Design und Konstruktion
Die GK 24 liest sich eher als konsequenter kleiner Regatta-/Fahrtenkreuzer denn als kompromissbehafteter Pocket-Cruiser. Ihr Glattdeck und die Breite von 9 Fuß 4 Zoll bieten für ein 24-Fuß-Boot überraschend viel Platz unter Deck, während der Rumpf selbst nach modernen Maßstäben konservative Formen aufweist und für seine Zeit eine moderate Verdrängung besitzt. Westerly baute das Boot von seiner Gründung an nach den Standards der Lloyd’s-Serieproduktion, und die GK 24 trägt diese Linie einer zertifizierten GFK-Konstruktion in einem massiven GFK-Rumpf mit Eisenballast fort. Was das Modell auszeichnet, ist seine Doppelrolle: Sie ist sowohl im Regatta-Trim „Quarter Ton“ als auch als Fahrten-Regattayacht mit kleinerem Rigg und geringerem Tiefgang erhältlich und wird entweder mit einem Außenborder oder einem Einbaudiesel angeboten. Die Variante als Fahrten-Regattayacht gab etwas Segelleistung zugunsten einer einfacheren Handhabung und eines flacheren Kiels auf, doch der wesentliche Charakter – ein breiter, agiler Rumpf – blieb bei beiden Versionen unverändert erhalten.
Rigg und Seeverhalten
Die GK 24 ist, wie ein Kritiker es ausdrückte, aufgrund ihrer Quarter-Ton-Wurzeln definitiv ein Segelboot, was sich in einem relativ großen Rigg für dieses Bootseinheitsgröße zeigt; das exemplarisch getakelte Boot maß 35 Fuß Masthöhe. Unter Segeln reagiert das Boot feinfühlig auf die Ruderpinne und ist selbst bei Krängung nie besonders schwer, entwickelt jedoch beim Kreuzen etwas Luvgierigkeit und fehlt an einer hohen, inhärenten Kursstabilität vor dem Wind. Das Ruder erfordert meist eine recht konstante Aufmerksamkeit oder einen Autopiloten, obwohl das Boot für kurze Zeit geborgen werden kann. Auf raumen Kursen wird es schwieriger zu handhaben – ein Halbwindkurs unter Spinnaker erfordert oft, das Ruder hart am Wind zu halten, um eine Sonnenschuss-Fahrt zu verhindern. Frühes Reffen ist der Preis für das leistungsstarke Rigg: Man reift früher als auf vergleichbaren kleinen Fahrtenyachten, um Druck aus dem Boot zu nehmen. Bei leichtem Wind ist die GK 24 absolut schnell und läuft viele Fahrtenyachten, einschließlich 30-Fuß-Booten, davon. Unter Großsegel und No. 1-Genua krängt sie spürbar, behält aber bis zu 15–18 Knoten scheinbare Windstärke ihre volle Segelfläche bei. Steigt man an Land an Bord, krängt sie sofort; in kurzem Kabbelwasser führt die geringe Länge zu schnellem Stampfen, was den Vormarsch bei leichtem Wind bremsen kann. Jenseits geschützter Buchten, wo die Wellenperiode länger wird, schneidet sie jedoch sauber durchs Wasser, ohne viel Fahrt zu verlieren. (1)
Unterbringung
Unter Deck macht sich die Breite in einem hohen nutzbaren Volumen bemerkbar. Die GK 24 bietet Schlafplätze für vier oder fünf Personen und verfügt über eine separate Nasszelle – ein beachtlicher Kompromiss für das Fahrtensegeln in einem aus einer 24-Fuß-Regattayacht abgeleiteten Rumpf. Der Preis dafür ist die Stehhöhe: Das Boot bietet überall nur sitzende Höhe, was das Glattdeck niedrig und den Schwerpunkt tief hält, aber die Wohnlichkeit für größere Eigner einschränkt. Dieser Kompromiss ist zentral für die Identität des Entwurfs: ein breiter, tiefer, schneller Rumpf, der Segeleigenschaften und die Anzahl der Kojen über die Stehhöhe stellt.
Bekannte Schwachstellen
Die wichtigste dokumentierte strukturelle Schwachstelle liegt im Steuerungssystem. Bei zwei Schwesterschiffen kam es zu einem Ausfall des Ruders, nachdem die Edelstahlriemen, mit denen das Ruder am Spiegel befestigt ist, in schwerer See gerissen und sich gelöst hatten. Jedes Gutachten sollte die Befestigungsgurte des Ruders genau untersuchen, insbesondere bei Booten, die auf See oder in rauem Wasser eingesetzt wurden. Abgesehen davon konzentrieren sich die typischen Mängel eher auf Handling-Probleme als auf systematische Konstruktionsfehler. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft spricht den Segler an, der eine leicht zu handhabende, seetüchtige Fahrtenyacht schätzt – ohne die enormen, leichten, überlappenden Genuas der Regattazeiten. Befreit von seinen extremen Regattasegeln ist die GK 24 eine hervorragende kleine Fahrtenyacht. Der 7-PS-Motor – ob originaler Einbaudiesel oder Außenborder-Variante – treibt den Rumpf auf flachem Wasser mit einem 7x13-Profil auf etwa 5,5 Knoten Höchstgeschwindigkeit, wobei das Ruder bei Vortrieb ausgewogen bleibt und eine gute Manövrierbarkeit rückwärts ermöglicht, was das Anlegen an Stegen einhand erleichtert. Die Agilität des Bootes und der moderate Kraftbedarf eignen sich für einen Eigner, der häufig segelt und erwartet, dass das Boot Aufmerksamkeit belohnt und nicht deren Fehlen verzeiht.
Das Fazit
Die GK 24 ist eine kleine Westerly, die ihre Quarter-Ton-Abstammung offen trägt: schnell, agil und für ihre Länge geräumig, aber kurssturzgefährdet und auf ein aufmerksames Steuern angewiesen. Es ist ein Boot für Segler, nicht für Faulenzer, und das Problem mit der Ruderschlaufe ist der einzige Kritikpunkt, den ein Käufer bedenken muss.
Vorteile
- Große Breite bietet Kojen für 4–5 Personen und eine separate Nasszelle in einem 24-Fuß-Rumpf
- Die Geschwindigkeit bei Leichtwind übertrifft viele größere Fahrtenyachten
- Ermöglicht einfaches Handling als Fahrtenboot ohne extremen Regattagegenwind
- Gute Manövrierbarkeit rückwärts für einhandes Anlegen
Nachteile
- Die Ruderschlaufen haben bei schwerer See an mehreren Booten gerissen
- Eingeschränkte Kursstabilität erfordert ständige Aufmerksamkeit am Ruder
- Durchgehend nur sitzende Stehhöhe
- Kurze Länge führt zu schnellem Einsetzen im Kabbelwasser und Stillstand bei leichtem Wind







