Design und Konstruktion
Gardens Rumpf ist unter der Wasserlinie mit 1¼-Zoll massivem GFK laminiert, und der dokumentierte Charakter des Bootes zeichnet sich durch eine tankartige Festigkeit gepaart mit einem seegütigen Verhalten aus. Das Langkiel-Profil mit Klipperbug und ein Tiefgang von 6 Fuß 6 Zoll ordnen sie fest im Lager der traditionellen schweren Verdränger ein, und die angegebene Komfort-Ratio von über 50 bestätigt, dass dem Bewegungskomfort gegenüber reiner Geschwindigkeit Priorität eingeräumt wurde. Formosa baute die 51 als Flaggschiff ihrer Modellreihe, und die Hand von Garden an der Zeichentafel zeigt sich in einem Rumpf, der eher Kurs halten und Energie dämpfen als schnell zu sprinten. (1)
Rigg und Handhabung
Die 51 ist eine Ketsch, und der Segelplan lässt sich in überschaubare Einheiten aufteilen: Das Großsegel misst etwa 469 Quadratfuß, die Arbeitsfock rund 485 Quadratfuß, und eine 150-prozentige Genua bietet 752 Quadratfuß. Eine 217 Quadratfuß große Besanstagsegel und ein Yankee von 402 Quadratfuß füllen den Vorsegeldreieck und das Achterliek für unterschiedliche Bedingungen. Der Entwurf setzt auf Balance und einfache Handhabung statt auf Geschwindigkeit. Die meisten Boote segeln bei Passatwindbedingungen mit 6–7 Knoten eher gemütlich als dass sie nach reiner Geschwindigkeit jagen. Ein geteiltes Rigg dieser Größe ermöglicht es einem Wachhabenden, das Boot zu kontrollieren, ohne mit einer einzigen übermächtigen Segel zu kämpfen – was unter anderem dazu beigetragen hat, dass sich das Boot in den Händen seiner Eigner als absolut seetüchtig für Weltumsegelungen erwiesen hat. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der mit Teakholz durchtränkte Innenraum vergleichbar mit einer kleinen Wohnung – eine Beschreibung, die perfekt zu einem erhöhten Salon mit einer Stehhöhe von 1,98 m und einer durchgehenden Pantry an Backbord passt. Eine separate Eignerkabine im Achterschiff mit Doppelkoje und eigener Nasszelle bildet das Herzstück des Layouts, während eine vordere Gästekabine mit V-Koje und einer zweiten Nasszelle es ermöglichen, bequem sechs Personen an Bord zu übernachten. Der erhöhte Kajütaufbau sorgt für viel Licht und reichlich Stehhöhe im Hauptsalon, die traditionellen Fahrtenyachten mit tiefem Kiel dieser Ära oft fehlte. Die überall verarbeiteten Teakholzelemente sind weit mehr als nur Dekoration; sie tragen maßgeblich zum Wohngefühl an Bord bei. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Pflege des Teaks und Feuchtigkeit im Innenraum bleiben für die Formosa 51 eine ständige Herausforderung. Dasselbe teakreiche Interieur und das Decksumfeld, die das Boot auszeichnen, erfordern kontinuierliche Aufmerksamkeit. Das feuchte Mikroklima im Innern eines massiv-glasfaserverstärkten Rumpfes, der im Fahrtensegeln eingesetzt wird, muss kontrolliert werden, um langfristigen Schäden vorzubeugen.
Refits und Eignergemeinschaft
Mit rund 120 Rümpfen über ein Jahrzehnt der Bauzeit verteilt und vielen durch den Exportkanal von Bob Lane an die US-Westküste gelangt, hat die 51 eine aktive Eignergemeinschaft. Da das Boot als Blauwasser-Fahrtenyacht gilt, konzentriert sich die Energie bei Refits eher auf die Hochseetauglichkeit und die Pflege des Innenraums als auf kosmetische Modernisierungen. Die Garten-Abstammung hält sie auf dem Wunschzettel von Käufern, die einen traditionellen Ketsch mit Langkiel schätzen.
Das Fazit
Die Formosa 51 ist ein von Garden entworfenes Flaggschiff, das ihren Ruf als Blauwasser-Yacht durch pure strukturelle Substanz und ein geteiltes Rigg erarbeitet hat, das auf Balance statt auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Sie ist eine für das Leben an Bord konzipierte Ketsch mit einem Teak-Innenausbau, der sich für lange Passagen eignet. Doch genau diese Materialwahl, die den Charme ausmacht, macht die Wartung zu einer absoluten Pflicht.
Vorteile
- Tankartiger GFK-Rumpf mit gutmütigem Seeverhalten und einer Komfort-Ratio von über 50
- Geteiltes Ketsch-Rigg mit überschaubaren Segelflächen für ein ausgewogenes Segeln mit kleiner Crew
- In Wohnraumkomfort vergleichbares Teak-Innere mit Eignerkabine achtern, zwei Nasszellen und Schlafplätzen für sechs Personen
- Bewährte Historie bei Weltumsegelungen durch Dutzende von Eignerreisen
Nachteile
- Pflege des Teaks und Feuchtigkeit im Innenraum sind ständige, wiederkehrende Anforderungen
- Setzt einfache Handhabung über Geschwindigkeit; keine Leuchtturmwache bei leichtem Wind





