Design und Konstruktion
Die prägende strukturelle Idee der Cal 21 ist ihr vollständig aufholbarer Gusseisen-Schwenkkiel mit einem Gewicht von 360 Pfund, der sich komplett im Rumpf versenken lässt, sodass das Boot ohne Hindernisse trailert und für den Transport über eine in den Rumpf integrierte Winsch in Segelposition abgesenkt werden kann. Diese Masse in Kombination mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 33 Prozent sorgt dafür, dass die Yacht absolut selbstaufrichtend ist – ein Versprechen, das auf dem Gewicht des Kiels und nicht auf zusätzlicher Auftriebskraft beruht. Der Rumpf selbst besteht aus massivem GFK, und die Plicht ist selbstlenzend, ein Detail, das in der Originalliteratur als Sicherheitsmerkmal hervorgehoben wird. Mit aufgeholtem Kiel und abnehmbarem Ruder gleitet das Boot in nur 12 Zoll Wassertiefe, und der gesamte Ablauf von Slippen und Aufriggen dauert dank des speziellen klappbaren Mastes unter fünfzehn Minuten. In den Zahlen ist das Design schlank – ein Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,08 macht es schmaler als 85 Prozent vergleichbarer Segelboote – und leicht, mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 106, was es zu einer leichten Regattayacht zählt; 82 Prozent ähnlicher Konstruktionen sind schwerer. (1)
Rigg und Handhabung
Die 7,3-Meter-Yacht verfügt über die angegebene Segelfläche von 196 Quadratfuß (ca. 18,3 m²). Das SA/D-Verhältnis von 29,3 (34,5 mit einer 135-prozentigen Genua) bedeutet laut den Vergleichsdaten, dass das Boot bei leichtem Wind schneller ist als jedes ähnliche Entwurf und als deutlich übertakelt gilt – mehr Rigg als 100 Prozent seiner Altersklasse. Die Dimensionen der Fallen und Schoten sind bescheiden: Die Groß- und Vorsegelfallen laufen auf 18,8 Metern 8-mm-Leine, während die Großschot 15,6 Meter 10-mm-Leine misst. Unter Motor hilft ein kleiner Außenborder am speziellen Halterungen am Spiegel, um die Yacht auf bis zu 5 Knoten zu beschleunigen. Eigner berichten von einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von rund 5,5 Knoten, eine Zahl, die auch die vergleichende Übersicht als maximale Verdrängungsgeschwindigkeit angibt. Das Kenterungsverhältnis von 2,58 zeigt, dass sie für Hochseeregatten nicht zugelassen würde, und das Komfort-Ratio von 7,6 liegt unter dem Durchschnitt – komfortabler als nur 14 Prozent ähnlicher Entwürfe, wie die Yachtdatenbank-Bewertung feststellte, die für die Cal 21 einen unterdurchschnittlichen Komfort fand. (2)
Unterbringung
Unter Deck finden vier Personen Schlafplätze auf vollwertigen Kojen. Zwei Cockpitsitze lassen sich leicht zu zwei weiteren Kojen umbauen, was eine große Crew beherbergen kann. Das Cockpit selbst ist mit einer Länge von 8 Fuß (ca. 2,44 m) äußerst geräumig gestaltet. Die Anzahl der Kojen wird je nach Konfiguration mit zwei bis vier angegeben, doch der Innenraumplan zeigt deutlich, dass das Boot als kleiner Wochenend-Fahrtenkreuzer und nicht als Daysailer mit Zelt konzipiert ist.
Bekannte Schwachstellen
Ein von Eignern gemeldetes Problem ist, dass das Ruder bei Manövern von der Propeller des Außenborders getroffen werden kann – die einzige bekannte Schwachstelle dieses ansonsten sauberen Trailersystems.
Refits und Eignerschaft
Der Fokus beim Kauf liegt auf dem Trailerleben: Der klappbare Mast und der eingelassene Kiel bestimmen die Handhabung des Bootes, und ein Außenborder mit 1 bis 2 PS (oder elektrisch 22 bis 26 Pfund Schub) ist das typische Hafen-Hilfsmittel. Das Absenkungsverhältnis von etwa 386 Pfund pro Zoll zeigt, wie geringe Last sie trägt, und die 139 Quadratfuß große benetzte Fläche sorgt dafür, dass sie leicht auf der Rampe läuft.
Das Fazit
Die Cal 21 ist eine speziell für den Trailerhafen gebaute Fahrtenyacht, die ihre Hochseetauglichkeit gegen einfache Handhabung am Slip und hohe Aufrichtsicherheit eintauscht. Lapworths schmaler, leichter Rumpf mit einem großen, aufholbaren Eisenkiel macht sie schnell zu Wasser zu lassen und bei leichtem Wind schnell segelfertig. Doch die Komfort- und Kenterwerte bestätigen, dass sie ein Boot für Seen und geschützte Buchten ist und keine Langstrecken-Fahrtenyacht.
Vorteile
- Vollständig selbstaufrichtend dank eines eingelassenen Eisenkiels mit 360 Pfund Gewicht
- Startet bei 12 Zoll Wasserstand und ist in unter fünfzehn Minuten aufgetakelt
- Schneller als Konkurrenzmodelle bei leichtem Wind dank einer deutlich überdimensionierten 7/8-Slup-Takelung
- Selbstlenzende Plicht und abnehmbares Ruder erleichtern den Trailertransport
Nachteile
- Das Ruder ist beim Manövrieren anfällig für Treffer durch den Außenbordpropeller
- Komfort-Ratio liegt deutlich unter ähnlichen Konstruktionen; nicht hochseetauglich für Regatten aufgrund des Kenterungsverhaltens






