Design und Konstruktion
Der moderne Stuart Knockabout ist eine Flachkiel-Slup mit einer Ruhewasserverlinie von 22 Fuß 10 Zoll und einem Schwert, das den Tiefgang auf nur 2 Fuß 9 Zoll vergrößert und bei Abwurf auf 5 Fuß 6 Zoll reduziert. Bei einer Verdrängung von 4.000 Pfund und 2.400 Pfund Bleiballast weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 50 Prozent auf, was Harding im Vergleich zum ursprünglichen Holzrumpf leicht erhöht hat, um zusätzliche Steifigkeit zu gewährleisten. Die Sandwich-Rümpfe und -Decks aus Schaum/Glasfaser wiegen weniger als die ursprüngliche Bauweise. Ballentines fügt zudem im Achterschiff Auftriebschaum mit einem wasserdichten Schott im Vorsteven hinzu, damit ein vollliegender Rumpf an der Oberfläche bleibt. Maßgefertigte Bronzebeschläge werden in der Edson Anbar Foundry in New Bedford gegossen, Schaefer Marine Blöcke und Schienen stammen aus derselben Stadt in Massachusetts, der GFK-Rumpf und Teile werden bei Pine Grove Plastics in Freetown laminiert, der Bleikiel wird von I. Broomfield & Sons gegossen und Hall Spars baut das Rigg in Bristol, wobei die Endbearbeitung bei Ballentines in Cataumet erfolgt. (1)
Rigg und Handhabung
Was übrig bleibt, wenn der Konstrukteur die unnötige Ausrüstung entfernt hat, ist ein aufgeräumtes, einfaches, leicht zu handhabendes Vollblut, das schnell zum Segeln bereit ist und mit oder ohne Crew leicht zu kranen und zu legen ist. Das Marconi-Großsegel und eine kleine Clubfoots-Genua ergeben 265 Quadratfuß Segelfläche, wobei eine Genua die Selbstwendefock ersetzen kann, während ein asymmetrischer Spinnaker das Leichtwindsortiment vervollständigt. Ein Traveller von Schot zu Schot befindet sich auf dem Achterdeck zusammen mit einem Großschot-Bergeschlag; der Aluminiummast trägt einen traditionellen Buff-Farb-Lack und das laufende Gut besteht aus traditionellen dreifach gestreckten Leinen, die sich leicht verzwirnen lassen. Practical Sailor fand sie für den bescheidenen Segelplan außergewöhnlich schnell und überraschend kraftvoll, wobei sie nicht spürbar durch eine heranrollende Welle gebremst wurde – ein Genuss beim Segeln und komfortabel sowie gutmütig in den Händen eines Amateurs. (2)
Unterbringung und Einsatzzweck
Der Stuart Knockabout vereint viel Platz, Komfort, einfache Handhabung, geringen Tiefgang und hohe Geschwindigkeit in einem größeren, eleganten Daysailer. Er ist somit ein hervorragender Schritt nach oben gegenüber kleineren Daysailern und eine einfachere Alternative zu großen Fahrtenyachten. Hohe Sülls prägen das Cockpit, und eine lange, lackierte Lederholzpinne reicht vom außenbords montierten Pinnenhalterungssystem nahe dem Ruder bis zum Steuerrad. Das niedrige Freibord bietet einem kleinen Langschaft-Außenborder ausreichend Eintrittshöhe für den Propeller. Das Boot passt perfekt in einen 40-Fuß-Container, und jedes neue Exemplar verließ die Werft mit Hall Spars, Harding Sails Großsegel und Fock, stehendem und laufendem Gut, Navigationslichtern, einer festen Bilgenpumpe, einem Anker, zwei Rettungswesten sowie einem Eimer und einem Ruder. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die nicht selbstlenzende Plicht ist die bekannte Schwachstelle dieses Entwurfs: Die Neigung zum Krängen gepaart mit dem fehlenden automatischen Ablass sorgt dafür, dass nur die hohen Sülls zwischen der Crew und einem volllaufenden Boden stehen. Der integrierte Auftrieb hat sich bewährt – ein Boot wurde in einem Tornadowerbel über einem See bei Winden von weit über 100 Knoten umgeworfen und vollgesogen, doch Schaumstoff und vordere Schott hielten den Rumpf auf dem Wasser und verhinderten das Sinken. (1)
Das Fazit
Die Stuart Knockabout ist ein hervorragendes Beispiel für ihre Klasse: eine GFK-Interpretation eines Herreshoff-Holz-Daysailers, die das klassische Aussehen bewahrt und gleichzeitig schnelles, gutmütiges und unkompliziertes Segeln bietet. Sie belohnt den Segler, der Eleganz ohne Komplikationen und einen geringen Tiefgang sucht, ohne auf Steifigkeit oder Geschwindigkeit verzichten zu müssen.
Vorteile
- Außergewöhnlich schnell und nicht durch eine herannahende Welle gebremst
- Geringer Tiefgang von 2 Fuß 9 Zoll mit aufgeholtem Schwert, 5 Fuß 6 Zoll abgesenkt
- 50-prozentiges Ballastverhältnis mit zusätzlicher Steifigkeit gegenüber dem Original
- Im Rumpf integrierter Schaumstoff und vordere Schott halten einen volllaufenden Rumpf aufrecht
- Unkompliziertes Rigg, das sich einhand oder mit kleiner Crew leicht bedienen lässt
Nachteile
- Die nicht selbstlenzende Plicht erfordert von der Crew bei Krängung ständige Aufmerksamkeit
- Bescheidenes Segelfläche von 265 Quadratfuß im Standardrigg






