Design und Konstruktion
Colvic Craft formte die Rümpfe und Decks der Sailer 29 in Essex und lieferte sie meist mit internen Schotten und bereits installierten Motoren für den Endausbau durch den Käufer aus. Da die Rümpfe von vielen verschiedenen Unternehmen und Einzelpersonen ausgerüstet wurden, variierten die Qualität des Innenausbaus und die Endkosten von Boot zu Boot erheblich. Die Boote wurden in Flossenkiel- und Kimmkiel-Versionen gebaut, wobei beide Kiele als Integralteil des Rumpfes geformt und mit eingegossenem Ballast versehen sind, kombiniert mit Skeg-aufgehängten Rudern. Die Kimmkiele folgen der nahezu vertikalen Form der Colvic 26, die so geformt ist, um das Gießen zu erleichtern, aber tief genug ist, um eine angemessene Fahrleistung beim Fahrtensegeln zu bieten. Die Verdrängung liegt bei etwa 10.000 lbs mit rund 4.500 lbs Ballast, und die Kiel-Ruder-Konstruktion spiegelt ein pragmatisches, volumenorientiertes Fahrtenkonzept wider und nicht eines für Regatten. (1)
Rigg und Handhabung
Die Sailer 29 ist eine Masttoppslup mit 452 Quadratfuß Segelfläche für Großsegel und Genua. Mit einem moderaten Segelplan auf einem 10.000 Pfund schweren Rumpf und einer Wasserlinie von 24 Fuß ist sie eher für ruhige Familien-Fahrtensegler als für sportliche Geschwindigkeiten gebaut. Die Kimmkiel-Version mit ihren fast vertikalen Kimmplatten ermöglicht das Trockenfallen an Ufern und im Flachwasser, während sie sich auf längeren Törns dennoch gut kursstabil verhält. Das Skeg-aufgehängte Ruder sorgt zudem für zusätzlichen Schutz und Vorhersehbarkeit bei achterlichem Seegang.
Unterbringung
Felthams Zeichnungen boten dank der beträchtlichen Breite sechs Kojen: eine Vorschiffskabine mit zwei Kojen, einen Salon mit einer umbaubaren Doppel- und Einzelkoje sowie zwei Wachkojen an Backbord und Steuerbord. Das Volumen des Rumpfes machte diese Aufteilung für die Bootslänge geräumig. Da so viele Rümpfe von Eignern oder Werften fertiggestellt wurden, waren die Innenraumaufteilungen alles andere als einheitlich. Ein illustriertes Beispiel wurde nach sehr hohen Standards mit einem ungewöhnlichen 2+2-Layout umgebaut, das auf die Bedürfnisse des Eigners zugeschnitten war – eine größere Pantry, weniger Kojen und eine größere Nasszelle als üblich für ein 29-Fuß-Boot. Dieses Boot hatte die Überfahrt vom Vereinigten Königreich zum Mittelmeer hinter sich, verbrachte dort einen langen Zeitraum und kehrte zurück – ein nützlicher Beweis für die Hochseetauglichkeit der Plattform in privater Hand.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige dokumentierte Eigenart, die man kennen sollte, betrifft den Trimm. Bei der abgebildeten Yacht lag der Bug spürbar hoch, bis der vordere Fäkalientank gefüllt war, woraufhin sich die Neigung zum Aufkreuzen verringerte. Ein Käufer oder Eigner sollte verstehen, dass der Tankzustand das Längsverhalten dieses Entwurfs beeinflussen kann. Ein Gutachten sollte festhalten, ob ein bestimmtes Boot dieselbe Tendenz zeigt, je nachdem, wie die Tanks beim Ausbau installiert wurden.
Eignerschaft und Refits
Die Eignerschaft einer Sailer 29 bedeutet, dass keine zwei Boote gleich fertiggestellt sind. Die Praxis von Colvic, eine strukturell fertige Form für andere auszuliefern, führt dazu, dass Systeme, Innenausbau und Tankkapazitäten von Rumpf zu Rumpf variieren. Jedes Refit muss daher mit einer ehrlichen Einschätzung beginnen, was der ursprüngliche Ausbauer gut gemacht hat und was improvisiert wurde. Insbesondere die Kimmkiel-Version belohnt Eigner, die ihren geringen Tiefgang nutzen, aber beide Varianten teilen den gleichen eingegossenen Ballast und das einfache Skeg-Ruder, was die langfristige Wartung unkompliziert macht.
Das Fazit
Die Colvic Sailer 29 ist eine vernünftige, breite Familien-Fahrtenyacht mit vielen Seemeilen auf dem Tacho in privater Hand und einer Bauweise, die ein solides Rumpfkonzept unter jeden Innenraum stellt, den sich der Käufer wünscht. Sie ist kein Regattaboot, und ihre unterschiedliche Ausstattungsgeschichte erfordert ein sorgfältiges Gutachten, aber die Kernplattform ist ehrlich und geräumig.
Vorteile
- Großer Rumpf mit Potenzial für sechs Kojen und einem breiten, geräumigen Innenraum
- Von Colvic Craft laminiert mit integrierten Kielen und eingegossenem Ballast für strukturelle Einfachheit
- Kimmkiel-Version ermöglicht das Segeln in flachen Gewässern und Trockenliegen
- Bewährt auf einer England-zu-Mittelmeer-und-zurück-Fahrt im vom Eigner fertiggestellten Zustand
Nachteile
- Die Qualität des Innenausbaus variiert stark, da die Rümpfe von vielen verschiedenen Bootsbauern fertiggestellt wurden
- Krängung nach vorn bei mindestens einem Boot, was auf einen leeren Fäkalientank im Vorschiff hindeutet






