuerbord befinden sich zwei Einzelkojen mit einer kleinen eigenen Nasszelle. Die L-förmige Pantry erstreckt sich an Backbord unter dem Mittelcockpit mit doppelten Spülbecken nahe der Mittellinie, sodass sie bei beiden Windrichtungen entwässern können. Der Salon verfügt an Backbord über einen Esstisch und an Steuerbord über eine Sofakoje mit Wachkoje. Die Zwei-Kabinen-Version ersetzt die mittschiffse Kabine durch eine umlaufende Navigationsecke und mehr Platz für den Motor. Zeitgenössische Rezensionen lobten den hervorragenden Teak-Innenausbau und die großzügige Aufteilung an Bord.
Bekannte Schwachstellen
Im Laufe der Jahre traten Rumpfblasen auf, die meist kosmetischer Natur sind, aber in einigen Fällen feuchte Hohlräume im Bereich des Ballasts betreffen. Der Mastfuß ist eine Eisenplatte in der Bilge über dem Kiel und unterliegt Korrosion; bei den Ketsch-Versionen kann der Besanfuß den Deckskern beschädigt haben. Undichte Decksbeschläge, Luken und Bullaugen sind häufige Beschwerden. Bei einigen Booten löst sich das Bronzesteckrohr um den Ruderschaft vom Laminat und muss neu verklebt werden. Auch lose Verbindungen an Schotten und Bodenwänden wurden berichtet und müssen neu eingeklebt werden.
Refits und Eignerschaft
Die meisten Boote verließen die Werft mit einem 62 PS starken Perkins-Diesel, der zuverlässig, aber nicht ganz leistungsstark genug war, um gegen eine steile Welle anzukämpfen; später wurde ein 85 PS starker Perkins angeboten, der sich deutlich besser schlägt. Einige wurden mittlerweile mit turbogeladenen Yanmar-Dieseln neu motorisiert. Der Kraftstofftank sitzt tief, was die Hubpumpe des Motors hart arbeiten lässt. Daher ist das Nachrüsten eines höher liegenden Kraftstofftanks im Boot mit einer Übertragungskette ein lohnendes Upgrade. Viele Boote wurden mit Onan-Generatoren ausgeliefert, die sich als problematisch erwiesen haben und am besten ersetzt werden. Die standardmäßige Kraftstoffkapazität von 100 Gallonen ist für ein 50-Fuß-Boot etwas knapp bemessen.
Das Fazit
Die Gulfstar 50 ist eine gutmütige, komfortabel ausgestattete Mittelcockpit-Fahrtenyacht, deren Produktionszahlen ihre Beliebtheit auf dem Markt bestätigen. Sie belohnt einen Eigner, der bereit ist, die bekannten strukturellen und systemtechnischen Schwachstellen anzugehen, mit einer geräumigen, seetüchtigen Plattform, die sich hervorragend raumschots segeln lässt und vor Anker viel Raum für das Leben bietet.
Vorteile
- Großzügige Drei- oder Zwei-Kabinen-Layouts mit erstklassigem Innenausbau
- Solide, einfache Rumpfkonstruktion mit verlaminierten Schottenverstärkungen
- Gutes Seeverhalten mit minimalem Einsetzen in die Welle
- Leicht auf dem Gebrauchtbootmarkt zu finden (172 gebaut)
Nachteile
- Offene Schotwinkel begrenzen die Leistung am Wind unter 45° scheinbare Windstärke
- Korrosion an der Mastspur, Decksundichtigkeiten und Risiken für Osmose erfordern Wachsamkeit
- Geringe Kraftstoffkapazität und eine arbeitsame, originale Kraftstoffpumpe
- Problematische Standardgeneratoren und bescheidene Standardmotorkraft






