Konstruktion und Bauweise
Hollands Rumpf ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Flossenkiel und einem am Spiegel aufgehängten Ruder. Der eiserne Ballast von 794 Pfund ist im Verdrängerrumpf (Gewicht: 2.205 Pfund) untergebracht, der über einen Flossenkiel und ein am Spiegel aufgehängtes Ruder verfügt. Die Breite beträgt bescheidene 8,2 Fuß bei einer Länge über alles von 21 Fuß und einer Wasserlinienlänge von 19,03 Fuß, was zu einem Längen-Breiten-Verhältnis von fast 2,56 führt. Mit einem Ballastanteil von rund 34 Prozent und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 164 gehört das Boot fest in die Kategorie der sogenannten „leichten Regattayachten“, fernab von schweren Fahrtenyachten mit viel Ballast. Die benetzte Fläche beträgt etwa 161 Quadratfuß, und die Tiefgangsrate liegt bei fast 548 Pfund pro Zoll. Das Boot sitzt extrem leicht auf dem Wasser und reagiert schnell auf das Gewicht der Crew sowie das Segelverhalten. (1)
Rigg und Handhabung
Die Express 64 ist als 7/8-Slup mit fraktionalem Rigg getakelt, und der Segelplan ist für ein Boot dieser Größe großzügig bemessen: Das gemeldete Segelfläche beträgt 215 Quadratfuß, und yachtdatabase.com stellte fest, dass sie mehr Rigg trägt als 90 Prozent aller ähnlichen Segelboote, was sie als deutlich übertakelt bezeichnet. Mit einem Standard-Vergleichssegel liegt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis bei etwa 16, steigt jedoch auf 18,4 mit einer 135-prozentigen Genua. Diese Leistung auf einem 2.200-Pfund-Rumpf führt zu einer relativen Geschwindigkeit von 54 und einer theoretischen Verdrängungsgeschwindigkeit von fast 5,9 Knoten. Ihr geringer Tiefgang – je nach Beladung zwischen 2,95 und 3,25 Fuß – ermöglicht es ihr, in flachen Marinas anzulegen, während das am Spiegel aufgehängte Ruder das Steuern einfach und leicht zugänglich für Inspektionen macht. (2)
Unterbringung
Mit einer Länge von 21 Fuß und einer Breite von 8,2 Fuß ist sie eine kompakte kleine Fahrtenyacht für Küstenreviere, keine Yacht zum Wohnen an Bord. Die sportliche Regatta-Tuning-Spur deutet auf ein spartanisches, leistungsorientiertes Innenraumkonzept statt auf viel Komfort beim Fahrtensegeln hin.
Das Fazit
Die Finn Express 64 ist eine von Ron Holland entworfene Mikro-Fahrtenyacht, die den Komfort einer Kabine gegen einen lebendigen, überproportionalen Rumpf mit geringem Tiefgang eintauscht. Sie ist ein reines Produkt des finnischen Pocket-Yacht-Designs der frühen 1980er Jahre: leicht, breit genug für Stabilität und so getakelt, dass sie ihre Länge Lümmel weit übertreffen kann. Für Einhandsegler oder Paare, die ein trailerbares Boot für Wochenendtörns an der Küste suchen, das sich wie ein Regattaboot verhält, bleibt sie eine außergewöhnliche Wahl. Wer jedoch Innenraum oder Hochseetauglichkeit sucht, erfährt die Wahrheit über das Kenterungsverhalten durch den Wert von 2,39.
Vorteile
- Die deutlich überdimensionierte 7/8-Slup-Takelung treibt den leichten 2.205-Pfund-Rumpf mit viel Schwung an
- Der geringe Tiefgang von 2,95–3,25 Fuß erleichtert das Anlegen in Marinas und flachen Gewässern
- Das einfache am Spiegel aufgehängte Ruder und der solide GFK-Rumpf erleichtern Inspektion und Wartung
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,39 schließt sie für Hochseeregatten aus
- Minimaler Wohnraum für eine 21-Fuß-Kleinkreuzer-Klasse, dokumentiert nur über Maße
- Der Trimm für Leichtwindregatten stellt die Leistung über den Komfort beim Fahrtensegeln






