Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind in Sandwichbauweise aus handaufgelegtem GFK gefertigt, mit einem Blei-Flossenkiel, der je nach Ankerlast einen Tiefgang von etwa 1,65 bis 1,75 Metern aufweist. Das Boot trägt 3.968 Pfund Bleiballast, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 43 % entspricht und das gemeldete Kenterungsverhältnis von 1,86 erklärt. Die benetzte Fläche beträgt rund 27 Quadratmeter, und das Immergierate von etwa 154 kg pro Zentimeter sorgt dafür, dass sich das Boot unter Crew und Vorräten berechenbar verhält. Ein Kraftstofftank aus Edelstahl versorgt die Dieselanlage. (1)
Rigg und Handhabung
Die 31 wurde mit mehr als einem Rigg angeboten, darunter als 7/8-Slup und in einer alternativen 7/8-Konfiguration. Mit dem Referenzsegel nach ISO 8666 liegt ihr SA/D bei 17,8, steigt mit einer 135%-Genua auf 20,5. Damit gehört ihre Segelfläche zu den größeren im Vergleich ähnlicher 31-Fuß-Boote, und zeitgenössische Quellen weisen darauf hin, dass sie mehr Rigg trägt als 58 % ähnlicher Segelboote. Die Abmessungen des 7/8-Riggs sind in den damaligen Referenzen vollständig aufgeführt: Eine 32,5 Meter lange Großschot mit 10 mm Durchmesser, passende Fock- und Spinnakerfall, überall 12 mm starkes Schot für Fock-, Genua- und Großschot sowie eine 23,6 Meter lange Großschot-Länge, die zu der Breite des Bootes passt. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,7 Knoten, während der Volvo Penta 2001 Diesel mit Saildrive mit 7,0 Knoten angegeben wird. Ihre relative Geschwindigkeitsleistung wird mit 86 und ein Komfort-Ratio von 25,7 angegeben. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Finngulf 31 zwei Kabinen mit insgesamt sechs Kojen, eine Pantry und eine Nasszelle, wobei der Innenraum im Teak-Anker-Look ausgestattet ist. Die Aufteilung ist ein unkompliziertes Layout für eine 31-Fuß-Yacht dieser Ära und bietet Schlafplätze für eine kleine Familie oder zwei Paare, ohne den Arbeitsbereich der Pantry und der Nasszelle einzuschränken. Teakholz-Innenausbauten waren die Standardwahl in Skandinavien und verleihen dem Unterdeck ein traditionelles Flair, das perfekt zu den Interieurs der frühen 1980er Jahre von Finngulf passt. (1)
Bekannte Schwachstellen und Varianzen
Ein bekanntes Problem in der Geschichte der 31 ist, dass das Design auch als Selbstbauprojekt verkauft wurde. Daher kann die Qualität eines fertigen Bootes von Exemplar zu Exemplar stark variieren. Ein Käufer oder Gutachter darf nicht davon ausgehen, dass überall einheitliche Werftstandards gelten. Die Sandwich-Konstruktion und die Handarbeit sollten daher Rumpf für Rumpf geprüft werden. (1)
Das Fazit
Die Finngulf 31 ist eine durchdacht proportionierte Früh-Södergren-Cruiser-Renner-Yacht mit einem Blei-ballastierten Flossenkiel, großzügigen Optionen für ein 7/8-Rigg und einem praktischen Innenraum mit sechs Kojen. Ihre variable Bauqualität als Eigenbaudesign ist der größte Nachteil, aber die Kernspezifikationen zeigen eine ausgewogene, seetüchtige kleine Yacht mit glaubwürdigen Leistungsdaten für ihre Länge.
Vorteile
- Bleiflossenkiel mit 43 % Ballastanteil und einem Kenterungsverhältnis von 1,86
- Mehrere Optionen für den 7/8-Riggtyp; Segelfläche übersteigt 58 % vergleichbarer Boote
- Zwei Kabinen, sechs Kojen, Pantry und Nasszelle im Teak-Innenausbau
- Handaufgelegter GFK-Sandwich-Rumpf und -Deck
Nachteile
- Als selbstzubauende Bausätze verkauft, sodass sich die Qualität von Boot zu Boot unterscheiden kann







