Sportlake 660 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Jacek Centkowski·1999 – 2002·Sportlake S.A./Delphia Yachts
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · schwert
Rigg
7/8-Slup
LOA
21.65' · 6.6 m
Verdr.
3.263 lbs · 1.480 kg
Erstes Baujahr
1999

Die Sportlake 660 stellt ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte des polnischen Yachtbaus dar. Sie entstammt der frühen ingenieurstechnischen Zusammenarbeit der Brüder Piotr und Wojciech Kot, bevor ihr Unternehmen zu der weltweit bekannten Werft Delphia Yachts heranwuchs. Entworfen von dem renommierten Konstrukteur Jacek Centkowski, wurde das Boot 1999 als erschwingliche, familienfreundliche PocketCruiserFahrtenyacht vorgestellt. Sie war dafür konzipiert, die anspruchsvollen, flachen Gewässer der Masurischen Seenplatte zu meistern und gleichzeitig leicht trailerbar zu bleiben. Während der Produktionszeit bis 2002 zog die Konstruktion die Aufmerksamkeit europäischer Segler auf sich, die eine clevere Balance aus WochenendWohnkomfort und Transportfähigkeit suchten. Durch einen effizienten Herstellungsprozess, der stark auf eine modulare GFKBauweise setzte, schuf die Sportlake 660 eine Blaupause für das moderne TrailerSegelboot – ein Boot, das klein genug ist, um von einem Familienauto gezogen zu werden, und dennoch die strukturelle Festigkeit und den Komfort bietet, die normalerweise mittelgroßen Küstenkreuzern vorbehalten sind.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
21,65 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
19,69 ft
Breite
8,33 ft
Tiefgang
4,92 ft
Maximale Stehhöhe
6,23 ft
Durchfahrtshöhe
25,92 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Schwert
Ruder
1× Außenliegend
Ballast
926 lbs
Verdrängung
3.263 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
226,04 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,44
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
28,38
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
190,82
Komfort-Ratio
14,76
Kenterungsverhältnis
2,25
Rumpfgeschwindigkeit
5,95 kn

Konzept & Zielsetzung

Die Hauptaufgabe der Sportlake 660 bestand darin, maximalen Innenraum und Vielseitigkeit beim Fahrtensegeln auf einer Rumpflänge von exakt 6,6 Metern zu bieten. Centkowski priorisierte einen volumenreichen Rumpf mit einer großzügigen Breite von 8,33 Fuß, die weit nach achtern getragen wurde, um den Platz in der Plicht und die Stabilität zu maximieren. Im Vergleich zu französischen und deutschen Konkurrenzmodellen der späten 1990er Jahre zeichnete sich die Sportlake 660 dadurch aus, dass sie eine voll abgetrennte Nasszelle und eine eigene Pantry bot – ein Luxus, der in der 22-Fuß-Klasse fast unerhört war.

Der Innenraum basiert auf einer umfassenden strukturellen Innenschale (Gegenform), die dem Rumpf enorme Steifigkeit verleiht und gleichzeitig saubere, pflegeleichte Oberflächen schafft. Unter Deck ist die Aufteilung äußerst ergonomisch und bietet eine überraschend geräumige V-Koje im Vorschiff, einen zentralen Salon mit gegenüberliegenden Sofakoje-Sitzbänken und eine Achterkoje, die unter den Cockpitboden geschoben ist. Der Innenausbau besticht durch praktische, leichte Holzoberflächen, die der Kabine eine warme, traditionelle Atmosphäre verleihen, ohne das Trailergewicht des Bootes negativ zu beeinflussen. Während die Stehhöhe je nach Ausstattung naturgemäß auf etwa 5,7 Fuß begrenzt ist, verhindern die zahlreichen Luken und ein großes Niedergangsschiebeluke ein klaustrophobisches Gefühl in der Kabine. (1)

Varianten & Konfigurationen

Eine gelegentliche Quelle der Verwirrung auf dem Gebrauchtbootmarkt ist die Vielfalt der Bezeichnungen für diesen Rumpf. Je nach Importeur und regionalem Markt wurde die Sportlake 660 in Frankreich als Armor 660 (über regionale Händler vertrieben) und im Vereinigten Königreich als Europa TS 240 verkauft, bevor sie sich später zur frühen Delphia 22 weiterentwickelte. Während die GFK-Formen für Rumpf und Deck bei allen Varianten identisch blieben, gab es regionale Unterschiede bei der Masthöhe und dem Innenausbau.

Das Boot wurde fast ausschließlich als 7/8-Slup mit einem klappbaren oder festen Mast in Kombination mit einem Schwenkschwert gebaut. Die Ausführung als Kielschwert wurde speziell für das Segeln in flachen Gewässern entwickelt. Sie ermöglicht es, den Tiefgang bei vollständig hochgezogenem Schwert auf nur 1,5 Fuß zu reduzieren, während er bei ganz heruntergelassenem Schwert 4,92 Fuß beträgt. Dies macht das Boot hervorragend geeignet, um trockenzufallen, Gezeitenreviere zu befahren oder es über eine normale Sliprampe zu wassern.

Segelleistungen & Seeverhalten

Die seglerische Dynamik der Sportlake 660 spiegelt ihre Herkunft aus dem Binnenland wider: Sie setzt eher auf Agilität und Leichtwindtauglichkeit als auf sturen geradeauslauf im schweren Seegang auf offener See. Bei einer Verdrängung von 3.263 Pfund und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 28,38 Prozent trägt das Boot 926 Pfund Ballast, der sich hauptsächlich im eisernen Schwenkschwert und im tiefen Bilgenbereich konzentriert. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16.44 weist auf einen ausgewogenen Segelplan hin, der bei leichtem bis mäßigem Wind für eine respektable Beschleunigung sorgt, ohne ständiges Trimmen der Segel zu erfordern.

Unter Segeln verhält sich das Boot ähnlich wie eine große Jolle und gibt über sein am Spiegel aufgehängtes Außenborder-Ruder direkte Rückmeldung. Der Ruderdruck ist leicht und angenehm spürbar. Aufgrund des moderaten Verdrängungs-Längen-Verhältnisses (D/L) von 190,82 und eines Kenterungsverhältnisses von 2,25 ist der Rumpf jedoch relativ rank. Das Boot krängt in Böen schnell bis auf seine Konstruktionswasserlinie, bevor es sich auf seinen Kimmkanten stabilisiert. Das bedeutet, dass die Crew darauf vorbereitet sein muss, das Großsegel frühzeitig zu reffen – meist ab einer wahren Windstärke von 12 bis 14 Knoten. Die Komfort-Ratio von 14,76 bestätigt, dass sich das Boot in kabbeligen Küstengewässern lebhaft anfühlt. Es ist daher weitaus besser für Binnenseen, geschützte Buchten und küstennahe Tagestouren geeignet als für Blauwasserpassagen auf offener See. (1)

Bekannte Schwachstellen & Wartung

Obwohl die GFK-Arbeiten von Sportlake S.A. über die Jahrzehnte bemerkenswert gut standgehalten haben, sollten potenzielle Käufer auf einige bekannte Schwachstellen achten. Der kritischste Wartungsbereich ist der Mechanismus des Hubschwerters. Das Schwenkschwert dreht sich auf einem schweren Edelstahlbolzen und wird über ein Drahtseil und ein Winschen-System angehoben. Im Laufe der Zeit kann der Pivot-Bolzen unter Spaltkorrosion leiden, und das Hubkabel neigt im GFK-Schwertkasten zum Spleißen. Wenn das Kabel reißt, kann das Schwert ungebremst nach unten fallen, was schwere strukturelle Schäden am Schwertkasten verursachen kann. Eine Inspektion des Kabels, des Umlenkblocks und des Pivot-Bolzens während des herbstlichen Auskranens ist eine unerlässliche jährliche Routine. (2, 3, 4)

Ein weiteres häufiges Problem liegt an den Ruderbeschlägen (Fingerlinge und Ruderhaken). Da das am Spiegel aufgehängte Ruder bei Krängung hohen Torsionskräften ausgesetzt ist, kann die Halterung am Heckspiegel Spiel entwickeln. Käufer sollten auf Haarrisse im Gelcoat um die Spiegelhalterungen achten, die auf Bewegung im Laminat hindeuten. Zudem können frühe Produktionsmodelle unter leichten Decksbuchtungen in Bereichen mit viel Fußgängerverkehr leiden, wo Feuchtigkeit in den Balsaholzkern um schlecht abgedichtete Decksbeschläge eingedrungen sein könnte.

Modernisierung & Upgrades

Viele erfahrene Eigner haben ihre Sportlake 660 modernisiert, um die Autonomie beim Fahrtensegeln zu erhöhen. Ein beliebtes und äußerst praktisches Upgrade ist der Umbau des Hilfsantriebs. Ursprünglich wurden diese Boote von einem 5 bis 10 PS starken Außenbordmotor an einer Heckhalterung angetrieben. Heute ist der leichte Rumpf ein idealer Kandidat für einen Elektroantrieb. Die Nachrüstung des Hecks mit einem elektrischen Außenborder von Torqeedo oder ePropulsion reduziert das Gewicht achtern, eliminiert Benzingerüche und passt perfekt zum leisen, umweltfreundlichen Charakter des Bootes.

Um modernere Elektronik zu betreiben, ersetzen Eigner häufig die einfache 12-Volt-Verkabelung ab Werk durch ein modernes Lithium-Eisenphosphat-Batteriesystem (LiFePO4). Eine einzige 100-Ah-Lithium-Batterie kann einen modernen Kartenplotter, Echolot, UKW-Funk und LED-Kabinenbeleuchtung problemlos tagelang mit Strom versorgen und lässt sich leicht über ein flexibles Solarpaneel auf der Niedergangsgarage oder einem Bimini-Rahmen aufladen. Auch der Austausch des alternden Edelstahldrahtseils der Schwertwinsch gegen eine hochfeste Dyneema-Leine ist ein sehr empfehlenswertes Upgrade, da Dyneema das Risiko von Drahtbrüchen („Fleischhaken“) ausschließt und die Reibung im Schwertkasten verringert. (3, 4)

Das Urteil

Die Sportlake 660 ist ein außergewöhnlich cleverer, gut konstruierter Pocket-Cruiser, der deutlich über seiner Gewichtsklasse agiert. Sie ist das ideale Boot für segelnde Paare oder kleine Familien, die die Flexibilität des Trailersegelns nutzen wollen, ohne auf grundlegenden Komfort wie eine eigene Nasszelle und Pantry zu verzichten. Obwohl sie bei starkem Wind eine aufmerksame Hand an der Pinne erfordert, machen ihre einfache Transportierbarkeit und der geringe Tiefgang sie zu einem der vielseitigsten Weekender ihrer Generation.

Vorteile:

  • Hervorragende Trailerbarkeit und einfaches Slippen über die Rampe
  • Äußerst funktionale Innenraumaufteilung mit separater Nasszelle und Pantry
  • Geringer Tiefgang ermöglicht Trockenfallen und Segeln im Flachwasser
  • Gute Agilität bei leichtem Wind sorgt für aktiven Segelspaß (1)

Nachteile:

  • Relativ ranker Rumpf, der bei frischem Wind frühes Reffen erfordert
  • Wartungsintensiver Schwertmechanismus verlangt regelmäßige Kontrolle
  • Die Stehhöhe im Innenraum ist für größere Crewmitglieder begrenzt
  • Nicht für Offshore- oder Blauwasser-Langstrecken geeignet

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