Design und Konstruktion
Der Dragonfly 28 ist ein Trimaran, dessen prägende strukturelle Idee das Swing Wing-System ist. Dieses ermöglicht es, die Außenrümpfe ohne Werkzeug in etwa zwei Minuten vor dem Anker nach innen zu schwenken. Quorning Boats brachte zwei Jahrzehnte Erfahrung im Bau von Trimaranen mit klappbaren Rümpfen in dieses Design ein, und das Ergebnis ist ein Boot, das hinter einem Auto transportiert werden kann, sich leicht zu Wasser lässt und in etwa 40 Minuten vor dem Anker über die Bucht segelt. Der Rumpf besteht aus massivem GFK mit einem festen Deck, und das Boot hat einen Tiefgang von nur 1,31 Fuß bei aufgeholtem Schwert oder 5,58 Fuß im ausgefahrenen Zustand, was ihm ein praktisches Profil für Flachwasserreviere verleiht. Mit einer Länge über alles von 28,71 Fuß und einer Wasserlinienlänge von 28,21 Fuß ergibt sich für diesen Trimaran ein Kenterungsverhältnis von 5,29 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis nahe 83 – Werte, die für eine stabile Fahrtenyacht für Küstenreviere eher als für eine Blauwasser-Fahrtenyacht geeignet sind. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser ist die Dragonfly 28 auf einfache, ausgewogene Kontrolle ausgelegt. Die Pinne ist stets perfekt ausbalanciert, sodass selbst ein Kind steuern kann, und das Boot segelt extrem aufrecht mit einer Stabilität, die der Hersteller als „riesig“ beschreibt. Diese Stabilität macht das Halsen unkompliziert und ermöglicht es dem Boot, am Wind wie eine Jolle zu wenden. Alle Leinen laufen zurück in eine geräumige, sichere und benutzerfreundliche Plicht. Eine Rollgenua in Kombination mit einem Lazy-Jack-Großsegel-System sorgt dafür, dass das Boot im Hafen immer segelfertig liegen kann. Bei Regatten segeln Crews oft einhand, und den Spinnaker kann man alleine setzen; bei leichtem Wind sorgt das Setzen des Bugspriets mit einem Code-0 oder asymmetrischen Spinnaker für eine Geschwindigkeit, die dem wahren Wind entspricht. Der Honda 15 PS Außenborder mit Elektrostart und Neigungseinsatz funktioniert fast wie ein Innenborder, lässt sich aber besser manövrieren. Mit eingeholten Rümpfen bleibt das Boot auch unter Motor gut beherrschbar. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Dragonfly 28 einen vielseitigen und funktionalen Innenraum mit fünf Kojen und einer separaten Nasszelle, der für das Fahrtensegeln mit Familie und Freunden ausgelegt ist. Die Stehhöhe im Hauptsalon beträgt 1,85 Meter, und die Dinette ist geräumig mit einem Außenblick, der an eine Deckssalon-Yacht erinnert. Eine voll ausgestattete Pantry läuft mit großzügiger Arbeitsfläche auf beiden Seiten, und die zwei großen Trampoline im Vorschiff bieten oben an Deck reichlich Platz. Das Cockpit, das Innenraumvolumen und das offene Deck sorgen dafür, dass sich das Boot für seine Länge geräumig anfühlt, ohne sich als großer Einrumpfer auszugeben.
Ausrüstung und Schutz
Das Standard-Schutzausrüstungspaket umfasst eine Sprayhood, eine Cockpittent und ein Bimini, die der Hersteller für zusätzlichen Schutz vor Anker oder unterwegs anbietet. Der Honda-Außenborder ist mit 15 PS, elektrischem Start und elektrischer Neigung ausgestattet und lässt sich wie ein Innenborder bedienen. Das Lazy-Jack-System und die Rollgenua vereinfachen das Segelhandling mit kleiner Crew, und alle nach achtern geführten Leinen halten die Crew im Cockpit, wo das Boot am sichersten zu bedienen ist.
Das Fazit
Der Dragonfly 28 ist ein gelungener Klapptrimaran, der Segeltouren, Familienfahrten und Einhandregatten mühelos verbindet, ohne eine große Crew oder eine breite Bucht zu erfordern. Sein Swing Wing-System, das ausgewogene Rudergefühl und die stabile Plattform machen ihn ungewöhnlich zugänglich, während der Innenraum für seine Größe absolut nutzbar ist. Die leichte Konstruktion und der moderate Motor spiegeln ein Boot wider, das eher gesegelt als gemotort werden soll.
Vorteile
- Die Außenrümpfe lassen sich ohne Werkzeug in etwa zwei Minuten für normale Liegeplätze und den Transport auf dem Trailer zusammenklappen
- Die ausgewogene Pinne und der stabile Rumpf ermöglichen es einem Kind, das Boot zu steuern, und machen das Halsen einfach
- Fünf Kojen, eine separate Nasszelle und ein Deckssalon-artiger Salon im Unterdeck bieten viel Platz
- Einhandregatten und Spinnakersegel bei leichtem Wind so schnell wie der wahre Wind
Nachteile
- Die Wasserkapazität von 17 Gallonen begrenzt die Reichweite auf längeren Törns
- Ein Außenborder und geringe Verdrängung eignen sich eher für Küstentörns als für Hochseepassagen









