Design und Konstruktion
Stråhlmanns freie Hand schuf ein besonders elegant geformtes Exemplar anstelle eines rein funktionalen Raumwunders. Der Decksaufbau zeigt einen sorgfältig geformten Kajütaufbau und eine große T-förmige Plicht, während die Püttinge weit genug innen liegen, um die Seitendecks völlig frei zu halten. Zudem sind die Genuaschienen durch einen kleinen angeformten Relingstütze-Anker von den Seitendecks abgehoben. Die Werft fertigte das Boot mit einem für eine lange Lebensdauer ausgelegten Teakdeck ab, und zeitgenössische Gutachten bescheinigten der Bauweise hervorragende Handwerkskunst. Kiel und Ruder folgen dem erwarteten Profil für ein Regattaboot für Familien: ein Bulbkiel mit drei Tiefgangsoptionen von 2,18 m (7 Fuß 2 Zoll), 1,95 m (6 Fuß 5 Zoll) und 1,83 m (6 Fuß), kombiniert mit einem Spatenruder. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als 7/8-Rigg mit zwei Salingen ausgeführt, die um 17,5 Grad zurückgepfeilt sind, und Backstagen, die im Segelplan dargestellt sind – ein variables Rigg-Konzept, das sich ideal zum Trimmen über verschiedene Windbereiche eignet. An Deck verläuft der Traveller der Großschot quer über die Cockpit-Sitze, aber weit genug achtern, um Platz für eine ordentliche Sprayhood im Vorschiff zu lassen. Die Radsteuerung ist außerdem wirklich groß – so groß, dass sie einen Bohrloch im Cockpitboden benötigt, um ihr oberes Ende auf einer vernünftigen Höhe zu halten. Ein breiter, konturiert geformter Steuersitz erstreckt sich auf Höhe des Sülls über das Cockpit und ermöglicht es dem Rudergänger, weit außen zu sitzen und den gesamten Luvbereich der Genua freie Sicht zu haben. Hinter dem Niedergang gibt es nur zwei Luken, und der tiefe Bugankerwulst zeugt von einem sauberen Vordeck. (2)
Unterbringung
Zwei Innenraumaufteilungen teilen sich denselben Vorschiffsbereich; der einzige Unterschied liegt im Heckbereich an Backbord. Eine Version bietet sicherspiegelbildliche Achterkabinen mit großen Doppel-Hundekojen; die andere erweitert die Backbordtoilette und fügt eine riesige Backskiste hinzu. Der Salon nutzt gegenüberliegende Sofakojen und einen nach achtern gerichteten Kartentisch, und das Boot verfügt über reichlich Hängeschränke. Die Pantry ist lediglich zweckmäßig, mit einer recht kleinen Kühlbox außerhalb der Spülbecken, und die Feuchtigkeitsschrank-Backskiste wirkt für ernsthaften Schlechtwetter-Schutz zu klein dimensioniert. (2)
Bekannte Schwachstellen
Ein Gutachter im Rahmen eines Probefahrten-Termine wies darauf hin, dass der feuchte Backskist in der Nasszelle für den praktischen Gebrauch zu klein ist, und bemerkte, dass die Öffnung von Luken über den achteren Kabinen und der Pantry die Belüftung und das Licht im Anker deutlich verbessern würde. Dies sind die einzigen dokumentierten Mängel im Gutachten. (2)
Refits und Eignerschaft
Die Finngulf 41 setzt nicht auf maximales Innenraumvolumen, weshalb Käufer in der Gebrauchtflotte elegante Linien statt einer riesigen Stauraumkapazität erwarten sollten. Sie gehört zu den Stråhlmann-Entwürfen der Werft aus den frühen 2000er Jahren.
Das Fazit
Die Finngulf 41 ist eine echte Fahrten- und Regattayacht für Segler: schnell, elegant und mit viel Liebe zum Detail aufgetakelt, mit einem Rigg und einer Plicht, die ein aktives Steuern belohnen. Sie tauscht Innenraumvolumen gegen Form und Geschwindigkeit ein, und ein paar Belüftungslücken sind der Preis für ihren sportlichen Stil.
Vorteile
- Die geschwungene Deckslinie und der konvexe Vorsteven verleihen ihr markante, elegante Linien
- Freie Seitendecks und innenliegende Püttinge dank durchdachter Decksformgebung
- 7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Wanten und Backstagen für große Trimm-Palette
- Drei Kielversionen mit unterschiedlichem Tiefgang für Fahrtensegeln oder Regattabereich
Nachteile
- Die feuchte Backskiste im Nassbereich ist für echten Gepäckbedarf zu klein
- Nur zwei Luken plus Niedergang; Achterkabinen und Pantry benötigen mehr Luft
- Der Kühlbox-Kühlschrank der Pantry ist für längere Törns zu klein






