Design und Konstruktion
Unter der Leitung von Hanseyachts wandte sich die Dehler 38-Linie von der älteren, laminierten Monocoque-Rumpf-Deck-Verbindung hin zu einer verklebten und verbolzten Verbindung. Die SQ selbst wird im Vakuuminjektionsverfahren mit einem Sandwichlaminat aus Balsakern und Vinyl-Ester-Harz-Anker hergestellt. Laminierte Schotten, eine GFK-Bodenwrange und ein einlaminiertes Deck-Rumpf-Verbindungselement vervollständigen die Struktur. Das Decksgestell neigt laut einem Tester etwas mehr zur Regatta-Effizienz, doch die eigene Designgruppe der Werft legte einen Innenraum an, der sich nach wie vor als klassischer Fahrtenyacht-Anker liest. Größere Rumpfscheiben, zwei zusätzliche Perspex-Scheiben im Aufbau und überarbeitete Oberflächen machen den Salon spürbar heller als bei früheren Versionen. Das Hauptschott und die Trennwand zwischen den Nasszellen sind in Skai mit dünnen, quer verlaufenden Polstern ausgeführt. (2)
Rigg und Handhabung
Das Markenzeichen der SQ ist ihr Squaretop-Großsegel (Fathead-Main), das durch ein diagonal verlaufendes Vorlieksgatter rund fünf Quadratmeter Segelfläche hinzufügt und laut ORC-Messung von YACHT im Vergleich zum konventionellen Pinhead-Rigg im Durchschnitt 28 Sekunden pro Seemeile einspart. Um dieses breite Vorsegel zu tragen, ohne das Rigg zu überlasten, vergrößerte die Werft den Salingwinkel von 23 auf 27 Grad und verlegte die Fock um 25 Zentimeter nach achtern. Dadurch wurde das Achterstagsystem reduziert, sodass die achteren Stagen nur noch zur Trimmbegleitung dienen und nicht strukturell belastet werden. Die Fathead-Version benötigt doppelte Backstagen, die mit 1:2-Taljen am Spiegel gefahren werden. Ihre Vorläufer nutzen Hebelklammern und Flip-Flop-Blocken, sodass sie sowohl über die Großschot als auch über die Genuawinschen bedient werden können. Die Standard-7/8-Slup weist ein SA/D-Verhältnis von 20,85 auf, die Squaretop-Option 23,23. Ein einzelnes tiefes Spatenruder und zwei Steuerständerräder sorgen für ein direktes, angenehmes Rudergefühl, das bereits bei etwa 10 Knoten wahrem Wind ausreichend Druck entwickelt. Tester fanden das Boot selbst einhand leicht zu handhaben. (2)
Unterbringung
Käufer haben die Wahl zwischen einer einzelnen Achterkabine an Steuerbord oder zwei achteren Kabinen an Backbord und Steuerbord, wobei letztere den Durchgang durch die Nasszelle erfordern, um zum Anker der Backbordkabine zu gelangen. Im Vorschiff befindet sich eine Doppelkoje, wobei der Schlafbereich nach achtern verlagert wurde, um Platz für die darunter liegenden Verbraucherbatterien zu schaffen. Das Standard-Layout verzichtet auf einen Navigationstisch zugunsten von zwei Kabinen und einem großen Backskisten-Schrank, obwohl eine Option mit festem oder verschiebbarem Tisch eine kleine Dinette ermöglicht; alternativ ist die Navigationsecke nach achtern an Backbord ausgerichtet, wobei das Sofa als Sitz dient, oder sie kann ganz weggelassen werden, um ein extrem langes Sofa zu erhalten. Die Holzarbeiten reichen von Teak, Eiche bis hin zu Mahagoni, mit Acazien-, Walnuss- oder Streifenboden, und die Badezimmertür kann die gesamte Nasszelle abriegeln. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Vorliekstrecker des Fathead-Riggs teilen sich im Decksbereich Platz mit dem Gennaker-Gerät: YACHT stellte fest, dass die Hebelverriegelung mit der Klammer für das Lastgenuaker-Schot kollidiert, und die Werft hat diesen Konflikt behoben. An Backbord sind die achteren Winschen gegen die übliche Steuerbord-Konvention dargestellt, was ein Detail ist, das beim Prüfen der Systeme an Deck genau überprüft werden sollte. (2)
Refits und Eignerschaft
Zur Standardausrüstung der Werft gehören ein Faltpropeller, Bugspriet, Springklampen, ein Teak-Boden in der Plicht, eine Ankerwinde, 160-Ah-AGM-Batterien und die klappbaren Fußstützen für den Steuermann – Flächen von etwa 70 mal 40 Zentimetern, die sich aus den Deckel der Bodenkiste klappen lassen und dem Steuermann ermöglichen, im Winkel von 15 bis 20 Grad mit wenig Ermüdung zu stehen. Die Badeplattform, die Stauflächen in der Plicht und die Belüftung wurden bei der SQ überarbeitet. Etwa die Hälfte aller SQ-Kunden hat sich bis heute für die Fathead-Version entschieden, weshalb das Rigg eines gebrauchten Bootes eher als bewusste Wahl denn als Ausreißer zu betrachten ist.
Das Fazit
Die Dehler 38 SQ ist ein Performance-Cruiser, der eine Stufe über die Dehler 38 von 2013 stellt. Sie tauscht einige Konventionen des Fahrtensegelns gegen ein Square-Top-Rigg ein, das den Rumpf laut ORC-Daten spürbar beschleunigt, während das breite, voluminöse Deck und der Salon erhalten bleiben, die die Plattform so wohnlich machen. Die Konstruktion und Aufteilung zeigen eine Werft, die an den Steuermann gedacht hat – mit Doppelradsteuerung, Vorliek-Traveller und klappbaren Fußstützen. Der Zugang über die Nasszelle im Backbord-Achterdeck und das Kollisionsrisiko der Gennaker-Schoten beim Fathead-Rigg sind die Kompromisse, die ein Käufer abwägen sollte.
Vorteile
- Das Squaretop-Großsegel bringt einen messbaren Geschwindigkeitsgewinn von 28 s/Nm gegenüber dem Pinhead-Rigg
- Vakuumgeinfundete Balsaholzkern-Vinylester-Konstruktion mit verklebtem Deck-Rumpf-Verbindungsbereich
- Heller, gut verglaster Salon mit flexibler Auswahl an Navigationsecke oder Salonsofa
- Doppelradsteuerung mit tiefem Ruderblatt, die als direkt und einhandtauglich beschrieben wird
Nachteile
- Das Layout mit zwei Achterkabinen erzwingt den Zugang zur Backbordkabine durch die Nasszelle
- Die Fathead-Vorliekstagen stoßen mit dem deflektierenden Block der belasteten Gennaker-Schot zusammen
- Die Backbord-Achterwinschen sind gegen die übliche Konvention an Steuerbord aufgewickelt dargestellt









