Design und Konstruktion
Die Mk V trägt ihre traditionelle Herkunft deutlich sichtbar: Zeitgenössische Berichte beschrieben sie als präzise durch altmodische Linien geprägt, während sich unter der Oberfläche eine durch und durch moderne Struktur verbirgt. Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK, kombiniert mit einem Eisenballast und einem Kielschwert-Kiel-Layout, das den Tiefgang von 1,40 Metern auf etwa 70 Zentimeter reduzieren lässt. Dies ermöglicht ihr den Zugang zu flachen Buchten bei aufgeholtem Schwert und hohe Stabilität auf See bei abgesenktem Schwert. Mit einer Verdrängung von 2.250 kg, einer Breite von 2,66 Metern und einer Rumpflänge von 7,32 Metern trägt sie die kompakten Proportionen ihrer Vorfahren und erfüllt gleichzeitig die heutigen Baustandards. Der Decksaufbau ist das prägende visuelle und praktische Element – seine eher ausgeprägten Formen sind eine Lösung, die fast zugunsten größerer Breiten verschwunden ist. Bei dieser Bootsgröße ermöglicht er eine Stehhöhe im Innenraum, die sonst unmöglich zu erreichen wäre. (1)
Rigg und Handhabung
Die gesamte Segelbedienung wird auf sechs Winschen in der Plicht konzentriert, was eine übersichtliche Steuerung ermöglicht und die Crew aufrecht und zentral sitzen lässt. Die beiden Fallwinschen befinden sich seitlich des Niedergangs, sodass das primäre Paar in der Plicht für Schoten und Wenden zur Verfügung steht. Die Steuerung erfolgt über eine Pinne anstelle einer Radsteuerung, was das traditionelle Rudergefühl unterstreicht. Mit einer Segelfläche von 32,62 Quadratmetern wird das Boot über manuelle Systeme und nicht über Motorunterstützung gesteuert, was perfekt zu ihrem Charakter als handzahme Fahrtenyacht für Küstenfahrten passt.
Unterbringung
Unter Deck ist das Deckshaus mehr als nur ein Relikt vergangener Zeiten – es ermöglicht es einer Person, aufrecht zu stehen, was bei einem 24-Fuß-Boot eine echte Zugeständnis an den Komfort darstellt. Der Innenraum verfügt über eine vollwertige Pantry und eine separate Nasszelle, was für diese Bootslänge ungewöhnliche Aufteilungen sind. Für die Schlafplätze sorgen eine Doppelkoje im Bug, zwei zusätzliche Kojen, die im Salon aufgestellt werden können, und im Heck zwei Stauraumbereiche, von denen einer sich in eine zusätzliche Wachkoje umbauen lässt. Das markante Volumen des Deckshauses macht diese Bereiche lebenswert und nicht nur nominell vorhanden.
Das Fazit
Die Cornish Crabber 24 Mk V ist ein gelungenes Boot mit der Seele eines Klassikers. Wolstenholmes Entwurf respektiert die ursprüngliche 1980er-Pedigree und löst gleichzeitig das ewige Problem kleiner Boote bezüglich der Stehhöhe durch eine mutige Decksaufbaug geometrie. Sie ist kein minimalistischer Trailer-Sailer, sondern eine echte Miniatur-Fahrtenyacht mit geschlossenen Bereichen und einer flexiblen Kojenplanung.
Vorteile
- Das aufholbare Schwenkschwert bietet einen Tiefgangsbereich von 1,40 m bis 0,70 m für Flachwasser- und Offshore-Einsätze
- Stehhöhe durch das ausgeprägte Deckshaus bei einer LOA von 24 Fuß
- Getrennte Nasszelle und eine vollwertige Pantry sind in dieser Größe ungewöhnlich
- Die Plicht mit sechs Winschen hält alle Manöver im Mittelpunkt des Crews
Nachteile
- Die traditionelle Pinne und manuelle Systeme erfordern aktive Handhabung
- Die altmodischen Leinen und die geringe Breite opfern modernes Innenraumvolumen zugunsten der historischen Ästhetik






