Design und Konstruktion
Russel Marine baute die Vivacity 24 aus massivem GFK mit einem eisernen Kiel. Das Boot wurde entweder mit Flossenkiel oder Kimmkielen angeboten – die Version mit Kimmkielen war weitaus beliebter. Mit einer Länge über alles von 23,5 Fuß, einer Breite von 8 Fuß und einer Verdrängung von rund 4.200 Pfund trägt sie 1.750 Pfund Eisenballast, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 42 Prozent führt. Das Kenterungsverhältnis von 1,98 und eine Komfort-Ratio von 18,7 ordnen das Boot fest im Bereich der stabilen kleinen Küstenkreuzer ein und nicht in die Klasse der Hochseetaucher. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 3,67 bis 3,97 Fuß, was ihr den Zutritt zu flachen Marinas ermöglicht, während die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 6,1 Knoten typisch für einen Verdrängerrumpf dieser Länge ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die Vivacity 24 ist eine Masttoppslup mit etwa 255 Quadratfuß Segelfläche. Klassische Rezensionen beschreiben durchschnittliche Leistung und ein sicheres, angenehmes Küstensegeln, aber keine herausragenden Geschwindigkeiten. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 13,8 mit dem Standardsegel und steigt auf 16,4 mit einer 135-prozentigen Genua – ausreichend, um das Boot bei leichtem Wind unterwegs zu halten, ohne dass eine sportliche Crew erforderlich ist. Das stehende und laufende Gut folgt den damaligen Konventionen für Masttopp-Riggs: Die Fallen sind etwa 56,8 Fuß lang und haben einen Durchmesser von 5/16 Zoll, die Schoten für Fock und Genua sind 23,5 Fuß lang und haben einen Durchmesser von 3/8 Zoll, und die Großschot ist 58,7 Fuß lang und hat ebenfalls einen Durchmesser von 3/8 Zoll. Fast alle Boote verließen die Werft mit einem Außenborder als Antrieb und nicht mit einem Innenborder. (2)
Unterbringung
Im Inneren ist die Vivacity 24 mit zwei Kabinen und einer für ihre Größe gut aufgeteilten Aufteilung ausgestattet. Die Vorschiffskabine bietet eine Doppelkoje oder zwei Einzelkojen, und der Tisch im Hauptsalon lässt sich absenken, um eine weitere Doppelkoje zu bilden, was für vier bequeme Kojen und im Notfall fünf Kojen sorgt. Eine Toilette und eine kleine Pantry mit Spüle befinden sich im Wohnbereich, und das Cockpit ist geräumig und bietet reichlich Stauraum. Für ein 24-Fuß-Boot sind die Anzahl der Schlafplätze und die separate Pantry-Ecke für den Wochenendgebrauch an der Küste durchaus praktisch und nicht nur nominell vorhanden.
Bekannte Schwachstellen
Die Zwillingskiel-Variante dominiert die noch existierende Flotte deutlich stärker als die Einzel-Flosse.
Das Fazit
Die Vivacity 24 ist eine kleine, solide gebaute Familien-Fahrtenyacht, die genau das leistet, was Alan F. Hill und Russel Marine vorgesehen hatten: sicheres, leistungsfähiges Küstensegeln mit kompaktem, aber gut aufgeteiltem Schlaf- und Pantrybereich für vier bis fünf Personen. Sie ist mit ihren Maßen kein Blauwasserboot, aber als erste Fahrtenyacht oder Wochenendboot für Flussmündungen bleibt sie eine vernünftige, unprätentiöse Wahl.
Vorteile
- Solide GFK-Konstruktion mit Eisenkiel und 42-prozentigem Ballastanteil
- Zwei-Kabinen-Layout mit vier bequemen Schlafplätzen, im Notfall fünf
- Geringer Tiefgang und Kimmkiel-Option für den Zugang zu Marinas und Trockenliegeplätzen
- Geräumiges Cockpit mit reichlich Stauraum
Nachteile
- Die Kimmkiel-Version dominiert die Gebrauchtflotte, was die Auswahl an Flossenkiel-Modellen einschränkt
- Außenborder-Antrieb bei fast allen Booten, ohne Standard-Innenborder-Option
- Nur für Küstenfahrten geeignet; nicht für ausgedehnte Offshore-Passagen konzipiert








