Design und Konstruktion
Sciarrellis Rumpf misst eine Länge über alles von 50,7 Fuß bei einer Wasserlinienlänge von 41,3 Fuß und einer Breite von 13,35 Fuß, was ein Verhältnis von Länge zu Breite von 3,88 ergibt. Dieser Wert ist nach modernen Maßstäben als moderat schmal zu werten, entspricht jedoch dem Typus einer Performance-Fahrtenyacht aus den 1970er Jahren. Der massive GFK-Rumpf und das Deck sind mit einem Langkiel kombiniert, dessen Tiefgang je nach Beladung zwischen 6,9 und 7,2 Fuß liegt. Das Gewicht im Wasser ist erheblich: Die Tiefgangsverteilung liegt bei etwa 1.478 Pfund pro Zoll, was bedeutet, dass das Boot tief sitzt und sich nur schwer von Wellen oder Crewbewegungen beeinflussen lässt. Die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt rund 45 Quadratmeter – ein großes Areal, das zusammen mit dem Langkiel eher für Kursstabilität als für feine Manöver spricht. (1)
Rigg und Handhabung
Die Scia 50 ist als Masttoppslup getakelt und verfügt über eine Segelfläche von 598 Quadratfuß zwischen Großsegel und Buganker der Fock. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 18,8 mit dem ISO-Referenzsegel und steigt auf 22,8 mit einer 135 % Genua, was sie für ihre Epoche fest im lebhaften Bereich der Fahrtenyachten positioniert. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 152 ordnet sie zu den leichten Regattayachten ein, und die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,6 Knoten. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,33 und das Komfort-Ratio bei 15,1 – Werte, die zusammen ein Boot beschreiben, das sich bei Wind gut bewegt, aber auf See Respekt erfordert. Das empfohlene laufende Gut ist großzügig dimensioniert: Eine 38,8 Meter lange Großschot und 32,5 Meter lange Fallen mit einem Durchmesser von 14 mm passen zum hohen Masttopp-Rigg, während die Schoten von Fock und Genua jeweils 15,5 Meter lang und 16 mm stark sind. (1)
Unterbringung
Die bekannten Konstruktionsunterlagen beschreiben die Aufteilung im Innenraum nicht detaillierter als die oben genannten strukturellen und riggtechnischen Fakten. Aus den technischen Daten des Werftes geht hervor, dass das Boot 264 Gallonen Wasser und 102 Gallonen Diesel fasst – Werte, die zu einem Boot passen, das für längere Küsten- oder Hochseepassagen konzipiert ist und nicht nur für Wochenendregatten. Der 63 PS starke British Leyland-Diesel und die Einmotorisierung spiegeln eine zeitgemäße Wahl für einen Hilfsmotor mit dieser Verdrängung wider.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft einer Scia 50 bedeutet, mit einer italienischen Interpretation des Leichtregattabootes aus den 1970er Jahren zu leben: ein Boot mit echter Zuladungskapazität (die Immersionsrate von 1.478 lb/inch) und einem Segelplan, der aktives Segeln belohnt. Der 63 PS starke British Leyland-Motor ist eine klassische Einheit; die Ersatzteilversorgung und fachkundige Mechaniker werden wichtiger sein als die technischen Daten auf dem Papier. Die im Test angegebenen großzügigen Fall- und Schotlängen deuten darauf hin, dass bei einem Rigg-Update die ursprünglichen Durchmessern von 14 mm und 16 mm beibehalten werden sollten, um unterdimensioniertes laufendes Gut zu vermeiden.
Das Fazit
Die Scia 50 ist ein absolut zeitgemäßes Sciarrelli-Design: eine Langkieler-Slup mit massivem GFK-Masttopp, die die Lebendigkeit einer Regattayacht mit der Tankkapazität für das Fahrtensegeln verbindet. Sie ist keine moderne, breite Fahrtenyacht, und ihre Kennzahlen – ein Kenterungsverhältnis von 2,33 und eine Komfort-Ratio von 15,1 – ordnen sie eher als lebendiges Seeboot denn als schwimmenden Wohnwagen ein. Für Segler, die einen traditionellen Mittelmeer-Rumpf mit seriösen Segeleigenschaften suchen, ist sie eine durchdachte Wahl.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit der Stabilität eines Langkiels
- Leichter Regattaverdrängungs-Längenverhältnis (152) mit 22,8 SA/D bei einer 135%-Genua
- Großzügige Wassertankkapazität von 264 Gallonen und Dieselkapazität von 102 Gallonen für Langstrecken
Nachteile
- Das schmale Verhältnis von Länge zu Breite von 3,88 begrenzt das Innenraumvolumen im Vergleich zu modernen Konstruktionen
- Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,6 Knoten schränkt die Geschwindigkeit unter Motor oder bei leichtem Wind ein


