Design und Konstruktion
Die Sunfish begann zwischen 1952 und Mitte der 1960er Jahre als Boot aus Sperrholz, wobei ALCORT 1960 den ersten GFK-Rumpf produzierte; die ursprünglichen Holzmodelle machten einem leichten GFK-Rumpf Platz, der das Transportieren und Lagern erleichtert. Der Rumpf ist ein mittelgroßer Knickspant-Typ mit einer charakteristischen flachen, leichten Form und einer großen Breite für hohe Stabilität. Die meisten GFK-Sunfish haben einen praktisch unsinkbaren Pontonrumpf, der um sechs geschlossenzellige Polystyrolblöcke herum gebaut ist – drei im Vorschiff, drei achtern –, die durch Schaumstoff auf Marinequalität zusammengehalten werden. Neuere Boote nutzen interne Luftkörper aus Kunststoff zur Auftriebskontrolle. Moderne Materialien und Bauweisen haben die Langlebigkeit erhöht, und der robuste Rumpf hat dem Verschleiß unter harten Bedingungen standgehalten; Boote von vor 20 oder 30 Jahren sind noch heute in hervorragendem Zustand zu finden. (1)
Rigg und Handhabung
Die Sunfish trägt ein 75 Quadratfuß großes Lateinersegel auf einem 10 Fuß hohen, an Deck stehenden Aluminiummast mit 13′ 9″ langen Bäumen, wobei die Sparglieder aus eloxiertem T 6061 Aluminium bestehen. Das Segel wird an einer einzigen Fall durch ein Decksblöck zu einer Hornklampe gehisst, und die einzelne Schot verläuft von einer achtern liegenden Brille durch zwei Baumblöcke zur Plicht; frühe Boote hatten keine Leesekker, später erhielten sie einen Schotklemmer, dann in den 1980er Jahren eine drehbare Curry-Klemme und heute besitzen sie meist ein Ratschenblöck auf einem klappbaren Scharniergestell. Das 44 Zoll tiefe Steckschwert und das profilierte Ruder bieten hervorragende Kontrolle auf allen Kursen zum Wind. Ein im Jahr 1971 vorgenommener Ruderwechsel brachte eine Aluminium-Lenkbeschlag-Konstruktion mit Federantrieb, mit der der Segler das Ruderblatt vom Cockpit aus anheben oder absenken kann und das sich bei Anlanden am Strand oder bei Hindernissen selbst hochklappen lässt. Eigner berichten, dass das Boot leicht zu handhaben und zu manövrieren ist und sich bis zu etwa 15 Knoten Wind hervorragend verhält; wenn der Wind nachlässt, lässt sich das Ruder herunterholen, und das Boot paddelt gut mit einem Einblatt- oder Kajakpaddel. (2)
Unterbringung und Einsatzzweck
Dies ist ein Day-Sailer mit offener Plicht, der für eine Person am Steuer konzipiert ist, obwohl er einhand oder mit einem Passagier gesegelt werden kann – allerdings ermöglicht er nur einer Person einen komfortablen Navigationsbetrieb. Der Entwurf von Aileen Shields Bryan aus dem Jahr 1952 vergrößerte den Rumpf um 30 Zentimeter (12 Zoll) und fügte eine kleine Fußwanne in der Plicht hinzu, was mehr Komfort bot als beim Sailfish. Ein Staufach entstand 1971 unter der hinteren Plicht. Das Boot ist eher für aktives Segeln an einem Tag als für gemütliche Fahrten ausgelegt. Sein geringes Freibord und der Tiefgang von drei Fuß halten den Segler sehr nah am Wasser. Es eignet sich hervorragend für Anfänger und wird gleichzeitig von erfahrenen Seglern wegen seiner Einfachheit geliebt; das Boot kann innerhalb eines Tages durch Ausprobieren beherrscht werden.
Bekannte Schwachstellen
Das niedrige Freibord und der geringe Tiefgang von fast drei Fuß bedeuten, dass der Segler selbst bei mäßigen Bedingungen extrem nass wird – ein bekanntes Merkmal, kein Mangel. Das Boot kann leicht kentern, egal ob der Segler Anfänger ist oder nicht, obwohl der Steckschwertkiel ein großer Vorteil beim Aufrichten ist und es im flachen Wasser leicht wieder auf den Kopf gestellt werden kann. Mehr als eine Person an Bord macht das Handling nahezu unmöglich; die Konstruktion erfordert, dass der Segler ständig auf seine Sitzposition und die Mastkontrolle achten muss, anstatt ein entspanntes Gespräch zu führen.
Refits und Unterhalt
Alle Teile sind über die gesamte GFK-Flotte austauschbar, mit Ausnahme der alten und neuen Ruderanlagen, was den Unterhalt und die Reparatur vereinfacht. Neue Boote können mit Mahagoni- oder GFK-Ruder und Steckschwert bestellt werden, und moderne Pinnen sind aus Aluminium (gerade oder Wishbone) im Gegensatz zum ursprünglichen Eschenholz. Der DePersia Venturi-Bailer – zunächst aus Aluminium, ab 1971 aus Kunststoff – lässt sich selbst entleeren, sobald das Boot einige Knoten Fahrt aufnimmt, und schließt durch einen internen Schwimmkörperball. Eine Sunfish samt Spieren passt auf ein Autodach, und das Boot wird vom Strand aus zu Wasser gelassen und in wenigen Minuten aufgetakelt – ideal als praktischer Einstieg oder für die Flotten-Ausbildung.
Das Fazit
Die Sunfish ist ein seltenes Konstrukt, das Generationen das Segeln ohne Kompromisse zu ihrem Kerncharakter gelehrt hat. Sie ist unsinkbar, transportabel auf dem Dach und grenzenlos austauschbar, bleibt aber ehrlich zu ihrem nassen, aktiven Charakter und ihrer Einhand-Ausrichtung. Für Seen, Campingplätze und Regatten gleichermaßen bleibt sie eine Maßstabssetzende unter den kleinen Booten.
Vorteile
- Kontinuierliche Produktion seit 1952 mit austauschbaren GFK-Bauteilen
- Praktisch unsinkbarer Pontonrumpf mit Schaumstoff- oder Latexauftrieb
- Lateinersegel können in wenigen Minuten aufgetakelt und an einem Tag erlernt werden
- Tragbar auf dem Autodach, vom Strand aus zu Wasser zu lassen und einfach zu lagern
Nachteile
- Extrem nass aufgrund des niedrigen Freibords und des geringen Tiefgangs von nur drei Fuß
- Lässt sich leicht kentern und eignet sich nicht für entspanntes Fahrtensegeln oder den Einhandbetrieb
- Eingeschränkt auf Tagestouren mit einer Person an der Pinne




