Konstruktion und Bauweise
Die Konstruktion der Galion basiert auf einem massiven GFK-Rumpf, den ein Eigner als „dick“ beschrieb, sowie einem Langkiel, der dem Boot ein markantes Charakteristikum beim Anlanden verleiht. Die Deckversion wog weniger als die Kajütausführung, und der Rumpf besaß eine angeformte Mulde für einen Außenbordmotor am Heck. Ein eiserner Ballast von 441 Pfund und eine Verdrängung von 1.323 Pfund positionieren das Boot im Bereich der langsamen, sehr stabilen Küstenboote, mit einer Komfort-Ratio von 12,23 und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 33,33 Prozent. Das am Spiegel aufgehängte Ruder und der lange Kiel sorgen für einen Rumpf, den Eigner als sicher zum Trockenfallen empfanden. Allerdings berührt das hintere Ende des Kiels bei Grundberührung mit Strom zuerst den Boden, und aufgrund dieser Kiellänge liegt das Boot auf trockenen Liegeplätzen meist mit dem Bug nach unten. (1)
Rigg und Seeverhalten
Unter Segeln soll die Galion nur sehr wenig krängen und sich beruhigend im Kabbelwasser verhalten, was sie zu einem sicheren Boot für Einsteiger macht. Ein Eigner berichtete von einer Höchstgeschwindigkeit von 4 Knoten, die bei Windstärke 5 oder 6 auf über 5 Knoten anstieg, und dass 5 bis 6 Rollreffschläge am Baum das Boot problemlos vor Anker brachten. Dennoch warnt derselbe Bericht davor, dass sich das Segelverhalten überraschend verhalten kann: Das Boot kann von hart am Wind auf träge reagieren und weigert sich manchmal zu wenden. Mit einem 168 Quadratfuß großen 7/8-Slup-Rigg und einer Rumpfgeschwindigkeit von rund 5 Knoten ist die Galion leicht hinter einem Auto transportierbar – eine Eigenschaft, die ihren ursprünglichen Reiz als Wochenendboot ausmachte. (1)
Unterbringung
Für ihre Größe ist die Galion geräumig, mit einer kleinen Vorschiffskabine, deren Tür jedoch bei Regen das Wasser aus der Plicht darunter einsickern ließ. Die tiefe Plicht trug zu einem sicheren Gefühl und einem freundlichen Erscheinungsbild bei, das ein Eigner liebevoll beschrieb. Mit 600 kg ohne Motor und einer Länge von 4,8 Metern bot die Kajütausführung gerade genug Schutz für kurze Törns an der Küste, während die Variante mit offener Decksaufbautakelung Gewicht sparte und die Wartung vereinfachte.
Bekannte Schwachstellen
Aus den Berichten der Eigner ergeben sich zwei Besonderheiten im Bereich Wassermanagement. Der Cockpit-Ablauf muss auf See verstopft werden, da das Cockpit rückwärts am Anker etwas zu selbstlenzend ist. Und bei Regen sammelt sich Wasser im Cockpit und fließt unter der Tür der kleinen Vorschiffskabine hindurch – ein Detail, das für jeden Kauf einer Kabine von Bedeutung ist. (1)
Eignerschaft und Refits
Ein Außenborder bestimmt die Ausstattung der Galion: Der angeformte Einbaurahmen nimmt einen Langschaftmotor auf, und Eigner berichten, dass 6 PS für den Rumpf völlig ausreichen, obwohl das Boot auch mit einem 9,9-PS-Motor aus der früheren Klassenregelung getrimmt werden kann. Das Boot ist leicht zu warten, und eine Familie wählte es speziell deshalb, weil es sich problemlos trailern lässt. Dies unterstreicht seine Rolle als leichtes, unkompliziertes Küstentörnchen und nicht als Fahrtenyacht mit festen Kojen.
Das Fazit
Die Beneteau Galion ist ein charmantes, stabiles Pocket-Segelboot, das am besten als Ausbildungsboot und für Wochenendtörns auf Seen oder geschützten Küstenrevieren verstanden werden sollte. Ihr Längskiel und der dicke Rumpf vermitteln Sicherheit im Kabbelwasser und machen das Anlanden sicher, während ihr geringes Gewicht und die Trailerbarkeit den Unterhalt unkompliziert halten. Die Cockpit-Entwässerung und das Leck im Vorschiff sind kleinere, aber reale Schwachstellen.
Vorteile
- Sehr geringe Krängung und beruhigendes Seeverhalten im Kabbelwasser
- Dank des Langkiels sicher an Land zu bringen
- Leicht zu transportieren und pflegeleicht
- Raumig für seine Länge und eine gute Einführung für Kinder in das Segeln
Nachteile
- Die Cockpit-Lenzer lassen rückwärts zu leicht Wasser und müssen abgedichtet werden
- Regenwasser dringt unter der Tür in die vordere Kabine ein
- Kann beim Segeln plötzlich das Wenden verweigern







